Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1167-1168
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1167 vertikal

verwachsen 1168

v.: in Teilen bis zu Ende hingeben. Mhd. ver- teilen, auch des Anteils benehmen, verurtei- len»(noch im 17. Jh.), ahd. frfeilen«des Anteils benehmen», got. fradailjan cverteilewy. ver- téufelt, adj.: verflucht, listig, schlau, arg, auch einfach verstärkend. Part. Prät. zu mhd. vertiuvelen«xzum Teufel werdeny.

vertikäl(spr. 2⁰-), adj.: senkrecht. 1727 bei Sperander. 1716 bei Wolff nur in Zss. Aus lat. verticãlis«scheitelrechty von verteæ m. «Scheitel».

Vertiko(spr. w-), m.(-S, Pl.-s): feines Schränkchen, Zierschrank. Angeblich benaunt nach dem ersten Verfertiger Vertikoz in Berlin.

vertönen, v., neure Verdeutschung von komponieren. vertrãckt, adj.: schief ge- zogen, verzerrt, sehr schwierig,(auch als Fluch) verdammt. Bei Günther( 1723) 492. Eig. Partizip von mhd. vertrecken«verziehen, ver- zerreny. Eig. nd. Vertrãg, m.(-es, Pl. -träge): Abmachung(im 15. Jh. vertrag); Ver- träglichkeit(nordd.). Von verträgen, v.: fort⸗, wegtragen(mhd.); anderswohin tragen (bei Lessing 10, 237); ohne Widerstand auf sich wirken lassen, ertragen(mhd.); eine Uberein- kunft treffen(Schiller Jungfr. 1,3); durch Über- einkunft einigen(Goethe Götz 1, 1); durch Tragen verbrauchen(Jer. 38, 11. 12);(refl.) das, was man gegen den andern oder andre hat zum Einigsein aufheben. Mhd. vertragen, ahd. fartragan«fort-, wegtragen, in falscher Rich- tung tragen; tragen, ertragend geschehen las- sen, sich gefallen lassen. 4L. verträglich, adj., mhd. vertregelich, auch«erträglich». verträuen, v.: Zutrauen haben; anvertrauen (Weish. 14,5, Jer. 12,6); verloben(2. Mos. 21, 9). Mhd. vertrüaen, wie mhd.-spätahd. fertruén c(refl.) Zutrauen haben». 4B L. verträulich, adj.: geheim zu haltend. In der Zimm. Chr. vertrewo-, vertrawenlichen. vertrãut, adj.: eng verbunden, genau bekannt. 1618 bei Schöns- leder vertrawter freund. Eig. Part. zu ver- trauen. vertréiben, v.: fort-, wegtreiben zum Nichtdasein u. Nichtwiederkommen; da- u. dorthin verkaufen; in die Irre treiben; durch Ausbreitung sanfter abstufen(bei den Malern, Lessing 7,91). Mhd. vertriben cübermäßig(an)- treiben, wegtreiben, verwüsten, die Zeit ver- bringen, verkaufenꝰ, ahd. fartriban cfort-, weg- treiben, von sich weisen, abweisen(um 1000 auch) zugrunde richten»; dazu asächs. fardri- ban, ndl. verdrijven, ags. fordrifan«vertreiben. vertréten, v.: fort-, nieder-, zertreten(Luk. 8, 5); versperren; zum Handeln od. Schutz hin-

treten vor od. für einen; fehltretend schädigen; (refl.) sich durch Fehltreten beim Gehen be- schädigen;(ndd.) sich gehend Bewegung ma- chen. Mhd. vertreten«fort-, wegtreten, ver- treiben, verschmähen, zwischen eintreten, ver- sperren, nieder-, zertreten, vernichten, vor einen od. etw. treten, einstehen für, worüber hinaustreten,(refl.) fehltreten», ahd. far- kretan«durch Treten vernichten, zertreten, gegentreten». Vertrieb, m.(ſels): Waren- verkauf. Im 17. Jh. geläufig. vertrödeln, V.: die Zeit verbringen, 1780 b. Goethe Br. 4, 286. 1781 bei Kindleben«durchbringen, billig ver- kaufen». S. frödeln. vertrsten, v.: durch Gewährung von Hoffnung hinhalten(nach Ade- lung nur im gemeinen Leben);(älternhd.) hoff- nungsvoll machen(Hos. 7, 3). Mhd. vertrcœesten Bürgschaft leisten, Sicherheit gewähren,(ref.) sich trösten⸗, ahd.(bei Notker) fertrõsten. vertückeln, v.: mit Absicht und Sorgfalt(in unrechter Weise) verheimlichen. 1691 b. Stie- ler. S. tuckeln. vertün, v.:(tr.) in unnützer Weise verbrauchen;(intr.) in Verlust gehen (bes. im Part. vertan, Goethe Faust 4759, R. Wagner(Meistersinger] 7, 262), genug tun(Les- sing Hamb. Dram. St. 96, 79,[7, 429. 357]). Mhd. vertuon«verbrauchen, fort-, weggebens, ahd. fartuon; dazu asächs. farduan«frevelhaft han- deln, verderbenꝰ, ags. fordõon«zugrunde rich- ten». vertüschen, v.: durch Unterdrücken desKundwerdens verheimlichen. 1618 b. Schöns- leder. Mhd. vertuzzen,-tussen,-dussen,-tuschen, tüschen(intr.) betäubt werden,(tr.) zum Schweigen, Aufhören bringen, bedecken, ver- bergen, verheimlichen». S. ²tuschen.

verübeln, v.: übelnehmen. 1605 b. Alber- tinus Lustg. 155 2 verübel haben. veruún- glimpfen, v.: schmähen, beleidigen. 1462 bei Janssen Frankf. Reichscorr. 2, 214. Von Un- glimpf. verünstalten, v.: ungestalt machen. 1780 bei Adelung. Eig. verungestalten von un- gestalt. verüntreuen, v.: durch Untreue entwenden. Mhd. veruntriuwen«treulos sein». verürsachen, v.: die Ursache zu etw. ab- geben. Im 15. Jh. schweiz. neben ursachen. Vgl. auch Germ. 28, 408.

Verve(spr. werwe), f.: Begeisterung, Schwung. 1834 b. Petri. Das glbd. frz. verve f., wohl auf lat. verba Ntr. Pl.«Worten zurück- gehend.

verwächsen, v.: verkehrt wachsen(nur noch im Part. verawächsen); zuwachsen; zu- sammenwachsen, innig verbunden sein; durch Wachsen unbrauchbar machen(ein Kleid v.);