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Weibel 1224
tage, pl. Schmerz. Mundartl. weit verbreitet. Mhd. 6⁶tac,-tage m.
Wehe, f.(Pl.-n): zuhauf gewehter Schnee. Im 19. Jh. Fast nur in Schneewehe; 1691 bei Stieler dafür Schneewehung; 1741 bei Frisch Windabehe. Von weuen.
Wehen, pl.: Geburtsschmerzen. 1711 bei Rädlein Wehen pl.; 1678 bei Kramer Kindstehe, 1734 bei Steinbach Wehe f. Mhd. wéen, wéhen Kindswehen» von 2νοω, 6 m. f.«Schmerzy, ahd. eνo m.; dazu ags. νοσα m., εᷣα m. zu weh. ZUS. Wehmutter, f.Hebamme(1. Mos. 35, 17 u. ö.).
wehen, v.: in od. durch Luftströmung be- wegt werden; in Luftströmung sein. 1469 im voc. ex quo awehen, mhd. jen(Prät. wcute, ꝛwüte), ahd. jan, wän(schwach); dazu mndl. wäien, afrs. wiνα, ags. wνοαn, got. Waian(Prät. 20ν 6i, Part. waians). Verw. mit aind. vajati, väti«weht, blästy, awest. vditi«wehty, gr. däfnéci weht», abg. vejati cweheny. Dazu(als Part.) Wind(s. d.).
Wehl, n.(els, Pl.-e), Wehle, f.(Pl.-n): Bucht od. Teich an der Küste, durch große Flut gebildet. Bei Storm Ges. Schr. 19, 109 Wehle f., 1811 bei Campe als mundartl. Mnd. ⁰ m.
Wehmut, s. weh. Wehmutter, s. Wehen.
¹Wehr, f.(Pl.-en): wehrendes, schützendes Abhalten(in sich zur W. setzen u. in Gegen-, Notawehr); Schutzwaffe, Streitwaffe zur Ver- teidigung; Schutz-, Befestigungswerk zur Ver- teidigung(s. Brustzw.); Befestigung an der Landesgrenze(s. Landeo.); zur Verteidigung dienende Mannschaft(Land-, Feuerw.). Mhd. wer f., auch«Kriegsmannschaft», ahd. awarl, werꝰ; dazu and. skildiberi«Schilddach». Zurweh- ren. ZUS. Wehrgehenk, n., 1716 b. Ludwig Wehrgehäng, 1678 bei Kramer Wehrgehenck. wehrhaft, adj.: fähig sich zu wehren. Mhd. werhaft«bewaffnet, tapfery». Wehrlos, adj., mhd. ⁰rlôs. Wehrmann, m., 1691 b. Stieler, 1811 bei Campe als völlig veraltet. Viell. erst wieder aus Landhoehrmann gekürzt.
²2 Wehr, n.(Lels, Pl.-e): Querdamm, um dus fließende Wasser zu stauen. Spätmhd. awer(e)n. Wohl eins mit ¹1 WMehr.
wehren, v.: wahrend, schützend entgegen- sein u. abhalten;(refl.) sich verteidigen. Mhd. Wwer(e)n, auch wer(i)gen«schützen, verteidigem, ahd. warjan, werjan, werren; dazu asächs. we- rian, ndl. weren, afrs. wera, ags. erian, anord. verja, schwed. värja, dun. verge, got. warjan wehren». Verw. mit gr. Epucgoi«schützen, be- wahren»(vgl. Solmsen Untersuch. 245), lat.
operire«bedecken»(aus op-veri-), lit. Aꝛwerti cschließen⸗, aind. varätä m.«Schirmer» u. a. Vgl. Walde. Weitere Verwandtsch. mit wahren ist möglich. ZUS. Wehrstand, m., erst 1786 bei Adelung.
Weib, n.(-els, Pl.-er): weibliches Wesen; niedriges Frauenzimmer; Ehefrau(bei Luther u. aus der Bibelsprache u. dem Obd. im 18. Jh. wieder üblich geworden); einer Ehefrau ähn- lich angenommne(Kebsweib). Mhd. wip(Pl. Wwip, später wiber), ahd. aw¹h n.; dazu asächs.- afrs.-ags. νπ†, ndl. 2ν †n., engl. wife«Ehefrau⸗, anord. vif n.«weibliches Wesen, Chefrauo. Her- kunft völlig unaufgeklärt. Von Kluge wird aind. vépaté«regt sich, zitterto, vipras«erregt, begeistert» verglichen, weil die Germanen nach Tacitus sanctun, aliquid et providum in den Frauen verehrten. Kaum haltbar. Auch die Ver- bindung mit gr. oiqpetv«coire befriedigt nicht. Bezzenberger in KZ. 41, 282 erklärt es aus *wei(),(veik«Haus» u. po«schützen»). Es könnte auch zu lit. vakas m.«Kind'ꝰ, abg. delo- veéki«Mensch» gehören. Auffallend ist vor allem das neutrale Geschlecht. 4L. Weib- chen, n.(-s, Pl. wie Sg.): weibliches Tier. In
dieser Bed. jung u. nach Männchen geschaffen.
Md. wibechin n. neben mhd. a¹belin n.«Weib- lein». weiben, v.: ein Weib nehmen. Süd- westd. Mhd. WV-³„hen. weibisch, adj.: etwas, was der Frau zukommt, beim Mann; mhd. wibesch. Bei Luther 1. Petr. 3, 7«weiblich». weiblich, adj.: einer Frau geziemend; weib- lichen Geschlechts. Mhd. zνꝓlich, ahd. 2⁵5οlih; davon Weiblichkeit, f., im 18. Jh. Vgl. ZfdW. 6, 344. Weibsen, n.(-s, Pl. wie Sg.): Gesamtheit von Frauenzimmern, weibliche Per- son. Im 18. Jh.(bei Bürger). Entstanden aus Weibsnam, md. ³(e)snam weibliche Person, vgl. Mannsen. ZUS. 1. mit Weiber: Weiber- feind, m., weiberscheu, Weibervolk, n., alles erst neuere Bildungen. 2. mit Weibs: Weibsbild, n.(Pl.-er): Weib(in verächt- lichem Sinn). 1540 bei Alberus dict. C4 b weihs- bild, auch bei Luther(Gombert 4, 7), 1520 bei Diefenb.-Wülcker, mhd. albesbilde n. Vgl. Mannsbild. Weibsleute, pl., 1786 b. Adelung. Weibsmensch, n., 1691 bei Stieler noch in gutem Sinne. Weibsperson, f., nach Wei- gand im 16. Jh. Weibsstück, n., verächtlich. Im 17. Jh., vgl. Gombert 4, 7.
Weibel, m.(-s, Pl. wie Sg.): beihelfender Amtsbote; Stadtunterbeamter. Noch schweiz. (daher bei Schiller Tell 2, 2), els.-bayr. u. in Feldavebel. Mhd. weibel, ahd. weibil m.(nur bei


