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stoff zu Wasser verbundne Element. 1781 von Priestley entdeckt. Wasserstube, f.: unter- irdischer Behälter zum Auseinanderlaufen od. Zusammenkommen von Wasserröhren. Mhd. wazzerstuhe f. Wassersucht, f.: Krankheit, die sich in Anschwellen von Körperteilen durch Wasseransammlung äußert. Mhd. aagzersuht, ahd. zarsuht f. Zgs. mit Sucht(s. d.); davon wassersüchtig, adj., mhd. ‿zersühtec, ahd. wagzirsuhtig. Wasseruhr, f.: durch Wasser getriebne Uhr. 1747 im math. Lex. Wasser- Wage, f.: Instrument zur Bestimmung der wagerechten Linie. 1716 bei Wolff. Nach lat. libra aquaria f. Wasserzeichen, n.: Fabrik- zeichen im Papier. 1811 bei Campe.
Wastel, n.(, Pl. wie Sg.): Art feinen Weiß- brotes. Bayr.; schweiz. F., els. Wästele. Mhd. wastel n., auch bastel. Daneben afrz. gastel m., frz. gãteau m., prov. gastal m.«Kuchenꝰ, die nach einigen entl. sind, nach andern die Quelle des deutschen Wortes darstellen.
Wastl, Mannesname, Kürzung von Seba- stian. Südd.
Wat, f.: Kleiderstoff, Kleid. Veraltet, aber von Uhland wieder aufgenommen. S. auch Lein- wand. Mhd. wät(Pl. weœte) f., ahd. wãt(Pl. wti) f.; dazu asächs. ⁰⁴ f., ndl. geuwaad, afrs. ·d(e) n., ags. 2εε⁴ f., aεο⁴e n., engl. wed, anord. vãd f. Zu einer Wz. lwedh«weben», lit. ãudmi«webes. Dazu wohl noch Wate(s. d.).
Wate, f.(Pl.-n): großes aus zwei Wänden u. einem Sack in der Mitte bestehendes Zugnetz. Mhd. wate, wade f.; dazu anord. vadr m.«Angel- schnury, norw.-schwed. vad, dän. vodd«Wate, Zugnetw. Verw. mit lett. wad u)s«großes Zug- netzꝰ, lit. vedéja f.«zweipersoniges Fischnetzy, abg. nevodu m. Netza. Entweder in Abl. zu Wat oder zu got. gawidan«verbinden», ahd. etan cbinden, anjochen».
waten, v. im Wasser od. in unfestem Boden (Sand) gehen. Bei Duez, Kramer, Maaler watten. Aber auch in nd. Form waden(b. Wieland 22, 73, Goethe 1, 146. Mhd. waten(stark), ahd. watan (Prät. wuot, Part. giwatan); dazu mnd.-ndl. awa- den, afrs. wada, ags. wadan, engl. wade, anord. vada, schwed. vada, dän. vade. Verw. mit lat. vãdere«gehen, schreiteny. Entl. ital. gaudare.
Waterkant, f.(Pl.-en), s. Wasserkante.
Watsche, f.(Pl.-n), auch Watschen, m. (‧, Pl. wie Sg.): Ohrfeige. Obd.-hess. Mhd. in örewbetzelinn. Dunkler Herkunft. Eig.«Schlags.
watscheln, v.: schwankend gehen wie die Enten. 1546 bei H. Sachs Fab. 90, 44 von der Kröte. Viell. zu aackeln(Btr. 14, 461)
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
Wätscher, auch Wätschger, nochschles.: Hängetasche. Veraltet. 1678 bei Kramer Wät- scher, 1618 bei Schönsleder Wätschger. Alter- nhd. Wetschger, Wetzeger. Dunkler Herkunft. S. Schmeller.
1 Watt, n.(J, Pl. wieSg.): elektrische Arbeits- einheit. 1882 auf Vorschlag von W. v. Siemens eingeführt. Der Name von dem Erfinder der Dampfmaschine James Watt.
²Watt(öst. nur so), n.(els, Pl.-e), Watte, f.(Pl.-n): Untiefe; seichte Stelle an der Küste; der bei der Ebbe bloßgelegte Meerboden. 1664 bei Duez watt od wadt ein furth. Aus dem Ndd., mnd. ⁰at n.; dazu ndl. 2vad, ags. œ³ n.«Wasser, See, der durchwatet werden kann»; anord. vad n., norw. wad«Furt⸗. Verw. mit lat. vadum n. Æurty u. zu waten. Entl. ital. guado m., frz. gue m. Furty.
Watte, f.(Pl.-n): leichter Filz aus Baum- wolle, Seide, Hanf, als Futter u. a. gebraucht. Erst 1715 b. Amaranthes. Aus ndl. watten u. dies aus frz. ouate. Auch engl. vad, schwed. vadd, dän. vat. Herkunft dunkel. Nach Zfd W. 10, 222 aus arab. bat n. Futters. 4BL. wattieren, v.
Wau, m.(JLels, Pl.-n): die Färberpflanze re- sedaluteola u. die Farbe daraus. 1786 b. Adelung mit der Nebenform Waud, bei Voß Waude Gilb- krauts(Virgils Idyllen[1830]1, 160). Entl. aus ndl. 2οBέσο älter aο³de; dazu mnd. 0lde, mengl. wolde, welde, engl. weld. Aus dem Germ. entl. ital. gualda, span. gualdo, frz. gaude. Herkunft dunkel. Viell. zu glbd. lat. lãtum n. Vgl. Walde.
waul Interj. das Bellen des Hundes nachzu- ahmen. Bei Goethe 39,140. 1561 b. Maaler auε Geschrei eines Unsinnigem. 4BL. wauen, v., 1477 elev. wRaen bellew-. Wauwau, m.(lels, Pl.-e u.-s): Hund(in der Kindersprache).
Webe, f.(Pl.-n): gewebtes Stück, Gewebe von einer bestimmten Länge. 1786 b. Adelung. Bei Luther 3. Mos. 8, 29 eine Art Opfer. Von weben, v.(Prät. webte, w0b, Konj. w⁶h5te, wöbe, Part. gewebt, Imp. webſe]): durch Ausspannen von Fäden u. Hin- u. Herüberwerfen andrer ein Gewebe herstellen; hin- u. herfahrend sich be- wegen(erst spärlich md., b. Luther auch chin- u. herschwingery, bei Goethe Faust 3399); wirk- sam tätig sein(leben u. weben). Mhd. weben(Präs. zibe, Prät. wap, wãben, Part. gereben)«weben, wirken, flechten, spinnen?, ahd. weban(Prät. Wwab, Pl. 2wãbum, Part. gitweban)«weben»; dazu mnd. weven«weben, flechten, knüpfen», ndl. we- ven, ags. wefan, engl. weave, anord. vefa, schwed. väfoa, dän. vãve«weben». Schon im Idg. in der Bed.«weben» spezialisiert; denn verw. mit gr.
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