1171 verzapfen
Vetter 1172
aber im Part. verwirrt u. verwõrren): durchein- anderwirren. 1664 b. Duez u. b. Luther. Mhd. verwerren(Präs.-wirre, Prüt.-ar, Pl. wurren, Part.-aοrren)«durcheinanderwirren, entzweien (noch Sir. 28, 11), ahd.(bei Notker) ferwerren, zgs. mit wirren, s. d. 1578 b. Clajus Gramm. 171 im Part. nur vereorren, aber 1618 b. Schönsle- der nur verwirrt, 1678 b. Kramer beides. 4 L. Verwirrung, f., b. Luther, aber mhd. verwer- runge f.— verwittern, v.: dem Wetter ausge- setzt nach und nach aufgelöst werden. Zuerst 1741 b. Frisch als bergm. mit Beleg aus Henkel Pyritologia 619. Ubertr. Schiller Räub. 1,2.— verwögen, s. verwégen.— verwöhnen, v.: so gewöhnen, wie es nicht sein sollte, oder daß eine Abweichung schmerzlich od. auffällig wird. 1716 b. Ludwig u. b. Luther verwehnen. Mhd. verwenen«verwöhnen». S. gewöhnen. verzãpfen, v.: ausschenken. 1691 b. Stieler. — verzärteln, v.: zu zart machen. 1664 bei Duez. Mhd. verzerten.— verzéichnen, v.: falsch zeichnen; aufschreiben(2. Makk. 2, 24). 4 BL. Verzéichnis, n.: Liste, Katalog. 1618 bei Schönsleder Verzaichnus, Belege aus dem 16. Jh. bei Fischer Schwäb. Wb.— verzéihen, v.: Verschuldetes nicht anrechnen;(refl. mit Gen.) erklären, den Anspruch worauf aufgeben (veraltet, aber noch im 18. Jh.). Mhd. verzihen cversagen, abschlagen, sich wovon lossagem(in dieser Bed. auch mhd.-md. sich verzihen mit Gen.), ahd. farzihan«versagen, verweigern?. — verzérren, v.: durch Zerren verunstalten. Mhd. verzerren«auseinanderzerren, zerreißen, vernichten».— verzétteln, v.: zerstreut fal- len lassen. 1678 bei Kramer verzettelen u. ver- zetten. Mhd. verzétten. S. zetten.— Verzicht, m.(-els, Pl.-e): das Aufgeben von etw., Ent- sagung. Mhd. veriht f., von mhd. verzihen, s. verzeihen. 4 BL. verzichten, v., noch nicht bei Adelung.— verziehen, v:: fehlerhaft er- ziehen; aus der gehörigen Lage ziehen(den Mund, das Gesicht); in die Länge ziehen, ver- zugern(Ps. 40, 18); fortziehen aus einem Ort; warten. Mhd. verziehen untereinanderziehen, mischen, zerstreuen, herauszie hen, entziehen, verweigern, hinhalten, aufschieben, warten, zögern,(refl.) sich entfernen».— verzücken, v.: hinreißen, namentlich vom Zustand der Ek- stase. Mhd. veræucken,-eüclcen«zücken, sechnell hinwegnehmen, im Geiste durch Verzückung entführen». Zu zücken.— Verzüg, m.: Hand- lung des Verziehens, Wartens(nur in Verbind. wie ohne V., im V.). Mhd. verzuc, verzoc m. Zu verziehen.— verzwickt, adj.: nicht einfach.
1575 im Garg. 42. Eig. Part. Prät. zu mhd. ver- zwicken amit eingefügten Zwecken ausbessern, befestigen, festnageln, einklemmen, verkeilen. Zu Zwecke.— verzwirbelt, adj.: im Kopfe verdreht. Eig. Part. Prät. von verzwirbeln«ver- drehens, s. 2wνπτr beln.
Vesper, f.(Pl.-/): Abendgottesdienst, Abendmesse; Abend, Abendzeit, Nachmittag; Nachmittagsessen(öst. Jause). Mhd. vesper f., ahd. vespera f. die vorletzte kanonische Stunde (6 Uhr abends) u. der betreffende Horagesang». Aus lat. vespera f. Abendzeity. 43L. Ves- pern, v.: zu Nachmittag essen, jausen. Nordd. 1780 bei Adelung. ZUS. Vesperbrot, n., 1664 bei Duez.
Vestälin(spr. 2⁰-), f.(Pl.-innen): Prieste- rin der Vesta, die als Jungfrauen das heilige Feuer unterhalten mußten. Im 18. Jh. auch Vestäle. Nach lat. Vestãlis f.
Vestibül(spr.-), n.(Aels, Pl.-e): Vorhof, Vorhalle. 1834 bei Petri. Aus glbd. frz. vesti- bule m., von glbd. lat. vestibulum n.
Veterän(spr.„-), m.(en, Pl.-en): alter Soldat, der einen Feldzug mitgemachthat; alter Krieger; einer, der lange gedient hat. 1703 bei Wüchtler, 1727 b. Sperander noch Veteranus. Das lat. veterdãnus«alt, alter Soldat, von vetas«alt.
Veterinär(spr. ⁰-), m.(-Lels, Pl.-e): neue Amtsbezeichnung für die Unterroßärzte, Tier- arzt. 1813 b. Campe Veterinaire. Aus glbd. frz. vétérinaire m. von lat. veterinãrius«zum Zug- vieh(veterinae) gehörig, Tierarzt».
Veto(spr. ⁰-), n.(*s, Pl.*5): Einspruch, Ein- spruchsrecht. Im 18. Jh. aus lat. veto«ich ver- bietey.
Vettel, f.(Pl.-n/): unordentliches altes Weib, liederliches Frauenzimmer(1695 bei Abraham a S. Cl. Judas 4, 361 Fettel). 1561 b. Maaler caltes Weib». Im 15. Jh. aus lat. vetula f. caltes Weibo, meist verächtlich, von vetulaus«alty.
Vetter, m.(—s, selt.-n/, Pl.-/): Geschwister- kind, Seitenverwandter. Mhd. veter(e) m.«Va- tersbruder, Vetter, Bruderssohn», ahd. fetiro, fatirro, fatureo m.«Vatersbruder»; dazu afrs. federia, ags. fœdera m.«Vatersbruder». Verw. mit lat. patruus, gr. dτuν, aind. pityujas, aw. taxirja- m. Vatersbruder». Abgel. von Vater. Der Bedeutungswandel beruht darauf, daß man den Ehrentitel auch andern Verwandten bei- legte. Die Flexion war mhd. schwach, was bis zum 17. Jh. bleibt, auch noch bei Goethe 8, 286; 27, 372; 33, 140 u. selbst jetzt noch, namentlich obd. 4BL. Vetterschaft, f.(Pl.-en): Ver- wandtschaft. Mhd. veterschaft.


