1197 Wage
Waggon 1198
locken,, lett. wãbit«vor Gericht fordern» oder zu lat. vägére ewimmern, quäken)ꝰ.
Wage, f.(Pl. n): Gerät zur Erforschung des Gewichts; Gleichgewicht(im 16. Jh. gleiche wage halten, im 17. Jh. einem die Wage halten gewachsen seins); ein städtisches Haus, in dem sich die öffentliche Wage(Ratsewage) befindet (1691 bei Stieler); das an der Deichsel ange- brachte bewegliche Holz(im 15. Jh., b. Goethe Herm. u. Dor. 5, 140). Mhd. wäge, ahd. wäga f.; dazu andfrk. wãga, ndl. waag, ags. ⁶⁶κm| e), engl. weigh, anord. f. vãg, norw. vãg, schwed. uaͤg, entl. dän. vog. Urspr. wohl«Hebel⸗, wie noch norw. vãg u. wie lat. vectis«Hebel, Hebebaumꝰ, gr. XXebC zu der Wa., die in bezwegen, wägen(s. d.) steckt. ZUS. wagerecht, öst. auch wag- recht, adj.: horizontal, eig. gerade(recht) wie die Wage stehend. 1556 bei Frisius nomenclator 148 b waagrecht cgerad-, rechtwinklig, ortho- gonalis». Wagschale, f., hochd. erst seit dem 15. Jh. aus dem Ndd. vorgedrungen, 1477 clev. waighscail, and. wascale(Ahd. Gl. 3, 717), ndl. weegschaal, ags. wGνς⁹scealu f., anord. vãgarskãl, schwed. vgskl, dän. vœgtskaal.
2Wage, f.: Wagnis, bei Goethe 1, 194. Aus mhd. wäge f. im 18. Jh. wieder aufgenommen. Aus¹ Wage entwickelt.
Wag(e)hals, usw., s. wagen.
Wagen, m.(-, Pl. wie Sg. u. Wägen): 4 räd- riges Fahrzeug; jetzt auch zweirädrig; das Sternbild d. großen Bären(germ.). Mhd. wagen, md. auch wain, wäãn, ahd. wagan m.; dazu and. reidiwagon m., mnd.-ndl."agen, afrs. wain, wein, ags. œgn, engl. aain, anord.-schwed. vagn m., dän. vogn. Entsprecb. aind. vãhanas fahrend, wozu noch lat. vehes f.«Fuhre», gr. öxoc n.«Wagen», lit. veætmas m.«Wagen», s. wägen. Der Pl. lautet ahd. wagana, also nhd. richtig Wagen, aber daneben schon im 12. Jh. wegene, woher(bes. obd.) Wägen, was Adelung für weniger gut erklärte. 4B L. Wägelchen, n.: kleiner Wagen. 1711 b. Rädlein. Md. mit doppeltem Diminutivsuffix gebildet. Das ältere Wägelein, n.(mhd. wägenlön, awägellin) ist jetzt obd. Wagner, m.(-, Pl. wie Sg.): Stell- macher. Mhd. wagener m.«Wagenmacher, Fuhr- manno, ahd. waginari ccarpentarius»; dazu and. waganeri ccarpentariuss, mnd. wegener(e)«Wa- genmacher», mndl aghenareauch«Fuhrmanvy, ndl. wagenaar«Stellmacher», ags. œgnere m. uhrmanw. ZUS. Wagenburg, f.: eine aus zusammengefahrnen Wagen gebild. Verschan- zung im Kriege. Zur Zeit der Hussitenkriege kam die Sache bei den Hussiten wieder auf.
wagen, v.: aufs Spiel setzen, auf gut Glück unternehmen. Mhd.(im 12. Jh.) wägen caufs Spielsetzen», ein Wort der mhd. Dichtersprache, ausgegangen von ² Wage. 4BL. Wagnis, n (-nisses, Pl.-nisse): kühne Unternehmung. Im 16. Jh., dann aber veraltend u. erst um 1800 wieder aufgenommen, seit 1803 bei Goethe (16, 281 auch F.). Urspr. ein obd. Kanzleiwort. ZUS. Wag(e)hals, m.(-ses, Pl.-hälse): leicht- sinnig sich in Gefahr Begebender. Eig. impera- tivische Verbindung acage den hals(Leben). Im 15. Jh. Bei H. Sachs Fastn. 72, 93 wwagenhals, b. Luther 7, 90 b Jen. der Pl. zwoghelse. Davon wagſ(e)halsig, adj., spät im 18. Jh. Wage- mut, m., 1811 bei Campe als neu, von Bürger Ilias 6, 519 gebraucht. Wag(e)stück, n., bei Fischart glückh. Schiff 173.
wägen, v.(Präs. wägst, Prät.[bayr. nur] wogst u. wägtest, Konj. wögest, wägle]ltest, Part. gewogen, gerwägt, Imp. wägle]): wiegen(s. d.). Das Präs. wäãgen nur noch in obd. Ma. u. sprich- wörtlich erst wgen, dann wagen. Mhd. tr. u. intr. wegen(Präs. wige, Pl. wegen, Prät. wac, Pl. wägen, daneben wuοc, Part. geꝛoegen), ahd. awe- gan, auch«bewegens; dazu ags. wegan«(sich) bewegen, Gewicht haben», anord. vega cin die Höhe heben, von der Stelle bringen, Gewicht hebens, got. gatwigan cbewegens. Verw. mit lat. veherecführen, fahren, tragen, bringen», gr. pam- phylisch fexéru«soll bringen», ôxéouor cfahre, reites, kymr. am-aain cherumführen, lit. veæi, abg. vesti«fahren, aind. vähati«führt, fährt, ziehty, aw. vazaiti«führt, zieht, fliegty. Die Grundbed. des Germ. ist wohl«in die Höhe he- ben», dann«prüfen, vgl. erzwägen. Die Schrei- bung mit ä(schon bei Maaler und Dasypodius) wurde durch Verbindung mit Wage gestützt u. gefördert. Aus dem Sg. mhd. wige entwickelte sich die Form wiegen(s. d.). Das Prät. mhd. wãgen wurde lautlich zu wogen, vgl. Woge, wäh- rend das Prät. uoο noch im 17. Jh. als wag vor- kommt. Die schwache Flexion 1691 bei Stieler im Konj. Prät. wägte und im Part. gewwägt.
wäger, adv.: fürwahr, wahrlich, gewißlich. Noch alem. Mhd. wœger, mnd. weger. Eig. der Komp. von veraltet. ⁴⁹ e)«das Übergewicht habend, vorteilhaft, guto, mhd. wœge, ahd. nur in unwage«frei von jedem Gewichts; dazu anord. vgr«das Gleichgewicht habend». Zu wägen. Danebensteht ein weiger«tüchtig, statt- lich» in mhd. unweiger cnicht sehr, ahd. weigar «tollkühny, s. wWeigern.
Waggon(spr.-9o), m.(s, Pl.[bayr. nur] ,[öst.]-e): Eisenbahnwagen; mit dem Eisen-


