Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1161-1162
Einzelbild herunterladen

1161 verschießen

verschwören 1162

15. Jh. verscheydenheit(Germ. 28, 408). ver- schießen, v.:(intrs.) durch Schießen, d. i. schnellste Fortbewegungschwinden(Jer. 18,14); (von der Farbe) abnehmen, schwächer werden (1678 bei Kramer);(trs.) fortschießen; durch Schießen aufbrauchen; aneine unrichtige Stelle setzen(Buchdrucker);(refl.) sich verlieben, bei Laukhard Leben 5, 102. Mhd. verschiezen afort, wegschießen, durch Schießen töten;(vom Fluß) im schnellsten Lauf entschwinden»; ahd. far- sciozan«fortschnellenꝰ; dazu mndl. verschieten die Farbe verlieren». verschimpfieren, v.: beschimpfen, entehren, entstellen. Bei Schil- ler Kab. u. L. 1, 1. Mhd. verschimpfieren. Volks- tümlich in Preußen verschampf)ieren. Ver- schiß, m.: Verruf. Stud. 1781 bei Kindleben. Vgl. Zfd W. 3,101. Verschläg, m. Jels, Pl. Schläge): absondernde Bretterwand; nur durch eine Bretterwand abgesonderter Raum. 1734 bei Steinbach. Von 1verschlägen, v.:(trs.) durch Schlagen fernhin u. zwar an einen un- rechten Ort kommen machen(mbd%.); zuschla- gen(auch einen Raum); unrichtig beschlagen (vom Pferde, dann bezeichnet verschlagen eine Pferdekrankheit);(intrs.) sich anders machen, einen Unterschied machen, den Zustand ver- ändern(es verschlägt nichts). Mhd. verslahen cfort-, wegtreiben, zu weit forttreiben, aus- einandertreiben, absperren, einsperren, ab- hauen, zer-, erschlagen, absichtlich unrichtig prägen, betrügerische Gaukelei treiben, betrü- gen, ahd. farslahan«abhauen, erschlagen, ein- sperren»; dazu ags. forsléan cheftig schlagen?

usw. 2 verschlägen, adj.:(vom Wasser) lau-

warm. Erst im 19. Jh. Eig. Part. Praät. zu ver- schlagen sden Zustand veränderw. 3verschlä- gen, adj.: schlau, listig. Bei Diefenbach gl. 375°, 1546 bei H. Sachs Fab. 86, 99, 1618 bei Schöns- leder. Die Entwicklung der Bed. aus dem Verb verschlagen ist nicht ganz klar. Vgl. verschmatzt. Verschléiß, m.(-es, Pl.-e): Kleinverkauf. Ost. 1509 bei Simonsfeld Fondaco 1, 382, ebd. 376 verschléißen. Von verschléißen, v.: (intrs.) durch Abnutzung zerreißen(Sir. 14,18); (trs.) durch Verkauf absetzen, noch öst.(. Ver- schleiß). Mhd. verslizen, ahd. farslizan cab- trennen, abfasern machen, abnutzen, abnutzend aufbrauchens. verschléudern, v.:(eig.) fortschleudern;(dann) leichtsinnig hingeben. Im 16. Jh. verschlaudern. verschlimm- bessern, v. durch Bessern schlimmer machen. Von Lichtenberg gebildet.-Verschlüßlaut, m.: Laut, der durch einen Verschluß im Munde gebildet wird(muta). In neurer Zeit. ver-

schmäh en, v.: für zu gering u. darum unwert halten. Mhd. versmähen, ahd. farsmähan. verschmérzen, v.: einen Verlust nicht mehr empfinden. Mhd.(selten) versmerzen. ver- schmftzt, adj.: schlau, verschlagen. Bei H. Sachs 3, 497, Fastn. 32, 344. Eig. Part. Prät. zu verschmitzen«mit Ruten schlagen». S. Schmitæ. Dieses Wort wirft wohl Licht auf die Bedeu- tungsentwicklung von verschlagen. ver- schnäppen, v.:(refl.) durch unüberlegtes Aussprechen etw. verraten. Bei Luther Jen. 3, 74². Zu schnappen. verschnéiden, v.: kastrieren(schon mhd.);(früher) zurechtschnei- den, zustutzen(mhd.), daher Wein verschneiden (im Brem. Wb. 4, 890). Mhd. versnöden, ahd. farsnãdan«zerhauen, schneiden, weg, falsch schneiden». Davon Verschnittener, m.: ein Kastrierter. Bei Luther. verschnüpfen, v.:(übertr.) ärgern, verstimmen, bes. im Part. verschnüpft. 1697 im Schelmuffsky 115. verschöllen, adj.:(von Menschen) verschwun- den u. wahrscheinlich tot; längst vergangen (1780 bei Adelung als Gerichtsausdruck); sehr alt, altmodisch(ein verschollenes Gewand, bei G. Keller 4, 247). Eig. Part. zu verschallen cauf- hören zu schallen». verschössen, s. ver- schießen. verschröben, adj.: in seinen An- sichten geistig verkehrt. Erst spät im 18. Jh. Eig. Part. Prät., aber falsch gebildet, von ver- schrauben«falsch schrauben». Dagegen schon im 17. Jh. verschrauft(Gombert 3, 21). 4BL. Verschröbenheit, f., b. Kant, Goethe 20, 291. verschrümpeln, v.: faltig werden. 1595 bei Rollenh. Froschm. 2, 4, 4, 119. Zu schrum- peln(s. d.). verschwénden, v.: durch un- nütze Art vertun. Mhd. verstwenden«erschwin- den machen, vertilgen, vernichten, verbrau- chen», späütahd. firswenden. Zgs. mit ahd. swendanæ«schwinden machens, dem Kausativum zu schawinden. 4BL. Verschwénder, m., bei Diefenb. gl. 462; davon verschwénderisch, adj., im 17.Jh. Verschwéndung,., b. Diefenb. gl. 462 b. verschwimmen, v.: in einander übergehen, undeutlich werden. Erst 1811 bei Campe gebucht u. spätim 18. Jh. aufgekommen. Wohl aus dem Nâd. verschwirbelt: ver- dreht, bei Goethe 4, 195. verschwistert, adj.: als Geschwister verbunden;(überhaupt) verbunden. 1725 b. Gottsched Ged. 1, 404, wohl nach Geschwister gebildet. verschwitzen, v.:(Vvolkstümlich) vergessen. Stud., Zfd W. 1, 50 Beleg von 1744; 1702 bei Kramer den Schaden verschaw.(ähnl. b. Schiller Räuber 2,3[2, 93]). verschwören, v.: etw. zu lassen schwören;