Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1189-1190
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1189 Vorteil

Vorwand 1190

Duez, Maaler fürsorge, mhd. fürsorge. vor- sorgen, v., ahd. forasuorgén cvorstehend be- sorgenz. vorspiegeln, v.: wie in einem Spiegel Unwahres vormachen, erst b. Adelung gebucht, bei Lessing Minna 5, 4. Davon Vor- spiegelung, f., 1786 b. Adelung.Vorspiel, n.(els, Pl.-e): Spiel vor dem eig. Spiel. 1663 b. Gryphius Trauersp. 385. Vorsprung, m. (Aels, Pl.-Sprünge): etwas was in einem Bau- werk usw. vorspringt; das, was man im Laufen usw. vor einem voraus hat. 1678 b. Kramer. Vorstadt, f.(Pl. Städte): vor der Stadt ge- legner Stadtteil. Mhd. vorstat f. Vorstand, m.(eſs, Pl.-stände): der oberste Leiter in etw. (1561 b. Maaler«principatus»). Mhd. virstant m. Vertreter, Bürgey. Bei Wieland Juno und Gan. 499«Vorbilds. vorstehen, v.: vorn hinaus hervorragen; zu oberst geschäftlich lei- ten; vor etw. stehen(vom Hunde auf der Jagd, 1763 b. Heppe); vor Gericht erscheinen(in Süd- dtschld.); an einer vorhergehenden Stelle eines Schriftstückes stehen(Kanzlei). Mhd. vor-, vür- stän. 4BL. Vorsteher, m.(*, Pl. wie Sg.), bei Luther Neh. 11, 9. 14; 12, 42; Esth. 1, 8, auch Für- steher(Jes. 60, 17). vorstellen, v.: vor etw. stellen; vornhinstellen; vor Augen stellen(Sir. 15, 16); einen einem andern bekanntmachen; darstellen(vom Schauspieler); nach etwas aus- sehen(das stellt ekzoas vor); zur geistigen An schauung bringen, geistig anschaulich machen (1664 b. Duez);(refi.) sich in der Seelevergegen- wärtigen; sich darstellend vor Auge und Seele treten machen als. 1561 b. Maaler fürstellen (noch b. Lessing 1, 644). 4BL. vorstellig, adj., in vorstellig werden, Kanzleinusdruck. Vor- stellung, f.(-en), Abstraktum zu den meisten Bedd. von vorstellen. Im 17. Jh.

Vorteil, m.(-Lels, Pl.-e):(eig.) im voraus zukommender Teil; Gewinn, ein Zugutkom- men, Zugutkommendes. Bei Günther 379, Lu- ther Sir. 20, 23 N., md. vorteil m.«Teil voraus, Vorausempfang». Dazu vorteilhaft, adj. Vor- teil bringend; günstig. Inder Zimm. Chron. ²2, 605, 39 vortelhaftig.Vortrab, m.(Tels, Pl.-e): Vordertrupp eines Heeres. 1538 b. Franck Chr. 113², aber schon im 15. Jh. vortraber m. ceiner vom Vortrab». Vortrag, m.(-els, Pl. trãge): Darlegung in längrer zusammenhän- gender mündlicher Rede; Art u. Weise dieser Darlegung;(kaufmänn.) was vorgetragen wird (s. vortragen). Schwaäb. 1528 Firtrag. Von vor- tragen, v.: vorauftragen, zum Mahl, zum Es- sen auftragen u. vorsetzen(1. Mos. 43, 34, Luk. 10,8 /urtragen); inzusammenhängender lüngrer

Rede darlegen;(kaufm.) bei einer Eintragung voranstellen. Mhd. Fürtragen«vor Augen brin- gen, in Worten vorbringen, vorbeitragen, för- dern, nützen*, ahd. faritragan chervortragen. vortréfflich, adj.: in hohem Grade vorzüg- lich. Im 18. Jh. auch nach fuürtrefplich(Goethe 6, 102; 24, 179; 32,216, Tasso 1840, Schiller Räub. 4, 2 vortrefflich, aber 2, 337.380 und Wall. Tod 1, 5 fürtrefflich), eig. obd, in der 2. H. d. 15. Jhs. fürtreffenlich aus fürtreffentlich, zgs. mit dem Part. Präs. von mhd. viürtreffen, ahd. furitreffan ũbertreffen». 4 L. Vortréfflich- keit, f., gegen Ende d. 15. Jhs. fürtrefrenlichkeit.

vorüber, adv.: vorbei. 1691 b. Stieler; 1664 b. Duez fürüber, b. Luther furuber. Mit v. 29s. Verba werden mit an od. bei u. dem Dat. verbun- den, aber bei Goethe 1, 120 Dich vorüberfliehen, b. Lessing Nathan 2, 5 cinem Mann vorübereilen. Vorurteil, n.(-Lels, Pl.-e): vorgefaßte Meinung. 1642 b. Duez. Vgl. noch Zfd W. 2, 314.

Vorwand, m.(-els, Pl.-wände): vorge- schützter(falscher) Grund. 1678 bei Kramer; 1650 b. Moscherosch 1, 67 fürꝛoand, 1483 schwäb. Einwand». Von-veraltetem vorwenden v.«vor- schützen»(2. Makk. 3, 8), mhd. vürwenden. vorwärts, adv.: in der Richtung nach vorn. Bei Luther 4. Mos. 8, 2 fürwwerts als Präp. mit Dat., mhd. fürꝛwert. S.-wärts. vorwég, adv.: voraus. 1691 b. Stieler. Zgs. aus vor u. 0eg. vorwerfen, v.: vor einen werfen; tadeln(für- werffen Luther Jen. 3, 56 ²2, Tob. 2, 23, furwerf⸗ fen Sir. 25,24). Mhd. vürwerfen«mit Heftigkeit vorschieben, in Vorschlag bringen». Vor- werk, n.(-Lels, Pl.-e): vom Hauptgut abhän- giges kleinres Gut; abgesonderter Meierhof; äußres Festungswerk. Mhd.-spätahd. vorwere n. vor der Stadt od. dem Herrensitze gelegnes Landgut».vorwiegen, v.: überwiegen. 1561 bei Maaler vorzwägen. Vorwissen, n.: vor- herige Kenntnis. 1664 b. Duez; 1561 b. Maaler vorwüssen. Der subst. Inf. von ahd. foraroizzan vorauswissen». Vorwitz, Fürwitz, m. (-es): unbefugte Neugier; unbefugte Vorschnel- ligkeit. 1664 b. Duez vor-, fürwitz; 1650 b. Mo- scherosch 1, 221 u. bei Weckherlin fürwite f., bei Luther Jud. 10, 5; Sir. 3, 24 furwitz m. Mhd. vereinzelt vürzwitz m., md. vortoitze f.«Voraus- wissenꝰ, mhd. gew. viriwitze f., ahd. furoizze n. «Neugier», umgewandelt aus ahd. firiuizzi n., mhd. virziz n. m.; dazu asächs. firiwit n. m. Neugiers, ags. rwit n.«Neugier». Der erste Bestandteil ist nicht sicher gedeutet. Nach Heyne DWB. 2gs. mit ahd. firihi«Menschen, Welt». Eher ist fri gleich got. fair, gr. nepi

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