Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1193-1194
Einzelbild herunterladen

1193 Wacholder

Wacke 1194

wakce, anord. vaka f., norw. voſca, schwed. vaka. Vgl. WMacht. Verbalabstraktum zu wachen, v.: nicht schlafen; wachsam, aufmerksam sein(¹0. über). Mhd. wachen, ahd. wachén, wachön; dazu asächs. wakön, ndl. aken, afrs. waa, ags. Wa- cian, engl. wake, anord.-schwed. vaa, dän. vaage, got. wakan. Verw. mit lat. vegére«mun- ter sein, vigil«wachsamꝰ, aind. jas m.«Kraft, Schnelligkeit», vãjajati«treibt zur Eiley. Vgl. noch Wacht, wacker, wecken.

Wachölder, m.(-s, Pl. wie Sg.): die Nadel- holzpflanze juniperus. Bei Luther wacholder, 1491 im Leipz. voc. rerum wachholder. Mhd. wecholter, wachalter, wecheltürre u. andre For- men, ahd. wechalter, wechalder, wecholter, we- cholder usw.(vgl. Zfd W. 2, 219) neben quechol- der, reckalter, reolter. Als äülteste Formen setzt DW. wechalter, wecholter an. Die Schreibung Wachholder entstand durch Anlehnung an Hol- der«Holunder», in Wirklichkeit ist-ter ein Baumnamensuffix, das noch in Affolter, Hollun- der, Maßholder vorliegt. Der Ton lag urspr. auf der ersten Silbe u. Formen moderner Dialekte wie schwäb. wechlter, els. weklter, wetterau. weacheler zeigen die regelmäßige Entwicklung. Die ahd. Nebenform quecholder zeigt, daß man den Stamm wehhal zu wachen stellte, was rich- tig, aber auch bloßeVolksetymologie sein kann. Vgl. Idg. Forsch. 18, 508. Zfd W. 2, 286.

1 Wachs, m.: das Wachsen. Nur in Zss. u. in der RA. auf dem Wachs stehen. Zu wachsen.

2 Wachs, n.(-Ses): der Stoff der Bienenwabe. Mhd.-ahd. ahsn.; dazu and. w³hs, nd.-ndl. ⁰as, afrs.-engl.- anord.-schwed. waæx, ags. eaæ n., dän. 20,. Dazu lit. vâskas m., abg. voskl m., die aber viell. entl. sind. Abl. von wachsen ist unwahrscheinlich trotz Osthoff Parerga 19. Vgl. noch Lidén Stud. 27. 4L. wächsern, adj., bei Luther. Dafür mhd. wahsin, wehsin, ahd. wahsin, wähsin. ZUS. Wachslicht, n., in den Fastnachtssp. d. 15. Jh. 100, 11. Wachsstock, m.: mit Wachs übergoßne dünne Fäden, die auf- gerollt werden. Im 15. Jlh. Wachstuch, n.: mit Firnis bestrichner, wie Wachs glänzender Leinenstoff. 1716 bei Ludwig.

wachsam, adj.: aufmerksam wachend. Im 17. Jh. aufkommend für ältres wachtsam(bei H. Sachs) unter Einwirkung von Wache. 4L. Wachsamkeit, f., 1691 bei Stieler.

wachsen, v.(Präs. wachse, wüchs(es)t, Prät. auchs, Konj. wächse, Part. gewachsen, Imp. wachsſe]): in u. an Teilen zunehmen, grõber werden(von Pflanzen, Tieren, nach mittelalter- licher Anschauung auch von Erzen, dann man-

nigfach übertr.). Mhd. wahsen, ahd. wahsan (Prät. uοhs, Part. giꝛwahsan); dazu asächs. wah- san, mnd.-ndl. zassen, afrs. waœa, ags. weaxan, engl. vaæ, anord. vaæa, schwed. vãx, dän. voxe, got. wahsjan. Verw. mit gr. 4ekeiv, bEkverv wachsen machen', aind. vals ati, aw. vaxsaiti «läßt wachseny, einer s-Erweiterung zu got. aulxan«wachsen), lat. augére«vermehren», 8. auch. 4BL. Wachstum, n.(els), im 18. Jh. häufig auch m., erst 1663 bei Schottel gebucht, vereinzelt im 14. und 16. Jh. belegt, aber mnd. was(se)dom, and. wasdom, auch mndl. wasdom.

Wacht, f.(Pl.-en): das Wachen, Bewachen; bewachende Person. Poetischer Ausdruck für Wache und noch in vielen Ma. an dessen Stelle, bleibt als militärischer Ausdruck lange üblich (bes. in Zss.) u. wird bes. von den Dichtern der Freiheitskriege wieder aufgenommen. Mhd. wahte, ahd.-asächs. wahta, ndl. wacht f., got. wahtꝛvõ f., entl. dän. vagt, schwed. vafct. 4L. Wächter, m., mhd. wahtœre, wanter, bes. md. wähtœre, Wähter, mnd. wachter. ZUS. Wacht- feuer, n., im 17.Jh. Wachtmeister, m.: der oberste Unteroffizier bei der Reiterei. Urspr. cder, der die Wachen beaufsichtigta. Im 16. Jh., vgl. Gombert4, 2. Wachtparade, f., im 18. Jh.

Wächte, f.(Pl.-n): überhängende Schnee- masse. Aus der Schweiz neuerdings in die al- pine Sprache vorgedrungen. Dunkler Herkunft. Viell. zu wehen.

Wachtel, f.(Pl.-n): der Vogel coturnix. Mhd. wahtel(e), ahd. wahtala f.; dazu mnd. wahtele, ndl. wachtel, ags. awihtel; entl. dän. vagtel, schwed. valtel. Daneben ahd. guattala, quattala, noch mfrk. Quattel. Viell. sind beide Ausdrücke von Nachahmungen des Wachtel- schlages ausgegangen. ZUS. Wachtelhund, m.: kleiner Seidenhund. Im voc. inc. teut. C1 b wachtelhant, eig.«Hund für die Wachteljagd. Dafür auch wachtel n. b. Freytag Marcus König 85. Wachtelkönig, m.: das Wiesensumpf- huhn, crex pratensis. 1557 bei Heußlin 256 ² wachtelkünig. Der Name, weil er der Wachtel ähnlich, aber größer ist. Vgl. noch Suolahti 294.

Wächter, Wachtmeister usw., s. Wacht.

Wacke, f.(Pl.-n): Mineral, Stein aus Quara, Sand u. Glimmer, Verwitterungsprodukt aus Basalt. Das F. kam durch Adelung zur Herr- schaft, in den Ma., in denen es weit verbreitet ist, ist es vielfach M. Mhd. wacke m.«großer Stein, Feldstein», ahd. aggo m. charter Stein, Kiesel». Die urspr. Bed. ist Kiesel. Herkunft dunkel. Es könnte mit lit. vagis m., vagélis m. apfen, Pflock zusammengehören, wozu Weck