Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1221-1222
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1221 Wedgwood

weh 1222

Frãulein weder schön, Goethe Faust 2607., u. ferner Iph. 996; 1, 261; Faust 5499, Ramler Ged. (1772) 196, Maler Müller Balladen 58, Voß Ilias 4,359. Alternhd. steht weder auch in der Bed. von salss nach einem Komp., z. B. 2. Mos. 16, 5, besser weder gold, Spr. Sal. 16,16; mehr befohlen, weder du kannst ausrichten Sir. 3, 25; diese Bed. wird noch im 18. Jh. von Ludwig, Steinbach, Frisch angeführt. Später gebraucht es Voß Ilias 23, 315. Noch obd. u. daher auch noch bei Mörike.

Wedgwood(spr. wedschawud), n.(*S): Art Steingut, nach dem Erfinder benannt. Aus dem Engl.

Weed, Weet, f.(Pl.-en): ummauerte Pfer- deschwemme. In der Wetterau, am Mittelrhein, bayr.-frk.-hess. 1711 bei Rädlein, 1642 b. Duez Wede«Tränke, Schwemme», 1540 bei Alberus dict. H 2 b Wed. 1561 bei Maaler Wette, bei Kei- sersberg Wetti, Pl. Wettinnen(Frisch 2, 445 b). 1314 in einer Magdeburger Urkunde(Höfer Urk. S. 102) weth. Wohl zu waten.

Weg, adv.: fort-hin; zum Verschwundensein forthin. Auch in vielen Zss. z. B. wegbringen, eilen,-fahren,-gehen, Sschaffen. Bei Luther schon weg, gekürzt aus glbd. mhd. enewec, eig. inaec«auf den Weg», noch wetterau. ezweck. Als 2. Glied von Zss. bed. eg«drauf loss, frisch- wεg, glattavég, vgl. auch durchavweg.

Weg, m.(-Lels, Pl.-e): Straße; Fortbewe- gung auf dieser; Art u. W9eise eines Verfahrens. Mhd. wec m., ahd. zweg; dazu asächs.-ndl. ags. eg m., afrs. wei, engl.*ν, anord. vegr, schwed. Wweg, dän. vei, got. wigs m. Zu Wagen u. beuwe- gen. Verw. mit lit.. f.«Wagen-, Schlitten- geleisey u. wohl auch trotz des erhobnen Wider- spruchs mit lat. via f. Weg»(aus*weha). ZUS. Wegebreit, n. m.: der breite Wegerich(s. d.). 1469 im voc. ex quo wegebreit«plantago⸗, mhd. wegebreit(e) f. m., ahd. wegebreita f.(Efd W. 2, 230); dazu and. weghréda f., ags. wegbrde f., engl. wagbre(a)d, entl. dän. veibred. Der Name, weil die an u. auf Wegen bes. häufige Pflanze breite Blätter hat. wegelagern, v. im Hinter- halt an einem Wege lauern zu Uberfall u. Raub. 1549 bei Diefenb.-Wülcker. Durch Einfluß von lagern umgestaltet aus älternhd. weglagen, mhd. wegelãgen, 2zgs. mit mhd. lãgen«auflauern, nach- stellen von mhd. läge, ahd. lãga f.«Liegen auf der Lauer, Nachstellung zu liegen; davon Wegelagerer, m. u. Wegelagerung, f., im 15. Jh. wegelägerunge. Wegerich, m.(-, Pl. -e): die Pflanze plantago. Mhd. wegeräch, ahd. wegarih m., 2gs. mit rih«Königo,s. reich. Wege- tritt, m.(-s, Pl.-e): die Pflanze polygonum

aviculare. 1540 bei Alberus dict. FF 2 5 20egtrit u. mhd. aegetrete f., ahd. wegetreta, wegetrat f., eig. Betreterin der Weges. Weg(e)warte, f. (Pl.-n), auch Wegwart, m.(-, Pl.-e): die Pflanze cichorium intybus. Mhd. wegewarte f., spätahd. weg0e)zwart(Zfd W. 3, 302). Der Name, weil die Pflanze gern am Wege steht, nach dem Volksglauben(1411 bei Vintler 7838) ist sie eine verwandelte Jungfrau, die auf ihren Geliebten mit Schmerzen wartet. wegmüde, adj.: müde von einer Reise. Mhd. wege-, wegmüede. weg- sam, adj.: gangbar, mhd. in Chron. d. dtsch. St. 5, 311 egsam. Wegscheide, f.(Pl.-n), auch Wegscheid, m.(-els, Pl.-e): Kreuzweg. Mhd. εᷣ-(e)scheide f., dazu and. wegeskéth n. Wegweiser, m.(-s, Pl. wie Sg.), mhd. wege- wiser m. Wegzehrung, f.: Zehrung auf dem Weg. 1664 bei Duez; 1561 bei Maaler awãg zeer. iwegen, v., nur noch in sich regen u. wegen u. in bewwegen. Eins mit zwägen u. wiegen. ²wegen, Präp. mit Gen.: in Veranlassung, aus Grund; in Hinsicht. Es wird Fürwörtern nachgestellt, s. des-, deinetevegen usw. Alter ist von wWegen, noch in von Rechts, von Amts wegen, bei Schiller Jungfr. 1, 11 von wegen des vergoß- nen Blutes u. volkstümlich. Mhd. von egen (von des riches wegen), eig. von mit dem Dat. Pl. von Weg. Wwegen allein steht z. B. 1605 b. Alber- tinus weibl. Lustg. 191b. Südd. auch mit Dativ u. daher bei Goethe 44, 93. 146. 248, Klinger Sturm u. Drang 5, 2, Schiller, Freytag. Vgl. Gombert 4, 6. weh, auch wehe(1711 bei Rädlein), Interj. des Schmerzes. Mit Dat. d. Person. Mhd.- ahd. 2⁰⁶6 dazu ags., engl.°e, anord. vei, got. ³i. Verw. mit lat. vae, ir., kymr. gabae, aw. vajo, aind. uus, vgl. Walde. Schon in alter Zeit auch adv., es tut mir weh, mhd. 2⁰⁶ν tuon, ebenso ahd.- ags. u. schon got. waidéedja m. Ubeltäter». Als Adj. ein weher Finger, zuerst bei Campe. Weh, öst. auch W9ehe, n.(*s): Schmerz. Mhd. 2⁰6, ahd.(selten) n.; dazu asächs. ε½ n. ZUS. Wehhlage, f.: Klage lauten Schmerzes. Bei Luther u. viell. schon mhd. wéklage. weh- klagen, v., bei Luther u. schon 1482 im voc. theut. wehleidig, adj.: empfindlich gegen Schmerz. Mundartl. in Norddtschld. Weh- mut, f.: sanft schmerzliche Empfindung. Frü- her auch M., vgl. Gombert 4, 6. Im 15. Jh. 206- muüete, wémuot«vecordias b. Diefenb. 608 b; davon wehmütig, adj., 1678 b. Kramer; b. Luther 3, 451b cürgerlich zornig», u. bei Diefenb. gl. 608 b wemutig. Wehstand, m., in der Verb. Ehe- stand, Wehstand, 1575 im Garg. 105. Weh- 77*