Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1207-1208
Einzelbild herunterladen

1207 Walrat

Wamme 1208

Urspr. war die Nacht wohl ein heidnisches Frühlingsfest, bei dem bes. heilige Feuer ange- zundet wur den(noch 1837 verboten). Die Ver- bindung mit der heiligen aus Englandstammen- den Walpargis(im 8. Jh. Abtissin zu Heiden- heim) ist zufällig dadurch entstanden, daß der 1. Mai als Gedächtnistag der Erhebung ihrer Gebeine u. deren Überführung nach Eichstädt hochgefeiert wurde.

Walrat,(-Lels),(öst. nur) m. n.: ölige, helle Masse im Kopf u. andern Teilen d. Pottfisches. Im 15. Jh. 2⁰ʃ-, Walrat, wolart aus mnd. walrat, -rod, wolrad. Eine Umbildung des dän. hvalrav Fettstoff im Leibe des Pottfisches»(zu anord. rafr«xambra»). Eine ältere Umbildung ist Wal- ram. Man hielt ihn früher für den Samen des Walfisches, daher lat. Sperma ceti.

Walroß, s. Wal.

Walstatt, f.(Pl.-stätten): Schlachtfeld, Kampfplatz, Richtstätte. 1716 bei Ludwig Vallstatt, Stätte f. Mhd.(im 12. Jh.) walstat f., 288. mit al, mhd. 2⁰α⁴ ε) f., ahd. awal f. Nie- derlage, asichs. waldãd f. ctodbringende Tat, Mord,, ags. 2αᷣ* n. die Erschlagnen, ein Toter, Gemetzel», anord. valr«die Erschlagnen auf dem Schlachtfeld». Vgl. Walhalla, Walküre. Nicht zu wählen, sondern zu ahd. 20 ι⁷ αᷣ˖Nieder- lagey, mhd. ³αο m.«Niederlage, Verderbenꝰ, ags. 2001 m. Weitere Verwandtschaft ist un- sicher. Nach Idg. Forsch. 9, 360 zu tschech. väleti«bekriegen⸗, apreuß. ülint«kämpfen⸗. Oder zu klruss. valjava f.«die Gefallnen auf dem Schlachtfeld oder zu lat. vallessit perierito (. Walde). Kaum zu lat. volnus n. Wunde» od. gr. 6XEOoOc m. Verderbens. Vgl. noch Btr. 16, 511, Idg. Forsch. 18, 251.

walten, v. Macht über etw. haben, regieren; sich sorgend annehmen. Mhd. walten(Prät. zielt, Part. gerwalten, md. auch schon schwach), ahd. wWaltan(Präs. waltu, weltis, Pl. waltanés, Prãt. wialt, Part. giwaltan); dazu asuchs. waldan, afrs. Walda, ags. wealdan, engl. Wield, anord. valdla, schwed. vlla, dän. volde«verursachen», got. waldan«Macht haben». Der Dental ist ab- leitend. Verw. mit lat. valére«bei Kräften, stark sein», ir. flaith«Herrschaft»,(viell. entl.) lit. valditi«walten, lenken, regieren», abg. Vladqa cherrsche». 43 L. 1 Walter, m., im 18. Jh. wieder neu auftretend, mhd. waltœære m.«Herr- scher, Fürsorgery. Sonst in Sachwalter.

² Walter, bayr. nur so, Walther, Mannes- name. Mhd. Walther, ahd. Walthari,-heri; dazu ags. Wealdhere, anord. Valdhar, zgs. aus walt (zu walten) u. hari«Herr.

Waltrappe, f.(Pl.-n): lange Satteldecke, Schabracke. Bei Goethe 26, 299 Waldrappe. Schon im 16. Jh.(bei Schmeller* 2, 910) baltrap- pen. Aus glbd. ital. gualdrappa f., unsichrer Herkunft.

Walze, f.: langer gradliniger runder Kör- per, der sich um seine Achse dreht. Spätmhd. walze f., ahd. walza f.«Schlinge,(auch noch mhd.) Erwägung»; dazu mnd. walte f., ags. ualiœ f.«Walzen. Zu walzen. Die RA. auf der Walæe sein gehört der Kundensprache an u. hat sich von walzen«schlendern, müßig gehen⸗ neu entwickelt.

walzen, v.: sich drehen, rollen; Walzer tan- zen(Ende d. 18. Jhs. aus Obdtschld. vorgedrun- gen); auf der Wanderschaft sein(aus der Kun- densprache, mundartl.«schlendern?); mit der Walze bearbeiten(erst junge Abl. von Walze). Mhd. alzen(Prät. wielz, Part. gewalzen) in 1. Bed., ahd.(seit 1100) walzan, daneben walzön; dazu anord.(mit anderm Vokal) velta(Prat. valt)«sich wälzen», got. nur waltjan«sich waäl- zem. Wurzelverw. mit wälgern, walm u. Welle. RA. Walzende Grundstückhe sind solche, die von dem Gut getrennt veräußert werden können. Alter Rechtsausdruck, in dem walzen«veränder- lich sein bed., wie noch im 16. Jh. ZUS. Walz- werk, n. Bei Adelung.

wälzen, v. umdrehend hin- u. herbewegen, rollen. Mhd. elzen, ahd. awalzen, welzen(Prät. walzta); dazu ags. wieltan, anord. welta, got. us- Waltjan. Das Wort sieht aus, wie eine Kausativ- bildung zu walzen, doch ist dies wohl erst eine Rückbildung. Bis ins 18. Jh. gehen walzen u. wälzen nicht selt. durcheinander. 4B L. Wäl- zer, m.: dickes Buch. Bei Adelung. Vgl. Zfd W. 11, 269.

Walzer, m.(-s, Pl. wie Sg.): Drehtanz im ¾ Takt, auch deutscher Tanz, in den letzten

Jahrzehnten des 18. Jhs. aufkommend und von

Oberdtschld. vorgedrungen. 1781 bei Schiller 1, 346 u. 1784 bei Pfeffel poet. Vers.(1789) 2, 28. Entl. frz. valse, engl. waltz, schwed.-dän. vals. Zu walzen«sich drebeny.

Wamme, öst.-bayr. auch Wampe, f.(Pl. -n): Bauch, Mutterleib, tierischer Bauch u. ein- zelne Teile davon, Eingeweide, die vom Halse des Rindes herabhängende Hautfalte u. a. Mhd. wambe, wamme, wampe f.«Leib, Mutterleib, Eingeweide», ahd. wamba, wampa, wamma, auch womba, unba f.«Leib, uterus, vulvay; dazu andfrk. awansba«Mutterleib», mnd. wamme f. Bauch, Eingeweide, beim Rind herabhängende

Hautfalte, ndl. wam, afrs. amme f.«Bauchy,