1195 wackeln
Waffel 1196
(s. d.). Anders Btr. 22, 197. Meist in Zss. Graa- wacke f. Vgl. auch Wackerstein.
wackeln, v.: kurz hin u. her schwanken. Schon bei Luther Jes. 41, 7., md. im 14. Jh. wackeln; dazu mnd. ας()elen, mndl.-ndl. ag- gelen, engl. waggle,(entl.) dn. valle, schwed. vackla, daneben vagla. Abg. von glbd. wacken (noch in obd. Ma.), 1482 im voc. theut. nn 1² wagken«schwanken», das Intensivbildung zu
(be)wegen ist. 4BL. wackſ(e)lig, adj., erst 1691 b. Stieler gebucht, aber Anfang d. 16. Jhs.
bei J. v. Schwartzenberg zwacklet, 1538 b. Schai- denreißer Parad. 97 b agklich.
wacker, adj.: wach(noch mundartl.); leb- haft u. mit Kraft rührig gesinnt, tapfer, tüchtig; kernhaftgesinnt(Ended. 17. Jhs.). Mhd. wacker, wacher, ahd. wakar, wachar«wach, wachsam, munter, frischy; dazu mnd. wacker, ndl. waler wach, lebhaft, rüstigy, ags. wacor«wach(sam)), anord. valr«wach, frisch, tapfers,(entl.) schwed. vacker«hübsch, schönꝰ, dän. valkkxer«munter, frisch». Viell. sind 2 Worte zusammengefallen wacker«wach, wachsam von wachen u. wacker «munter, frischy, das zwar auch von derselben Wa. stammen würde, aber in früherer Zeit ab-
unsicher ist(·mächtig, stark»), sondern zu aind. vajra-m. n. Donnerkeil, awest. vaæra-«Keulen.
Wackerstein, m., nur durch Grimms Mär- chen geläufig. Nebenform(durch Dissimila- tion?) zu Wacke(n)stein, zgs. mit Wacke(s. d.).
Wad, n.(-Lels): Manganerz. Engl. d(d).
Waddicke, f.Molke, Käsewasser. Aus dem Ndd., mnd. waddeke. Daneben glbd. rhein. s- sisch, ahd. wezicha(Ahd. Gl. 2, 703), wozu dän. valle. Es ist zweifelhaft, ob die Worte zusam- mengehören, das ahd. Wort ist jedenfalls zu Wasser zu stellen.
Wade, f.(Pl.-n): die fleischige Anschwel- lung zwischen Kniekehle u. Ferse. Alternhd. noch M. Mhd. wade m., ahd. αo m.; dazu and. aatha, anord. võdui m., norw. vodve«Muskel- fleisch, dickes Fleisch». Nach KEZ. 41, 396 zu lat. vatius«einwärtsgebogen, krummꝰ, vatãæ «krumme od. schiefe Füße habend.
Wadel, Wädel, m. n.(-S): Mondphase, Vollmond; rechte Zeit etw. vorzunehmen. 1780 bei Adelung wadel m.(nach dem Nüd., zsgez. ⁵). Noch schweiz. wädel. Mhd. wedel, zwädel, nur einmal aadel m. n., ahd. wedal«Neumond; dazu ags. wadol«Vollmond(?)v. Eig.«Mond- wechsels zu ahd. wadalön«schwanken, umher- streifen», verw. mit wallen(s. d.) u. wWedeln. ZUS. Wadelholz, n.: Holz, das im Wadel«zur
richtigen Zeits abgeschlagen ist, Strauch-, Reis-
holz. Vgl. 1772 im Forstlexikon S. 30. wafeln, v.: sich gespenstig anzeigen. Bei Alexis Hosens 66. Zuerst 1794 als rügensch. Wohl mit wahbeln zusammenhängend. Waffe, f.(Pl.-n): Kampfwerkzeug. Bei Lu- ther waffen n.(noch b. Uhland Roland Schildtr., Grillparzer 58, 86. Das F. stammt daher, daß man Waffen als Pl. faßte u. einen Sg. neu bil- dete. Mhd. wäfen n.«Waffen, ahd. wãfan; dazu asächs. pan n., mnd.-ndl. wapenn., afrs. εᷣpin, ags. n n., engl. weapon, anord. vãpn n., schwed. vapen, dün. vaaben, got. ꝓpn n. Ur- spr., wie noch z. T. in den Handwerkersprachen, Gerät, Werkzeug» und daher viell. verw. mit gr. önkov n. Werkzeug, Gerät, Kriegsgerät» u. zum Stamm, der in üben vorliegt. Vgl. Wappen. 4BL. waffnen, v., mhd. wãfenen, wœfenen, ahd. wäffanen, awäffanön; dazu ags. ᷑̈pnian, anord. vãpna. Vgl. wappnen. ZVUS. Waffen- bruder, m., nach frz. frere d'armes zuerst b. Wieland. Waffengang, m.: das Zusammen- treten zum Kampf, Kampf. waffenlos, adj., im 15. Jh. Waffenplatz, m.: befestigter Platz.
In dieser Bed. erst im 18. Jh. Waffenrock, geleitet ist. Nicht zu aind. vigra-, dessen Bed.
m.: kurzer Tuchrock der Infanterie u. Kavallerie (um 1840 in Preußen eingeführt). Mhd. zwäfen-, wäpenroc m.«über den Panzer gezognes Ober- kleid». Waffenschmied, m.: Handwerker im Heere, der die Flinten ausbessert, in ältrer Zeit Hersteller von Werkzeugen, Grobschmied). 1664 b. Duez. Waffenstillstand, m., erst An- fang d. 18. Jhs., früher nur Stillstand od. An- stand. Waffenübung, f.: kriegerische Obung. 1691 bei Stieler.
¹1 Waffel, f.(Pl.-x): zwischen 2 Eisenblechen gebackner dünner wabenähnlicher Kuchen. Wort u. Sache kommen aus den Niederlanden. 1663 bei Schottel. 1477 clev. wafel, aber älter, da früh ins Rom. entl., aspan. guafla, frz. gaufre (woraus engl. wafer)«Waffel, Honigwabey. Die angenommene Verwandtschaft mit Wabe ist wegen westfäl. awafel. andfrk.*οω la nicht ganz sicher.
²Waffel, f.(Pl.-n): verächtlich vom mensch- lichen Mund. In obd. u. md. Ma. Bei H. Sachs öfter waffel, 1561 bei Maaler æafflen, 1541 bei Frisius 532; 170 b aflf)len Backenstreichy. Von bayr. waf9f)en«sprechen(in verächtlichem Sinn)y, das viell. zu mhd. wι‿ο m.«Geschrei, Klagen, mhd. w³‿οen, wäefen«wehklagen, jam- mern», ahd. w⁴οffan, as. wopjan, ags. a⁶‿ᷣꝑan, engl. weep, anord. œpa, got. woᷣjan«laut rufen⸗ gehört. Dazu abg. vabiti«herbeirufen, herbei-


