Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1169-1170
Einzelbild herunterladen

1169 verwahren

verwirren 117 0

durch Wachsen etw. beseitigen. Mhd. ver- wahsen zu-, zusammen-, überwachsen. ver- währen, v.: aufbewahren(1. Mos. 41, 35); durch Sicherheitsmaßregeln sichern;(refl.) ge- gen etw. protestieren. Mhd. verwarn c«behüten, bewahren». verwährlosen, v.: nicht auf etw. achten u. dadurch in einen übeln Zustand kommen lassen; auch intr. Mhd. verwarlösen von mhd. awarlös«unachtsam?, zgs. mit mhd. war f., ahd. wara f.«Achtsamkeit», s. wahr- nehmen. Verwäisen, v.: zur Waise werden. Mhd. verweisen. verwãndt, adj.: durch Ge- meinschaft od. Familienbande nahe verbunden. Spätmhd. verwant, went,-wont«in Beziehung, in Verbindung stehend, verwandt⸗. Eig. Part. Prät. zu mhd. verwenden«-hinwenden». Wohl ein alter Rechtsausdruck. S. verwenden. Subst. Verwändte, m. f. 4BL. Verwändtschaft, f., im 16. Jh. bei Seb. Frank Erasmus 104. verwégen, adj.: gegen Ubles furcht- u. acht- los wagend. Mhd. verwegen caufs Spiel setzend, furcht u. achtlos wagends. Part. Prät. von mhd. sich verwegen(Präs. verzige, Prät. Sg.-ac, Pl. wägen, Part.-egen)«sich frisch wozu ent- schließen». Das Part. lautet im Nhd. auch ver- wogen. Jetzt veraltet, aber noch bei Schiller Tell 4, 2 Hat sich der Landmann solcher Tat verꝛwogen, Wieland u. a. verwéilen, v.: die Zeit zubringen, sich aufhalten; verweilen ma- chen(veraltet, aber noch im 18. Jh. bei Lessing, Schiller). Mhd. verzwilen in beiden Bedd. Verwéis, m.(-es, Pl.-e): strafende Zurecht- weisung. Spätmhd. verw³z m. Von 1verwéi- sen, v.: mit Worten strafend bemerklich ma- chen. Mhd. verwizen«zum Vorwurf machen, als Schuld zurechnen, mit Worten strafend an- rechnenꝰ», ahd. faruszan(Prät. farweiz, Pl. far- wizum, Part. farwizan) czum Vorwurf machen, vorwerfen, als Schuld anrechnen»; dazu mnd. vorꝛwiten, mndl. verwijten«Lum Vorwurf ma- chenv, got. frazveitan«rächen», zgs. mit ahd. wzan cstrafen, verweisen, asächs. witanceinem etwas vorwerfen», ags. zwitan«besehen, ver- weiseny. Zu der in awissen steckenden Wz. csehen». Die Bedeutungsentwicklung wie in lat. animadvertere eig.«den Sinn auf etw. hin- wenden». vVerwéisen, v.: wegweisen(des Landes v.); wohin weisen. Alternhd. schwach Prät. verzweisete, Part. verweiset. Mhd. ver- WWisen falsch weisen, ausweisen, verstoßen, asãchs. farwfsian«verraten». Zgs. mit weisen. verwénden, v.: wegwenden(nur noch in negativen Sätzen);(Geld, Zeit) aufwenden, ge- brauchen(1561 bei Maaler);(refl.) sich für jem.

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

bemühen. Mhd. verwenden cabwenden, um- wenden, verleiten, verheiraten».verwérfen, v.: zu früh Junge werfen, unrichtig durcheinan- der werfen; als unnütz beiseite werfen;(Ps. 118, 22);(refl.) falsch werfen; sich verziehen (vom Holz). Mhd. verzwer fen, ahd. farwerfan; dazu asächs. farwerpan«wegwerfen, verstoßen, antreiben», got. fraawaiõrpan«verwerfen, fort- werfeny». 4. verwérflich, adj., 1664 bei Duez. 1verwésen, v.: ein Amt verwalten. Mhd. verwesen(Präs. εse, Prät.-as, Pl. awäsen, Part.-wesen, aber spätmhd. auch schon schwach), 2gs. mit wesen. 4BL. Verwéser, m., mhd.(im 14. Jh.) vertweser«Stellvertretery. verwésen, v. in Fäulnis übergehen(2. Kor. 4,16);(eig.) untergehen(Sprüch. 10, 7), mhd. verwesen«zunichte werden, vergehn, herunter- kommen, zunichte machen»; dazu got. razwisan cverbrauchen, verschwenden», woneben got. fraꝛwairpan«zunichte werden. Also zu wesen seiny, eig. aufhören zu sein⸗. Anderseits läßt es sich verbinden mit ahd. wesanén, ags. forrwis- nian«welk werden», anord. visna«zusammen- schrumpfew. Dann nicht zu werwesen, sondern verw. mit aw. vaésah- n.«Moder, Verwesungo, aind. végati czerfließto. Auch lat. virus n., gr. iöc m. Gifty hat man, aber kaum mit Recht, hier- hergestellt. 45L. verwéslich, adj., mhd. ver- Wwesenlich. Verwésung, f., mhd. verzesunge f. verwéttert, adj.: verflucht. Abgel. von wettern«fluchen». Im 17. Jh. verwichen, adj.: verflossen, vergangen(von der Zeit). 1716 b. Ludwig. Eig. Part. Prät. des veralteten Verbs verweichen. verwickeln, v.: ineinander- wickeln. Vielfach übertr., bes. im Part. ver- wickelt: kompliziert. Mhd. verwickeln. 4B L. Verwick(e)lung, f., im 18. Jh. verwil- dern, v.: wild, ungepflegt werden; wild ma- chen. 1664 b. Duez. Mhd. verwilden«entfrem- den, verwandeln, sich entfremden, verwildern. verwinden, v.: überwinden(ein Übel und dgl.). Mhd. verwinden«besiegen, überwinden. Vgl. ũberwinden. verwirken, v.: knetend verarbeiten(der Bäcker verwirkt das Mehl); durch Tun u. dadurch zugezogne Schuld sich verlustig machen. Mhd. verwirken, wüurken in beiden Bedd., ahd. farzwaurchan, firwirken«zer- stören, sich Schmach zuziehen»; dazu asächs. farwirkian«sich versündigen, verwirken», mndl. verwerken«durch Schuld sich verlustig ma- cheno, ags. forayrcean cübel tun, niederwerfen, durch Schuld sich verlustig machen», got. fra- waurkjan«verwirken, sündigenou. das Part. fra- waurhts«sündhafts.verwirren, v.(schwach, 74