120 sI wai
Walke 1204
wai, waih, interj.: wehe, bes. jüdisch. Aus mhd. oOueo? entstanden.
Waid, m.(-els): die Färbepflanze isatis tinctoria. Früher viel angebaut. Mhd.-ahd. weit m.; dazu mnd. vet, wede, ndl. weede f., ags. w⁴d n., engl. ⁰G‿⁴. Entl. dän.-Schwed. vede, vejde, russ. vada f., ital. guado m., afrz. quaide. Verw. mit glbd. lat. vitrum. Daneben got.*iaedila (ZfdW. 8, 114), mlat. guesdium, ufrz. guède, mlat. 2νοπαηι ε⁴ο, gaisdo, waisda, wozu auch wohl gr. icäric, deren Verhältnis zu Waid unklar ist.
Waidmann usw., frühere Schreibung für Weidmann(s. d.).
Waise, f.(Pl.-n): elternloses Kind, auch vater-(Schiller Tell 4, 3) od. mutterloses. Im 18. Jh. M. u. F., im 16. u. 17. Jh. M. Bei Luther waise m. nach obd. Schreibung. Mhd. weise, ahd. weiso m.; dazu andfrk. aweiso, mnd. wese, ndl. wees, afrs. wesa. Zu ahd. urꝛwis«vertrieben, entartet», ahd. wısan«meiden» u. weiter zu lat. dividere«teilen, trennen, einem Stamm, zu dem auch Witzwe gehört. Doch ist die Bildungs- weise merkwürdig. ZUS. Waisenhaus, n., 1557 bei Dasypodius 164 d eysenhausz. Wai- senknabe, m., 1716 b. Ludwig. In neuer Zeit bezeichnet es etwas ganz Unbedeutendesy, der reine Waisennabe gegen ihn.
Wake, f.(Pl.-n): Offnung in der Eisdecke. Aus dem Nâd. b. E. M. Arndt, 1663 b. Schottel. Mnd. wake, ndl. wax n., anord. vök, schwed. vak, dän. vaage. Wohl zu anord. vökr«feucht», ndl.
wak u. weiter zu gr. u!ντεο feucht, fließenda, lat. vidas«feucht, naß. Anders Franck Et. WB.
Wal, m.(-els, Pl.-e): Walfisch, balaena mysticetus. Erst im 19. Jh. aus den Zss. wieder zurückgebildet. Mhd. al, wall)e, ahd. wal; dazu ags. Rewœl(auch«Walroß»), engl. achale, anord. hvalr m., schwed.-dän. hual. Dazu noch Wels. Verw. ist apreuß. kalis«Wels», u. viell.
lat. squalus m. cein größerer Meerfisch» od. gr. cXaivaf. Vgl. Walde u. Osthoff Parerga 1, 324. ZUS. Walfisch, m., die jetzt übliche Bezeich-
nung des Wals. Mhd. awalvisch, ahd. einmal walvisc. Walroß, n.(sses, Pl.-Sse): das rob- benähnliche Seetier trichechus rosmarus. Aus ndl. walros, walrus, umgestellt aus*roszwal, ags.
horshocœl, u. dies aus einer Vermischung von
anord. Nrosshvalr«eine Art Walfisch» u. rosm- nwalr«Walroßy(zu ahd. rosamo«Röte?). Das Walroß ist also nach der rötlichen Farbe be- nannt. Vgl. Falk-Torp u. hvalros. Waläche, m., s. welsch. Wald, m.(-Lels, Pl. Wälder): dichtstehende
Bäume aufeiner größern Fläche. Mhd.walt, ahd.
asächs. wald m.; dazu mnd. 2d m., ndl. 200⁴ n., afrs. wald, ags. weald m., engl. wold, zweald, anord. vollr m.«Erdboden, Grund, unbebautes Feld, schwed. vall«Weidey. Got. walpus m. fehlt. Entl. afrz. gualt, prov. gaut«Buschholzn. Noch nicht sicher erklärt. Vgl. DW. 13, 1072. Das KEZ. 42, 214 verglichene gr. Adcioc«dicht be- haart, rauh, zottigyführt mitseinen Verwandten auf einen ganz andern Begriffskern. Am ehesten doch noch zu aind. vãtas m., vã⁵ f.«Einzäunung, eingehegter Platz, Garten» oder zu wild. Der Pl. lautet mhd. z¹lde, welde, noch bis ins 17. Jh. Walde, aber gew. Welde(bei Luther u. bis ins 17. Jh.). Wälder begegnet seit dem 15. Jh. u. hat im 18. Jh. völliggesiegt. 4BL. Wäldchen, n., zuerst 1532, in der Literatur aber erst im 18. Jh. häufiger. waldig, adj., um 1500 im voc. inc. teut. C2a waldig, daneben auch waldicht. Waldung, f.(Pl.-en), nicht vor dem 17. Jh. ZUS. Waldesel, m.: wilder Esel. Für lat. onager bei Diefenbach gl. 396; mundartl.«gro- ber Mensch». Waldfrevel, m.: Beschädigung des Waldes, auch übertr.(bes. bei J. Paul). Waldheinze, f.(Pl.-/), s. Heinz. Wald- horn, n.:(urspr.) Jagdhorn, mhd. waldhorn. Waldmeister, m.: die Pflanze asperula odo- rata. Zuerst im 15. Jh. als Zusatz zu Bier nd. woltmester, dann aber als Heilkraut ver- wendet, als Zusatz zu Bowle erst im 19. Jh. Waldmensch, m.: im Walde lebender wilder Mensch(im 18. Jh.); der Orang-Utan(1838 bei Oken 7, 1828). Waldrauch, m.: der wilde Weihrauch, thus vulgare, 1687 bei Hohberg 1,259 a. Der Name, weil er zum Räuchern dient. Waldteufel, m.: Satyr, Faun(Goethe 16, 75, wohl im 16. Jh. als Verdeutschung der fremden Ausdrücke aufgekommen); Kinderspielzeug. Waldemar, Mannesname, ahd. Waldomär, zgs. aus zwalten u. ahd. märi«berühmt». Auch Waldrappe, s. Waltrappe.[Woldemar. Wale, m.(-n, Pl.-/): Welscher. S. elsch. Walfisch, s. Wal. wälgern, v.: glatt rollen, bes. den Teig. In md. Ma. Md. walgern, welgern, von mhd. wal- gen, ahd. wal(a)gön«wälzen?, wurzelverw. mit Welle, wälzen, entspr. gr. AiE gewunden). Walhälla, f., nach der nordischen Mytho- logie der Aufenthalt der im Kampf gefallenen, von den Walküren zu Odin gebrachten Helden. 1750 durch Schütze in Aufnahme gekommen aus anord. Valhõll f.(2gs. aus anord. valr m. die Er- schlagnenaufdem Schlachtfeldu. höll f. ⸗Halley), jetzt vielfach auch Walhall nach R. Wagner. Walke, f.(Pl.-n): Arbeit des Walkens;


