Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1165-1166
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1165 verstellen

vertagen 1166

verstantnisse f.(S. Verständnis). verstn- dig, adj., mhd. verstendic; davon Verstän- digkeit, f., mhd. verstendicheit f.«Verstand, Verständigkeit, Verständnis». verständigen, v.:(mit Akk.) jemandem etwas mitteilen (1642 bei Duez);(refl.) sich ins Einvernehmen setzen. verständlich, adj., mhd. verstentlich verständlich, verständig»; davon Verständ- lichkeit, f., mhd. verstentlicheit. Verständ- nis, n.(nisses, Pl.-nisse): das Verstehen; Ein- verständnis(veraltet, aber noch bei Schiller M. St. 4, 4); Eintracht(veraltet). Mhd. verstant-, verstentnisse f. n.«Verständnis, Einsicht, Ver- stand, ahd. fur-, forstantnessi n.«Einsicht»; damit 2gs. verständnisinnig, adj., Modewort im 19. Jh., vgl. Zfd W. 8, 137 f. verstätten, v.: gestatten(s. d.). 1691 bei Stieler. ver- stäuchen, v.: durch erschütternden Stoß oder unrechte Bewegung in Steifigkeit versetzen. 1664 bei Duez; 1663 b. Schottel 1426 verstaken. Aus dem Ndd., ndl. verstuilten«verrenken». Verstéck, n.(Tels, Pl.-e): Ort, wo man sich versteckt. Erst 1780 b. Adelung«im gemeinen Leben u. in der Kriegskunst». Von versték- ken, v.: verbergen. Mhd. verstecken ersticken machens. verstéhen, v.: zu lange stehen, dadurch verfallen od. verderben(noch bei Ade- lung); sich zu eta. v. sich zu etw. entschließen; etwas können(auch sich auX† etzo. v.); die Be- deutung der Wörter oder eines Zeichens einer Rede wahrnehmen u. auffassen; deutliche Be- griffe von etw. haben. Mhd. verstän(intrs.) im Fließen stillstehen, als Pfand uneingelöst verfallen,(trs.) durch Stehen versäumen, ver- tretend beschützen, wahrnehmen, einsehen. ahd. farstantan«wahrnehmen, geistig wahr- nehmen, geistig einsehen, auffassend erkennenn; dazu asächs. farstandan«verhindern, ferne hal- ten, verstehen', ags. forstandan cvor jem. schüt- zend stehen, ihn verteidigen, Einhalt tun, ein- sehen, verstehen». Die Bedeutung v.«intelligeres setzt wohl die Präp. got. fair crings herumy, gr. nepiævorauss. Vgl. Leopold 191. Nebenv. findet sich ahd. instantan cverstehen», eig.«hinein- treten» u. engl. understand, eig. dazwischen- treten». Eine ähnliche Bedeutungsentwicklung zeigt gr. ericrauot csich worauf verstehen. verstéllen, v.: vor etw. stellen(eine Tür v.); anders stellen, verändern(Kain verstellete seine Gebärde, 1. Mos. 4,5. 6);(refl.) sich anders zeigen, als man ist. Mhd. verstellen zum Stehen bringen, entstellen,(refl.) sich unkenntlich ma- chen». verstimmen, v., 1664 b. Duez vom Instrument, im übertr. Sinn(trs.) noch nicht

bei Adelung. verstöcken, v.:(trs.) unemp- findlich machen(2. Mos. 4, 21);(intrs.) unemp- findlich werden. Mhd. verstocken in 2. Bed. Davon das Part. verstöckt als Adj., schon mhd. verstocktez herze. verstöhlen, adv.: heimlich. Mhd. verstoln(e) adv. cheimlich, un- bemerkty zu mhd. versteln«heimlich wegneh- menv. verstörben, Part. zu unüblichem versterhen v.: sterben. Mhd. versterben.Ver- stößB, m.(-es, Pl.-stöße): Fehler. 1716 b. Lud- wig. Von verstõßen, v.:(intrs.) Fehler gegen den Brauch begehen;(trs.) von sich stoßen. Mhd. verstõzen, ahd. farstözan. verstréi- chen, v.:(trs.) zu streichen;(intrs.) schnell vorübergehen. Mhd. verstrichen in beiden Bedd. verstricken, v.:(eig.) sich in Fallstricke verwickeln(ein verstrichter Waldochse Jes. 51, 20), jetzt nur übertr. Mhd. verstrichen. verstümmeln, v.: gewaltsam um einen Teil od. Teile kürzen. Md. verstümbeln(Pass. 326, 83 H.). Versüch, m.(els, Pl.-e): das Ver- suchen, Versuchte. 1642 bei Duez. Md.(im Pass.) versũch m. Von versuchen, v.: prüfend zu erfahren od. kennen zu lernen suchen; unter- nehmen; auf die Probe stellen, bes. die Probe der Festigkeit. Mhd. versuochen, auch cbesu- chens. 4L. Versücher, m.(-s, Pl. wie Sg.): der Teufel. Mhd. versuocher m. der auf die Probe stellty. Versüchung, f.(Pl.-en), nur nochim kirchlichen Sinne. Mhd. versuochunge) f. versühnen, v., jetzt ungew. u. gesucht für versöhnen(s. d.), aber die regelrecht ent- wickelte Form.

vertägen, v.: verschieben. 1780 bei Ade- lung als landschaftlich(viell. schweiz., s. kagen) «auf einen gewissen Tag bestimmen od. ver- legen», 1811 bei Campe«verschieben, aufschie- ben, 1812 als schweiz. b. Stalder. Anders 1711 b. Rädlein vertagen cvor Gericht forderns(auch bei Goethe[Götz] 8, 49). Aber schon mhd. ver- tagen«einen Termin ansetzen, auf-, verschie- ben». vertéidigen, v.: durch Abwehr schützen. 1664 bei Duez auch verthäcigen u. 1646 bei Alberus dict. H2 b verthedigen(noch schwäb. vertädingen), aber b. Luther Hiob 13,7 verteidigen. Im 14. u. 15. Jh. verteidingen, tädingen«vor Gericht verteidigen, zgs. mit teidingen, tédingen aus tege-, tagedingen«ge- richtlich verhandeln, als Rechtssache führen», dann«verhandeln» von ahd. fagadinc n., s. Tei- ding. 4BL. Vertéidiger, m., bei S. Franck verthädiger, ebenso b. Weckherlin 2, 185 P. Ver- téidigung, f. bei Weckherlin 2, 31 F Verthädi- gung, 1664 b. Duez Vertheidigung. vertéilen,