1187 Vorort
Vorsorge 1188
vorncmeé,-néme, mhd. virnæme. Zgs. mit für u. einer Abl. von nehmen, viell. nach lat. prae- cipuus gebildet. 4BL. vornehmlich, adj. u. adv.:(Veraltet) vornehm(4. Mos. 13, 3.4); be- sonders, 1482 vürncmliche.
Vorort, m.(-Lels, Pl.-e): Ort, der vor einem andern liegt; der leitende Ort; in dieser Bed. schweiz., den Kanton bezeichnend, dem die Lei- tung der Eidgenossenschaft übertragen war. In beiden Bedd. erst im 19. Jh.
Vorposten, m., meist Pl.: Wache vor dem Feind. 1757 bei Egger.
Vorrang, m.(-els): Rang vor einem an- dern. 1716 bei Ludwig.— Vorrat, m.(-els, Pl.-räte): für die Zukunft Aufbewahrtes zu Ge- und Verbrauch. Spätmhd. vorrät m., auch «Vorberatung, Vorbedacht». Zu Rat in dessen Grundbed.— Vorrecht, n.: Rechtvor andern. Mhd. vorreht n.— Vorrede, f.: vorausgehende Rede; Darlegung vor einem Buch(2. Makk. 2, 33). Mhd. vorredle f. ceinleitende Rede». Vor- redner, m.: wer vor einem spricht. Mhd. vor- redencære m.«Fürsprecher».— vorreiten, v.: vorausreiten; zur Probe vorführen(ein Pferd, dann auch(stud.]«Kenntnisses). Mhd. viürriten gegen einen reite»-. Vorreiter, m., mhd. vor- ritœre m.«der vorausreitet».— vorrichten, V.: für künftigen Gebrauchzurichten. Im 18. Jh. Davon Vorrichtung, f., 1780 bei Adelung.— vorrücken, v.: vor jem. od. etw. rücken; vor- wärtsrücken; einem etw. vorwerfen(1691 bei Stieler). Ahd. furerucchen«vorbeirücken?.
vorsagen, v.: zum Nachsprechen, Nach- schreiben, Behalten sagen; heimlich zuflüstern. Mhd. viür(e)sagen«voraussagen, in Gegenwart sagen», ahd. forasagén«vorhersagen».— Vor- Satz, m.(-es, Pl.-sätze): vor etwas Gesetztes (namentlich in der Sprache der Gewerke); zur Tat u. Ausführung im Geiste Vorgenommenes. 1678 bei Kramer Vor-, Fürsatz, 1561 bei Maaler fürsatz, md. vorsatz, mhd. virsaz m. in 2. Bed. 4BL. vorsätzlich, adj.: mit Absicht. Spät- mhd. vürsetzlich. ZUS. Vorsatzpapier, n.: Papier, das der Buchbinder dem Buche vorsetzt. — Vorschein, m., nur in 2zum Vorschein kom- men«erscheinen». 1678 bei Kramer zum Vor- schein bringen.— vorschieben, v.: vornhin schieben. Mhd. viürschiehen.— vorschießen, v.: hervoreilen; darleihen(1716 b. Ludwig, von veraltetem schießen«Geld zählen»). Mhd. viür- schiezen chervortreten», ahd. fureskiezen«her- vortretend werden(vor)».— Vorschlag, m. (Aels, Pl.-Schläge): Anerbieten als Mittel wozu; vorgeschlagner Ton zur Verzierung. Mhd. für-
slac m. Befestigung, Überrechnung, Berech- nung als Vorlage». RA. Vorschlag zur Güte, 1778 bei Hermes Soph. Reis. 6,239. Von vorschla- gen, v.: vor jem. od. etw. schlagen; mehr for- dern, um nachlassen zu können; der Entschei- dung andrer vorlegen. Mhd. fürslahen vor- schlagen, im Ubergewichte sein, veranschlagen, rechnen.— vorschnell, adj.: übereilt. 1741 bei Frisch.— vorschreiben, v.: zur Nach- ahmung schreiben(1561 bei Maaler); befehlen (1664 bei Duez). Dazu Vorschrift, f., 1678 bei Kramer.— Vorschub, m., nur in Vorschub lei- sten: unberechtigt Hilfe gewähren, im 18. Jh. Vorschub tun. Spätmhd. fürschup tun. Zu schie- ben.— vorschuhen, v.: einen Schuh vorn er- neuern. 1811 b. Campe.— Vorschuß, m.(-es, Pl.-Schüsse): das auf der Mühle zuerst ablau- fende Mehl, der zuerst ablaufende Branntwein (schwäb.); noch nicht fälliges Geld für eine Lei- stung(1716 b. Ludwig). Mhd. vürschuz eUber- schuß». Zu vorschießen.— vorschützen, v.: zum Schutze vorwenden; einen falschen Grund zur Entschuldigung usw. anführen, im 18. Jh. auch ohne üblen Nebensinn. 1691 b. Stieler.— vorschweben, v.: vor dem Geiste schweben. 1811 b. Campe(aus Lavater).— vorsehen, v.: voraus-, vorhersehen(noch b. Goethe, bes. auch in unvorgesehen 22, 64, Faust 10374); voraus- sorgen;(refl.) sich hüten. Mhd. vürsehen«vor- wärts sehen,(refl.) sich vorsehemy. 4 BL. Vor- sehung, f.: göttliche Anorduung und Leitung der Zukunft, göttliche Weltregierung. Erst im 18. Jh. auf diese Bed. beschränkt, in dieser Zeit noch Vorsehung tun, treffen in der Kanzlei- sprache. Mhd. fürsehunge f.«Obsorge, Schutzy. — Vorsicht, f.: sich hütende Aufmerksamkeit in bezug auf etw., bes. auf die Zukunft. 1664 b. Duez, wohl erst von vorsichtig gebildet. Schon ahd. bei Notker foresiht f.«(fürsorgende) Vor- aussicht». Im 18. u. 19. Jh. auch«Vorsehung, bei Günther 926, Klopstock, Lessing Minna 1, 6, Schiller 5, 19, Heine, Grillparzer. vorsichtig, adj., mhd. vir-, vorsihtic, ahd.(b. Notker) fore- sihtig«weitsichtig in die Zukunft, voraussehend und verkündend, fürsorgend in die Zukunft sehendy.— Vorsitz, m.(-es): Amt des Vorsit- zenden. 1678 b. Kramer. Wohl als Obersetzung des lat. praesidium n. von vorsitzen, v.: bei Zusammenkünften die oberste Leitung haben. Mhd. vor sitzen. Bes. üblich im Part. Präs. Vor- sitzende, m.(-n, Pl.-n).— Vorsorge, f.: vor- ausgehende(auf Mittel bedachte) Sorge. Im 18. Jh.(Goethe 20, 162; 33, 245) für Fürsorge ein- getreten, 1678 bei Kramer Vor-, Färsorge, bei


