Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1205-1206
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1205 Walküre

Walpurga 1206

Walkmühle. Spätmhd. walx(e) f. Von wal- ken, v.: in kreisförmiger Bewegung schlagend, stampfend bearbeiten(von Wollenstoffen); durchprügeln(schon mhd.). Mhd. walken (Präs. walke, Prät. wielc, Part. gewalken), ahd. walchan; dazu mnd.-ndl. walken, ags. wealcan wälzen, sich wälzen», engl. Walxægeheny, anord. walka«wälzen, hin- u. herbewegen, beschwerem; verw. mit aind. välgati«bewegt sich heftig, hüpft, springty, ir. leblaing«sprangy. Aus dem Deutschen entl. ital. gualcare, frz. gaucheræ«dureh Stampfen bearbeiten). 4BL. Walker, m., früher auch Welker(noch als Eigenname), ahd. walkari, walchare, ags. wealcere m. ZUS. Walkmühle, f., mhd. allcmul(e) f.

Walküre, f.(Pl.-n): Schlachtjungfrau, die nach der Edda von Odin entsendet wird, um die gefallenen Helden nach Walhalla zu geleiten. Im 18. Jh. entl. aus anord. valkyr)ja f., zgs. mit wal, s. Walstatt u.-kyria, das zu Kiesen«wäh- len gehört.

1 Wall, m.(-Lels, Pl. Wälle): Erdaufschüttung vor einer Festung; Küste(seemänn., 1691 bei Stieler aus dem Ndd., auch ndl.). Mhd. al n. m. (das Ntr. noch bei Stieler)«Wall, Ringmauer», spätahd. erdewal(Ahd. Gl. 3, 381, 8); dazu alt- sächs. 3l m., afrs. wal, ags. weall m.«Wand, Mauer». Wohl entl. aus lat. vallum n.«Wally.

²Wall, m.(Lels, Pl. wie Sg.): 80 Stück, bes. im Fischhandel. In Norddtschld. 1630 nd. wall, entl. aus glbd. schwed. val, gleich anord. völr, afrs. walu, got. walus m.«Stock»,(s. Wurzel), eig. «soviel Fische als auf einen Stock gehen».

Wallach, m.(-ſels,-en, Pl.-e u.[öst. nur] -en): verschnittnes männliches Pferd. Im 16. Jh. (1522) wallach. Eins mit dem Volksnamen Walache(s. welsch). Verschnittne Hengste lernte das mittlere u. westliche Europa zunächst aus der Wallachei, aus Ungarn(daher frz. hongre m.) u. Rußland(s. Reuß) kennen. 4L. Wal- lachen, v. ein Pferdkastrieren. 1678 b. Kramer. 1wallen, v.: bewegt fließen; wellenartig sie- den, aufkochen; innerlich erregt sein. Bei Lu- ther wallen schwach, mhd. allen(Prät. zw¹el, Part. gewallen), ahd. wallan; dazu asächs. allan «sprudeln, fließen, lodern, innerlich bewegt sein», afrs. walla kochen», ags. eallan, aus noalnan. Weiter gehören dazu got. walan æsie- den, ahd. walm m.«Hitzes, ags.*lm m.«Wal- lung des Wassers u. Feuerso, anord. vella«spru- deln, kocher, schwed. välla, dän. välde. Verw. mit alb. vala«sieden? u. den unter Welle ange- geführten Worten. 4BL. Wallung, f.(Pl. -en): das Wallen; körperliche u. geistige Er-

regung(seit dem 18. Jh.). Spätmhd. im voc. opt. 46, 87 gruntwallung«estuss.

²wallen, v.: in die Ferne gehen, bes. in from- mer Andacht. Mhd. wallen«wallfahrten), ahd. wallon«wandeln, herumstreifen»; dazu mnd.- mndl. wallen«umherziehen», ags. weallian«wan- dern, als Pilger gehen». Entl. anord. vallari Bettler, schwed. valla«weiden». Nach Idg. Forsch. 4, 337 mit aus dl zu ahd. αͥalön um- herstreifen», wadal«arm, mhd. enzwadele varn umherziehen», vgl. Wedel. 48L. Waller, m.: Pilger, Wanderer. Mhd. wallœre m. ZUS. wallfahren, v., eig. wallen fahren, bei Luther, Schiller M. St. 1, 6, wovon Wallfahrer, m., 1691 bei Stieler. Wallfahrt, f.(Pl.-en), mhd. um 1300 wallevart f., davon wallfahrten, v., im 16. Jh.

Walli, Wally, Koseform für Walter.

Wallöne, m.(Pl.-n): Angehöriger eines romanischen Volksstammes in Belgien u. Nord- frankreich. Abl. von Wale, s. welsch.

Wallung, s. ¹allen.

Wallwurz, f.: die Pflanze symphytum offi- cinale. Mhd. awal()wurz. Eig.«Waldwurzel».

¹ Walm, m.(-els, Pl.-e): das Wallen des Wassers. Nur noch mundartl., z. B. els. Mhd. walm m.«Wallen, Siedens, ahd. walm m. Hitze des Sommers, Wallung der Seeles; dazu ndl. walm m., ags. Wlm, wielm, wo-lm m.«Wallung. Wurzelverw. mit 1ο2llen u. Welle; mit Ablaut dazu aind. rmis m.«Wogen, awest. varomis.

²Walm, m.(-Lels, Pl.-e): schräg zurück- tretender Dachgiebel. In obd. md. nd. Ma. Alter walbe(n), mhd. walbe m.,(daneben mit Ablaut Wwolbe, walbe), ahd. walbom.«Hohlziegel»(Ahd. Gl. 2, 371, 31). Zu wölben. ZUS. Walmdach, n.: Dach mit Walm. Im 18. Jh.

Walnuß, f.(Pl.-nüsse): welsche Nuß, jug- lans regia, im Gegensatz zur einheimischen Haselnuß. Erst 1716 b. Ludwig, aus dem Ndd. vorgedrungen, denn schon mnd. alnat,-not f.; dazu 1477 clev. walnot, ags. wealhnutu f., engl. walnut, anord. valhnot f., schwed. valnõt, dän. valnõd. Zgs. mit walh, s. welsch.

Walplatz, m.(es, Pl.-plätze), NNachbildung von Walstatt(s. d.), vereinzelt im 16. Jh. als F., häufiger erst von der Mitte d. 18. Jhs. an.

Walpuürga, weibl. Name, so öst. neben Wal- pürgis. Latinisierte Form von ahd. Walpurg, Jhurg aus Waltpurc(zgs. aus walten u. burg). ZIUS. Walpúrgisnacht, f.(Goethe 14, 195): die Nacht vom 30. 4. zum 1. 5., in der nach dem Volksglauben die Hexen auf den Blocksberg reiten. Vgl. Grimm Myth ¹. 2, 878 f., 3, 307 f.

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