Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1191-1192
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1191 Vorzeichen

wach 1192

cherumoꝰ, vgl. got. fairweitjan«sich neugierig umsehen, umherspäheny, fairweitl n.«Schau- spieb. 4BL. vor-, fürwitzig, adj., spätmhd. vür-, vorwitzec von vürwitze, virwitze, virzwitz, ahd. firiwie æi)«neugierigs. Dazu Vor-, Für- witzigkeit, f., mhd. virwitzekeit f. Vor- wort, n.(8, Pl.-e): Vorrede einer Schrift(1678 b. Kramer); Fürsprache(Goethe 8, 87); Präpo- sition(b. Helvicus). Mhd. vor-, viürwort n. vor- ausgehendes Wort, Verabredung, Bedingung, Vorbehalt, Vertrag». Vorwurf, m.(-Lels, Pl.-würfe): Objekt, zu behandelnder oder be- handelter Gegenstand; Tadel(1664 bei Duez). Mhd.(md.) im 14. Jh. vür-, vorwurhm.«Objekt, Bildung der Mystiker.

Vorzeichen, n.(-*J, Pl. wie Sg.): vorbeden- tendes Zeichen. Md. vorzeichen n. Vorzeichen, Vorbild, ahd. forazeihhan n.«Wunderzeichen, Vorbild(Notker Ps. 98, 7), Uberschrift(ebd. 20, 1). vorzeigen, v.: zum Sehen hinhalten od. Jegen. 1664 bei Duez. Vorzeit, f.(Pl.-en): längst vergangne Zeit. Bei Schiller 2, 29. vorzéiten, adv., b. Luther vor zeiten, vorzeiten. vorzeitig, adj.: vor der richtigen Zeit ge- kommen. Exrst im 19. Jh. vorziehen, v.: vornhinziehen; hervorziehen; vorwärtsziehen; für annehmbarer erachten, vor andern(allem andern) wählen. Bei Luther 3. Mos. 19, 15 usw. furziehen in letzter Bed. Mhd. fürziehen«vor- führen, darlegen, anführen, geltend machenꝰ, ahd. fariziohan«vor Augen bringen od. stellen,

vor allem andern wählen»(Notker Ps. 70, 19). Davon Vorzug, m.(-s, Pl.-zuge): das Vor- ziehen; Eigenschaft, die zum Vorziehen veran- laßt. 1499 b. Liliencron 2,422; 1541 b. Alberus dict. Ce 12 praerogativa fürzug, 1561 b. Maaler vorzug. Bei Luther 1. Makk. 9, 11 vorzug«Vor- derteil des ziehenden Heerese. Davon vorzůg- lich, adj.: hervorragend gut. 1734b. Steinbach.

votieren(spr.-): stimmen, die Stimmeab- geben. Im 17. Jh. nach engl. to vote gebildet. Von lat. võtum n. Gelübde, Wunschy, im Mlat. auch Stimme, Mitteilung»(1482 im voc. theut. ff 3 ²) zu lat. vovére«geloben». Daraus Votum, n.(s, Pl. -ten u.-ta): Stimme, Abstimmung, Gutachten. Im 17. Jh. Votivtafel, f.: Weihe-, Gedenk- tafel. Dem kirchlat. tabula(Tafel) votzua(ge- weiht, zu vovεre, s. o.) nachgebildet. Im 18. Jh.

vulgär(spr.-), adj.: gewöhnlich, gemein. 1727 b. Sperander vulgair. Spät im 17. Jh. Aus glbd. frz. vulgaire von lat. vulgãris adj.«ge- wöhnlich, allgemein, gemein»(zu lat. vulgus n. &Volk»).

Vulkän(Spr. 20-), m.(-Lels, Pl.-e): feuer- speiender Berg. Im 17. Jh. aus lat. Vulcdnus, dem Namen des Feuergottes, dessen Schmiede- werkstätte im Innern des feuerspeienden Ber- ges Atna gedacht wurde, spätmlat. auch cfeuer- speiender Bergy. RA. auf einem V. tanzen, vgl. Zfd W. 9, 303; 10,231. 4B L. vulkänisch, adj., oft in Goethes Natw. Schr., aber noch nicht 1813 bei Campe.

W

wabbelig, adj.: schlotterig herabhängend; unbehaglich im Magen, flau(1781 b. Kindleben). 1691 bei Stieler wabbelicht. In md. u. nd. Ma. Von wabbeln«sich in schwankender Bewegung befindenꝰ, wozu anord. vafla«wankend gehen), engl. wabble«schlottern» u. a. Viell. verw. mit lit. vãbalas m.«Käfer od. auch lautnachahmend. Auch lat. vibräre«in zitternde Bewegung set- zeny, das allerdings auf eine i-Base weist(idg. avej ah), könnte herangezogen werden.

Wabe, f.(Pl.-n): scheibenartiger Zellenbau der Bienen. Mhd. wabe(n) m.(noch in obd. Ma. m.), ahd. 20150 m., waba f. Eig. obd., nicht bei

Luther. Abstraktbildung zu weben. Viell. ent-

spricht noch glbd. lat. favus m.(mit Umstellung aus*αυ).

Waberlohe, f.: flammendes, flackerndes Feuer, namentlich das, von dem die schlafende

Brünhilde eingeschlossen ist. Nachbildung des anord. vafrlogi m. Nach Grimm bes. von R. Wagner wieder aufgenommen. Zgs. mit wa- bern, v.: sich hin- u. herbewegen. Noch frk.- thür. Md. waberen; dazu engl. waver«wanken, schwankeny, ags. wœfre«beweglich, schwan- kend», anord. vafra«sichschwankend bewegens. Gleichen Stammes wie wabbeln(s. o.).

wach, adj.: nichtschlafend; erwacht; mun- ter. 1663 bei Gryphius Tr. 32 wache u. noch bei Lessing 10, 89. Seit dem 16. Jh. vom Ndd. und Omd. allmählich vordringend. Es ersetzt wacker. Urspr. flexionslos u. wohl vom Subst. Wache, f.(Pl.-n):(veraltet) das Wachsein; Wachsein zu einem bestimmten Zweck(Nachtzwache); Gesamtheit der wachehaltenden Personen und eine einzelne solche Person. Mhd.(selt.) wache, ahd. wacha f.; dazu ndl. waak, ags. acu f., engl.