Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1181-1182
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1181 Volontär

Vvor 1182

in reichem Maß. Bei Luther Hes. 16, 49. Urspr. wohl vom Maß«voll und noch drauf». Voll- blut, n.(-Lels): Abkömmling von Eltern glei- cher Rasse, bes. bei Pferden Abkömmling von edlen Rassen. Im 19. Jh. vollbringen, v.: (eig.) zu Ende bringen; ausführen. Mhd. vol-, vol- le(n)bringen. vollénden, v.: zum Abschluß bringen. Mhd. volenden. vollführen, v.: ausführen;(eig.) zu Ende führen(Phil. 1, 6). Mhd. vol-, volle(n)vüeren czu Ende bringen, aus- führem. volljährig, adj.: großjjährig, mün- dig. vollkömmen, adj.: ganz, unverkürazt, unverletzt; vollendet. Mhd. volle)lomen,-Ku- men adj., eig. Part. Prät. von mhd. vol(le)komen, ahd. follagueman«zum vollen Ende, zum Ziele kommem. Davon Vollkömmenhefſt, f. mhd. volkomenheit.-Vollmacht, f.(Pl.-en): einem andern erteilte Gewalt, in des andern Namen etwas zu tun. Germ. 28,408 Nachweis von 1372. Ubersetzung des lat. plénipotentia f. Voll- mond, m.: der volle Mond. Mhd. volmœne n. vollständig, adj., 1501 im Leipz. voc. opt. unter constans. Zu mhd. vol(le)stän«bis zu Ende stehn, ausharren». vollstrécken, v.: aus- führen(ein Urteil v.). Mhd.(1489) den xouf volle- strecken. vollziehen, v.: ausführen. Mhd. vol(le)ziehen«vollständig ziehen, ausführen?, (intr. mit Gen.) chelfen, unterstützens, mit Dat. cgewachsen sein», ahd. follaziohan. Dazu Voll- züg, m., mhd. volzuc m.

Volontär(spr.-), m.(-[els, Pl.-e): Frei- williger, ohne Gehalt Dienender. 1703 b. Wächt- ler von Kriegern. 1691 b. Stieler Volontör. Aus glbd. frz. volontaire m. von lat. voluntãrius afrei- willigꝰ(zu voluntas f.«Wille»).

Volt(spr. w-), n.(*s, Pl. wie Sg.): Maßein- heit für elektromotorische Kraft. Durch Reichs- gesetz vom 1. 6. 1898 festgelegt. Benannt nach Alessandro Volta(1745 1827), bahnbrechen- dem Forscher auf dem Gebiete der Elektrizität.

Volte(spr. ²0-), f.(Pl.-n):(rasche) Wen- dung des Pferdes, des Kartenschlägers. 1703 bei Wächtler. Uber glbd. frz. volte f. aus ital. volta f. Wendungs(au lat. volvere«drehen, wäl- zen»). voltigieren(spr. οltis), v.: Luft- sprünge, Kunststücke am Seil od. an Pferden machen. Im 17. Jh. volfesieren. Uber frz. vol- tiger aus ital. volteggiare«Wendungen machen⸗ (zu ital. volfa, s. o.).

Volümen(spr. 20-), n.(8, Pl. wie Sg. u.(öst. nur)-mina): Schriftrolle, Band; Rauminhalt, Umfang(1801 b. Campe). 1703 b. Wächtl.«Band. Im 17. Jh. aus lat. volünzen n. alles was gerollt wird zu lat. volvere crollen». Die 2. Bed. hat

sich nach fra. volume entwickelt. voluminös, adj.: umfangreich, dickleibig. 1801 bei Campe. Aus glbd. frz. volumineuæ von frz. volume(s. o.).

Vvom, 28gez. aus von dem. Schon mhd. vonme.

Von, Präp. mit Dat., das Verhältnis auf die Frage woher? bezeichnend, also das der Tren- nung, des Hervor- oder Ausgehens, des Ur- sprungs, des Herkommens, des Stoffs woraus ein Ding besteht, des Ausgangs-, d. h. Anfangs- punktes in der Zeit, der Ursache u. des Grundes, einer Beziehung. Mhd. von(e), ahd. fana, gew. fona; dazu asãchs. fan, fon, mnd.-nd.-mndl.-ndl. van, afrs. fon. Es gehört als Ablautsform zu gr. Grr, lat. ah-(s. 4b), genauer zu po in lat. positus «gesetzto, kymr. ona in ona-dunt ex eis⸗, aw. pa-zdajeiti cer läßt wegrücken, weggehen', alb. Pa-«ohne». Vgl. Idg. Forsch. 5,320.

Vor, adv., zumal in den Zss. mit Subst. und Verben: vorher(bleibt alles zwie vor, Schiller Fiesko 3, 7); Präp. 1. mit Dat. auf die Frage ο⁵ in den Bedd.: a) auf der Vorderseite von od. zu (vor ihren Füßen, vor dem Tor); b) in Gegen- wart von(vor unsern Augen); c) in der Zeit rückwärts von(voraus)(vor neun Jahren); d) in Beziehung auf den Gegenstand, die Gegen- wart, das Entstehen, das Zukommen, das Gegen- über- od. Entgegensein usw. von(Fehler.., um Sich vor denselben zu hüten, Gellert verm. Schr. 230; vor diesen fränkischen Weichlingen zu fliehn, Schiller Jungfr. 2, 5; in dieser Bed. noch im 18. Jh. auch füur mit Akk.: so habe ich alle Ehrfurcht für ihn, Weiße Lustsp. 3, 294; [Hochachtung] für Gellerts wahre Verdienste, Voß Br. 1, 185; eine Frau für die mich Gott bewahre!, Lessing 1, 197); e) nach der Folge vorn an-, auch s.v. a. vorn zunächst(Ich vor ihm herziehn, Schiller Jungfr. 4,3; Schritt vor Schritt, Goethe nat. T. 4, 1(1730); 33, 185. 269; Tag vor Tag, Klamer Schmidt neue poet. Br. 67. Doch ist in letzterm schon im 18. Jh. für geläu- figer); f) in Beziehung auf das Ansehen usw. von (vor allen Dingen); g) gegen das drohende Dasein od. Eintreten von; h) auf Grundvon-, aus Veranlassung von, veranlaßt von-(da... verkam Ter], durch seines Mädels Schuld vor Gram, Bürger Graurock 7, Eyr kennt wohl vor lauter Gelehrsamkeit seinen Vater nicht, Goethe 8, 27. Hier auech für: Die Steuerleute aber wissen sich Fur großer Furcht nicht Rat, Schiller Tell 4, 1); i) mehr oder am meisten in Verglei- chung mit(Wir haben alle unsere Fehler, nur einer vor dem andern, Gellert, Gewalt geht vor Recht). 2. mit Akk. auf die Frage wohin? in den Bedd.: a) vornhin in Beziehung auf, ange-