Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1209-1210
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1209 Wams

Wanne 1210

ags. wamb f.«Bauch, Mutterleib, engl. omb Mutterleibs, anord. vömb f.«Bauch, schwed. vaͤmb, dän. vom, got. wamba f.«Bauch, Mutter- leiby. Nach Franck Et. WB. nasalierte Bildung zu der Wz. von wabhelig. Oder zu aind. vapã f. Eingeweidehaut», bret. gewamm«Frauꝰ(ver- ächtlich), akymr. gumbelauc«uterus», od. nach Bezz. 20, 238, Btr. 22, 192 zu air. gabhã-m. cvulvas, doch vgl. Btr. 23,237.

Wams,(öst. nur) n., selt. m.(-es, Pl. Wäm- ser): eng anliegende Bekleidung des Rumpfes. 1716 bei Ludwig u. 1678 bei Kramer WMammes, mhd. um 1200 wambeis, wambois, wambis n. ceine unter dem Panzer angezogne dicke Jacke». Aus afrz. wambais, gambais, prov. gambais. Ge- wöhnlich als Abl. von wamba(s. Damme) ange- sehen, doch ist dies nicht rom. Besser mit Baist (Verh. d. 49. Phil. Vers. 128) von byzant. ßaußo⸗ Baumwollen, wovon mlat. bombasium, bam- basium n.«gesteppte Bettdecke, der gesteppte Rock unter dem Panzers. 4L. wamsen, v.: prügeln. In den Ma. weit verbreitet. 1786 bei Adelung«im gemeinen Lebem. Eig. das Wams ausklopfen».

Wand, f.(Pl. Wände): feste Fläche als Sei- tendeckung. Mhd. want f.(Pl. wende), auch cSeite, z. B. eines Pferdess, ahd. zwant f.(Pl. wanti, wenti), um 1100 auch Seite»; dazu alt- ndfrk. nd f., ndl. and m. u. weiter got. wan- dus m., engl. 2nd, anord. vöndr m.«Ruten. Zu winden u. eig. die geflochtne Wando bedeutend, vgl. Idg. Forsch. 17, 139.

Wandel, m.(-s): Umkehr; Anderung, Ab- hilfe(W. schaffen); Artzu gehen; Lebensart, Auf- führung(Lebensz.); Gebrechen, Tadel(noch b. Luther 1. Mos. 6, 9, Ps. 19, 8); Verkehr(Handel u. W.). Mhd. wandel n. m.(auch«Schadener- satz»), ahd. wantal m. Es wird zu winden ge- stellt. 4B L. wandeln, v.: gehen; verwandeln (nur dichterisch). Mhd. wandeln cindern, gehen, leben, sich hin- u. herbewegen, von einem zum andern gehen,(beim Abendmahl) zu Christi Leib u. Blut machen, Ersatz leisten, ahd. an- talön«verändern, verwandeln, rollen»; dazu and. wandlon«verändern». Davon Wand(e)- Iung, f.(Pl.-en), mhd. andelunge f., ahd. wan- talunga f. ZUS. wandelbar, adj.: dem Wan- del unterworfen. Mhd. wandelbœre. Wandel- stern, m., 1786 bei Adelung als neue Verdeut- schung von Hanet.

wandern, v.: hin- u. hergehen, von einem Ortzumandern gehen;(wetterau.)spuken. Mhd. wandern gehens; dazu ags. wandrian cumher- schweifen. Nebenform zu wandeln. 4BL.

Wandſe)rer, m.(-e, Pl. wie Sg.), bei Luther Hiob 31, 32. Wanderschaft, f., bei H. Sachs Fab. 238, 2. Wand(e)rung, f., mhd.(md.) wanderunge f., auch«Lebenswandel». ZUS. Wanderratte, f.: mus decumanus. Erst im 18. Jh. in Europa eingewandert. 1796 bei Nem- nich Wanderratze f. Wandersmann, m., b. Opitz 1, 268.

Wange, f.(Pl.-n): Backe; Seitenteile eines Geräts. Fast nur poetisch. Mhd. wange n., selt. f., ahd.-asächs. α᷑̃,½a n.(das Ntr. noch bayr. u. im 17. Jh., vgl. Gombert 4, 4); dazu ags. wangen., anord. vangi m.«Backe»(entl. dän. vange), got. nur in Dat. aggarja«Kopfkissen». Entl. ital. guancia f. Herkunft unsicher. Meist zu got. waggs m.«Paradies», asächs. wangm.«Aues, ags. wong m.«Aue, Gefilds, anord. vangr m., deutsch noch in Ortsnamen doang, wangen, gestellt. Wohl daraus entl. apreuß. angus«schlecht be- standner Eichwalds. Vgl. noch Btr. 19, 522, Bezz. Btr. 28, 157; 29, 41.

Wank, m., fast nur noch in ohne Wank coohne Wankem. Mhd. wancm.«Bewegung nach vorn, Unstätigkeit, Untreue, Zweifeb, auch schon häu- fig ãne, sunder wanc, ahd. wanc m.(äno ano). Abstraktum zu winken. 4L. wankel, adj.: unbeständig, veränderlich(Hebr. 6, 12). Mhd. zwankel, ahd. wanchal; dazu asächs. wancal, ags. wancol«schwankend, unbeständig, veränder- lich». Veraltet, aber noch in den Zss. Wankel- mut, m., mhd. wankelmuot m. sittlich unfester Sinn» und wankelmütig, adj., mhd. wankel- mietic, wankelmiete,-muot. wanken, v.: sich hin- u. herbewegen, unfest sein. Mhd. wanken, ahd. wankön; dazu and. wankon, ndl. wanken (entl. dän. vanke, schwed. vankca), anord. vaka «umhertreiben.

wann, adv. und Konj. der Zeit: zu welcher Zeit; zu irgendwelcher Zeit(dann u. 2⁰.). Mhd. wanne, wenne, ahd.(h)wanne,(h)wenne; dazu asächs. hoan, ags. hwonne, got. wan«wann?. Von dem Stamm des Pronomens wer, wie air. can, kymr. pan«wann», lat. quando«wann, lit. kada, aind. Kadã«wanm. Erst um die Mitte des 18. Jhs. von wenn(s. d.) geschieden. ZUS. wann- éher, adv.: wann? Gewöhnlicher Ausdruck in nordd. Ma. 1482 im voc. theut. mm 8 b wannére «irgendeinmalꝰ, ndl. Waneer.

Wanne, f.(Pl.-n): Gerät zum reinigenden Schwingen(Getreiderv.); länglich-rundes Gefäß zum Waschen, Baden(Badezw.). Mhd. ann(e) f., auch«langrundes Metallgefäß zum Backenꝰ, ahd. wanna f.«Getreide-, Futterschwinge». Wohlentl. aus glbd. lat. vannas m.; Urverwandt-