Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1215-1216
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1215 Wase

Wasser 1216

energieloser Mensch. Bei Chamisso 5, 78(Hit- zig). Waschmaul, n. Schwätzer, Schwätzerin. 1664 bei Duez Waschemaul. Waschweib, n.: Schwätzer. 1790 b. J. G. Müller Siegfried v. L. 2, 265. Waschzettel, m.: gedruckte Begleit- reklame der Buchverleger. 1873 bekannt. Vgl. Ladendorf.

Wase, s. Base.

1 Wasen, m.(-s, Pl. wie Sg.): Rasen; Gras- fläche zum Abaziehen gefallnen Viehes. Mhd. Wwase, ahd.- and. waso m. Wohl eins mit Rasen, mit idg. Schwund des r, vgl. sprechen, engl. to spealc. 4 B L. Wasenmeister, m.: Abdecker, Schinder. Zu der 2. Bed. von W. 1664 bei Duez maitre des bas ceuvress, b. WickramRollenw. 51.

2 Wasen, m.(*J, Pl. wie Sg.): Faschine, Reisig- bündel zum Einpflöcken vor den Damm gegen die Wellen. Nordd. Mnd. 1se f.; dazu engl.- dial. Wase«Strohkranz, dän. vase«Reisigbün- del, Weg aus Faschinen über einen Sumpf,, dial. auch«Strohseil, schwed. vase«Faschine, Heu-, Strohgarbe, Laubbündel, nnorw. vase«Wisch, Laubbündely. Herkunft dunkel.

sWasen, m.(-s, Pl. wieSg.): feuchter Dunst. Ndrhein., aber auch nordd. Bei Fontane Wra- sen(s. d.). Ndl. was(s)em m.«Dunst, Dampfs, 1598 bei Kilian zwasen.

waser(Matth. 21, 23.24; Mark. 11, 28): was für. Veraltet, aber noch 1776 bei Hermes Soph. R. 5,7. Entstanden ausas der, was mhd. waz der würe(der ist Gen. Sg. Fem.). Bei Olinger 63 wird ein regelrechtes Pronomen waser, ase, wases aufgestellt. 4BL. waserlei(1. Mos. 9, 10; 3. Mos. 5,3): welcherlei. Dazu nd. waterlei. 1561 auch wesserlei(Zfd W. 9, 320).

wasfür, s. wer.

Wasgau, m.(-J): Gebirge im Elsaß. Mhd. wasgenaoald m., asgenstein m., lat. mons Vose- gus, Vogesus, woraus Vaugesische Gebirge(Hüb- ner 1709) u. neuerer Zeit Vogesen, frz. les Vosges. Es steckt wohl ein Volksname darin.

Wasser, n.(*8, Pl. wie Sg., Wässer in Mineral- wässer): die bekannte Flüssigkeit; ihrähnliches (gebranntes, kõlnisches Wasser); Harn; Fluß, Teich, See, Meer; der dem W. ähnliche Glanz beim Diamanten u. andern Edelsteinen. Mhd. ꝛwazzer n., ahd. ꝛwa3zar n.; dazu asächs. atar, ndl. engl. water n., afrs. water, weter m., ags. wqœter n., genau entsprechend gr. ũduοꝙ n. Da- neben ein a-Stamm in got. watõ, anord. vatn n., schwed. vatten, dän. vand. Verw. mit aind. νdäãn- Woge, Wasserꝰ, lat. unda f.«Woges, ir. usce, uisce«Wassery, lit. vanduõ m., apreuß. unds, lett. ãdens, abg. voda f., alb. ujo, arm. get. Eine

Ablautsform aud- in lit. ãudra f.«Fluty. RA. einem d. Wasser nicht reichen«nicht entfernt gleichkommen». 1678 b. Kramer. Urspr. wohl nicht wert sein einem d. W. 2. r. Von der mittel- alterlichen Sitte des Wasserreichens nach den Mahlzeiten. Vgl. Borchardt-Wustmann. Was- ser auf seine Mühle(Schiller Räub. 3, 2). Kein Wässerchen trüben, nach der Fabel vom Wolf und dem Lamm, Phädrus Fab. 1, 156. 4 B L. wässericht, wäßricht, wässerig, wäßrig, adj., mhd. ³⁴zereht, wagzerig. Wässern, v., in d. 1. H. d. 15. Jhs. wesseren. ZUS. Wasser- bau, m.: Bauen im Wasser. 1716 bei Ludwig. wasserdicht, adj.: für Wasser undurchdring- lich. 1786 bei Adelung. Wasserfall, m., im 15. Jh. wagzerval m. Wasserfarbe, f.: mit Wasser bereitete Farbe zur Aquarellmalerei. 1642 bei Duez. Wassergas, n.: besondre Art Leuchtgas. Im 19. Jh. Wasserglas, n.: glas- ähnliche flüssige Masse. Noch nicht b. Adelung. Wasserhose, f.: kegelförmig fortwirbelnde Wassersäule. In dem Register von E. Ch. Barche- wita ostindianischer Reisebeschreibung(Chem- nitz 1730) mit Beschreibung S. 388. Wasser- huhn, n. der Schwimmvogel fulica. Mhd. 1470 wasserhän«Entes, ahd. zwaarhaon«onocrotalus». Vgl. Suolahti 301. Wasserjungfer, f. Libelle. 1796 bei Nemnich. Wasserkante, f.: Küste. Neure Entlehnung ausnd. εterkant. Wasser- kopf, m.: durch Ansammlung von Wasser im Gehirn aufgetriebner Kopf. 1786 bei Adelung. Wasserkunst, f.: Vorrichtung, das Wasser zu heben. 1678 b. Kramer, 1568 b. Mathesius Sar. 134 b bergmänn., mnd. waterkunst f. Wasser- leitung, f., wohl nach lat. aquaeductus. Bei Diefenb. gl. 43, Voc. Schröer 1,7². Wasser- not, f.: Mangel an Wasser. Verschieden von Wassersnot, f.: Gefahr durch Wasser. 1691 pei Stieler Waßersnot, mhd. w³zernöt f.«Not auf dem Meere». Wasserpest, f.: Name einer wuchernden Wasserpflanze, elodea canadensis. Im 19.Jh. Wasserpolacken, pl.: Spottname für die polnischen Schlesier. Schon im 18. Jh. Vgl. Zfd W. 7, 14 f. u. Ladendorf. wasserrecht, adj.: wagerecht. Bei Goethe 20, 97. Eig. wasser- wagerecht. wasserscheu, adj.: Scheu vor dem Wasser habend. 1678 b. Kramer. Dazu Wasser- scheu, f., 1741 b. Frisch Wasserscheue. Was- serspiegel, m.: die Oberfläche des Wassers. 1786 b. Adelung. Wasserstein, m. Ausgußstein der Küche. 1540 bei Alberus dict. Zz aßer- steyn. Mhd. wazzerstein m. Kieseb). Wasser- stelze, s. Bachstelze. Wasserstiefel, m., im 15. Jh. Wasserstoff, m.: das mit dem Sauer-