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Weidenbaum, m., Weidenkätzchen, n., Weidenstotz, m., s. Stotz.
²Weide, f.(Pl.-n): Futter- und Fütterungs- platz; Bodenfläche zum Beweiden mit Vieh. Mhd. weide, ahd. weida f. Ort des Tieres zum Futtersuchen, Ausgang des Tieres nach Futter, Ausgang nach Speise oder solchem, was den Sinnen gefällt, Ausgehen auf Fang od. Erlegen von Wild, Vögeln, Fischen, also Jagd, Fischerei, überhaupt Ausfahrt, Futter für Tiere, Speise für Menschen; dazu andfrk. weitha f.«Weidey, mnd.ndl. weide f.«Futter, Nahrung, Weide», ags. 2⁰σς f.«-Jagd, Umherstreifen», anord. veidr f.«Jagd, Fang». W. ist wohl eine 1-Ableitung von einer Wz. ejd in aind. voti«ist hinter etw. her, verfolgt», aw. vajeiti ctreibt, jagt, lit. viti cjagen, verfolgen», abg. vo*ſt m.«Krieger», gr. fiecOai begehren, trachten», lat. vis cdu willst», u. wohl auch venãri jagen(zu aw. jäãna- der Verfolgte»); dazu auch mit andrer Abl. ir. fad Wildꝰ, fradach«Jagd. Vgl. ferner aw. vãstar m. Hirty, vãstram n.«Weides, die trotz KZ. 40, 560 zu vergleichen sind. Vgl. noch Idg. Forsch. 18, 236.255. 4BL. weiden, v.: auf die Weide gehen;(tr.) auf die Weide gehen lassen u. dabei bewachen;(übertr.) laben, erfreuen. Mhd. wei- den, ahd. weidõn«jagen, Futter suchen»; dazu mnd. weiden«mit Falken jagen», ags. wc&dan dagen, umherstreifen», anord. veida, norw. veide fangen, erlegen». weiden, v. die Eingeweide herausnehmen. Fastnur in ausweiden, mhd. ei- den im 14. Jh. Von Weide«Cingeweides. Weid- ling, m.(-Lels, Pl.-e): Fischerkahn(schweiz.- schwäb.-els.); Gefäß(Nestroy 1,33). Im 15. Jh. weidling, eig.«Nachen zur Weide(Fischfang). Mhd. auch weidnache, 1450 Weist. 3, 702 zaid- zulle, anord. veidibãtr m. Boot zum Fischfangy. ZIUS. Weidedarm, m., nach Adelung in eini-
gen Gegenden«der Mastdarm?, zgs. mit Weide in der Bed.«Speise». Ahnlich Weideloch, n.: After(in der Jägerspr., 1763 b. Heppe). Schon mhd. eidelochn., auch weidegat. Weidegang, m., mhd. eideganc m. Gang, Trieb aufdie Wei- de, Weiderecht. Weiderind, n.: zur Weide getriebnes u. gehaltnes(ungemästetes) Stück Rindvieh. Bei Lutherl. Kön. 4, 23 zweide Rinder, 1. Chron. 28, 29 Weidrinder. Auch schon mhd. weiderint n. weidgerecht, adj.: zur Jagd ge- recht, Bezeichnung des zünftigen Jägers. 1811 b. Campe aus Ramler. Weidmann, m.([e]s, Pl. nidnner): gelernter Jäger. Bei Adelung Weide- mann. Mhd. weideman m. Jäger, Fischery; da- von weidmännisch, adj., 1590 im Garg. 384. Weidmesser, n.: breites kurzes Jägermesser
Weigand 1228
zum Zerlegen des Wildes; die Zunge des Edel- wildes. 1568 bei Mathesius Sar. 1115, 1561 bei Maaler und im Voc. ine. teut. Weidnachen, s. o. Weidling. Weidsack, m.: Jagdtasche; (schweiz.) Tornister(G. Keller Ges. W. 6, 302); (weidm.) Magen des Wildes. 1691 bei Stieler neben Jägersack. Weidschrei, m.: Weid- spruch(s. d.). In der Zimm. Chron. Waidschrai. Weidspieß, m.: Jagdspieß. Mhd. weidespiez m., ahd. weidlispeoz m. Weiĩdspruch, m.: jäger- mäßiger Kunstspruch. Mhd. zweidespruch m. Weidwerk, n.: Jagd; Kunst der Jagd; Wild- u. Jagdvögel. Bei Luther 1. Mos. 25, 28 Weid-
ewerg n. Mhd. weidewere n. Jägerei, zur Jagd
gebrauchte Tiere». W9eidwort, n.: Kunstaus- druck der Jäger. 1678 b. Kramer. weidwund, adj.: verwundet, so daß die Eingeweide hervor- treten, todwund. 1691 bei Stieler. Weidzille, s. o. Weidling.
Weiderich(s, Pl.-e): die Pflanze epilobium. Urspr. Name von lysimachia vulgaris, die auch Weidenkraut heißt. Benannt von der Khnlich- keit ihrer Blätter mit denen der Weide. 1664 b. Duez Weidenrich, 1561 bei Maaler Weydenrich.
weidlich, adj.: körperlich kräftig u. kern- haft, stattlich; angesehen u. Fülle zum Leben habend(Ruth 2, 1);(als Adv.) tüchtig. Mhd. zweidelich um 1300 in obigen Bed., daneben wei- denlich«jägermäßig», von ahd. weidanõn, mhd. zweiclenen«Futter im Freien suchen, jagen, von 2 Weide. Davan das Adv. mhd. weide(n)liche, ahd. weidanlihho.— Weidner, m.(*, Pl. wie Sg.): Jäger; Weidmesser(1691 b. Stieler). Mhd.
weidenœre, ahd. weidinari Jäger» von ahd. wei-
denõn(s. o.). Weiel, m. n.(, Pl. wie Sg.): Kopftuch der
Nonnen. Mhd. 2051(e) m., 1477 clev. wijle der nonnen. Aus lat. vélum n.«Hülle, Tuch».
Weife, f.(Pl.-n): Garnwinde. Im 15. Jh. weife f. Südd. Von weifen, v. mittelst der Weife winden, haspeln, b. Goethe Faust 5337 sich winden». Mhd.-md. Wweifen«schwingen, has- peln», Bewirkungswort von mhd. wfen«win- den», ahd.(bei Notker) biewifan«verdammen' dazu got. weipan ckränzen?, waips m.«Kranzs. Verw. mit lat. vihräre czittern», lit. viburiu wedele», lett. wiebt«sich drehen». Dazu noch weifeln, v.: im Kreise drehen. 1802 bei Kl. Schmidt kom. Dicht. 60.
Weigand, m.(*s, Pl.-e): Kämpfer. Veraltet
u. nur als Eigenname fortlebend, aber im 18. Jh. zuweilen gebraucht, J. Möser patr. Phant. 3, 91,
Bürger Ilias 3, 291. Mhd.-ahd. wigant m.; dazu asächs. εᷣ„⁹and m., afrs. wν„and, ags. gend m.


