Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1225-1226
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1225 weich

Notker). Die gew. Abl. von ahd. weihõn«schwan- ken, umhergetrieben werden, unstet sein, sich verlieren, zusammenlaufen, sich verbinden, -einigen» ist nicht sicher. Nach Kluge zu ahd. weiba«Gauꝰ in Wingartweiba. Noch anders KZ. 41, 282.

weich, adj.: leicht Eindruck annehmend; nachgiebig(von Personen); stimmhaft(von den Buchstaben b, d, gbeidenältern Grammatikern); moll(weiche Tonleiter). Mhd.-ahd. weich; dazu asächs. ε%, ndl. week, ags. wãc schwach, bieg- sam, elendꝰ, engl. weac, anord. veilr, schwed. vek, dän. veg. Von eichen, eig.«nachgiebig». 4BL. Weiche, f.(Pl.-n): Weichheit; der wei- che Körperteil zwischen Rippen u. Lenden. Mhd. weiche«Weichheits, rugzweichi f. Gelenk am Rückgrat»(voc. opt. 1, 172), ahd. weichd f. Weichheit». Dagegen iste Weiche, f.(Pl.-n): Eisenbahnweiche erst eineneure mit dem Eisen- bahnwesen aufgekommne Bildung von weichen; damit 2gs. Weichensteller,-wärter, m. Weichheit, f., spätmhd. weichheit f. Weich- lichkeit». weichlich, adj.: zu weich. Mhd. nur adv. weichliche; davon Weichlichkeit, f. Weichling, m.(s, Pl.-e): weichlicher Mensch. 1561 bei Maaler u. bei Luther W. 8, 14. Mhd. als Eigenname. ZUS. weichmütig, adj.: wei- chen Sinnes. 1716 bei Ludwig. 1691 bei Stieler nur Weichmütigkeit u. Weichmut, aber schon ahd. weihmuolig. Weichtier, n., Verdeut- schung d. 19. Jhs. für Mollusſce.

Weiehbild, n.(Lels, Pl.-er): Stadt-, Orts- gebiet. Mhd. zwichbilde n.«Stadt-, Ortsgebiet; Gerichtsbarkeit über Stadt und Stadtgebiet; Stadtrecht; nach Stadtrecht besessene liegende Güter; bischöflicher Sprengeb. Zuerst 1178 aus Westfalen bezeugt ikhilethe«Stadtrecht». Zgs. aus ahd. ν⁴ʃ m., asächs. ν m., mnd.-mndl. Wwil, ndl. wiν* f.-bewohnter Ort, Flecken, Stadts, afrs. aik f., ags. vic n., entl. aus lat. vicus m. «Ortschaft» u. Bild, das nach Kluge,(vgl. auch Idg. Forsch. 18, 282) die Bed. Recht, Gerichts- barkeito gehabt haben soll. Doch ist diese Bed. nirgends bezeugt u. nicht aus Unbill zu entneh- men. Man kommt auch mit der Bed. Bild» aus,

eig. also«Ortsbild», d. h.«das auf der Grenze

angebrachte Wappen der Stadts. lweichen, v.(Prät. zwich, zwichen, Part. ge- wichen, Imp. weichſe]): einem Drucke nach-

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zum andern habeny; dazu asächs.-an, ndl. wijken, afrs. w(a)ka, ags. wican, anord. vixja, vikva, Mva. Verw. mit aind. vijãté«zittert, ist in heftiger Bewegung, eilt davon» u. a., viell. auch mit gr. oifvövor öffnen», eig.«weichen machen». Mit abweichendem Kons. auch dazu gr. eixeiv«weichen, lat. vicés«Wechsel»(siehe Wachsel).

²weichen, v.(Prät. weichte, Part. geweicht): weich sein, weich werden(fast nur in erwweichen); weich machen(in auf-, durch-, einweichen, als einfaches Wort selten). Mhd. weichen, aber ahd. weichén, weichön«geschmeidig, biegsam wer- den»(dazu ags. ãiαmνπ) u. weihhen«weich ma- cheny. Beide von weich.

Weichselkirsche, f.(Pl.-n): schwarze Sauerkirsche. 1587 bei Lonicerus. Vgl. Fischer- Benson 152. Zgs. mit Weichsel, mhd. 2⁵(h)sel f., ahd. Wihsela f.; dazu nd. mit ablaut. 7 westfäl. esselte«Weichselkirsches, mnd. wessel-, wWissel- bere«Weichsel-, Holzkirsche», wessel-, wissel- böm«Weichselbaumo, 1477 clev. essel kerssen Süßkirsche». Daneben auch waldeck. wwispele «Holzkirsches, brem. zwispel beren Vogelkir- sche,(wohl mit p nach Mispel), wohl verw. mit lat. viscum n., gr. 1c m.«Mispel⸗, abg. visnja f. Kirschey(woraus lit. visné f., apreuß. wisnag- 10s). Vgl. Idg. Forsch. 17, 317 u. Walde.

Weichselzopf, m.(els, Pl.-zopfe): krank- hafte zopfartige Verfilzung der Haare, bes. am Kopf. 1734 bei Steinbach«plica polonica», d. h. polnischer Zopfs. Die Krankheit ist nämlich in Polen bes. heimisch. Wohlgebildetnach poln. Wwieszczyce(spr.*eεια) f.« Weichselzopf, von poln. wieszczyca f.«Nachtweib, gespenstische Zauberin». Den Nachtweibern aber schreibt der Volksglaube in Polen zu, daß sie Weichselzöpfe machen. Also nicht von dem Flußnamen Weich- sel. 1735 b. Günther 528 dafür Wichtelzopf, 2gs. mit Wichtel in Wichtelmäünnchen.

Weide, Pl.(n): der Baum salix. Mhd. wide, ahd. zwĩda f.; dazu Wiede(s. d.). Verw. mit gr. iréa f., oicun f.«Weide», apreuß. zwitwo«Wei- denbaum»y, poln. ꝛwit:wa f.«Korbweide» u. weiter mit lat. ultis f.«Weinrebe,-rankes», lit. Eilvitis m. Grauweidey, abg. vit? f.«Weidenstrick», aw. vaẽti- f.«Weide, W9eidengertes, npers. béd;

dazu mit Erweiterung durch Guttural ags.

geben; nachgebend Platz machen; sich zurück- f. cRings. Vgl. Idg. Forsch. 14,480. 4L. wei- den, adj.: von Weidenhol⸗, mhd. ahd. zofdin. Part. giwihhan, Imp. u¹h)«von der Stelle sich Weicdicht, n.(s), mhd. widah n. ahd. zw»dahi zurückbegeben, eine Richtung von einem Ort n., gebildet' mit Suffix-icht. Z VS mit weiden:

ziehen vor, zurückstehen vor. Mhd. zwchen, ahd. vı᷑han(pras. wihhu, Prät. weih, Pl. wihhum,

wiig« Weidey, engl. withy, lat. uiteæ f. Keusch- lammy, aind. vitik f.«Binde, Bandꝰ, slow. vifica