1159 Verrat
Versand 1160
Goldabquicker steht 1568 b. Mathesius Sar. 19². Ein solches verquichtes Metall heißt 4malgam. Man sagt jetzt auch in der Umgangssprache sich veramalgieren«sich mit jem. verbinden.— verquisten, v.: unnütz tun, vergeuden. Bei Lessing 7, 448. Aus dem Ndâd., frühnd., ndl. ver- kwwisten, zgs. mit mnd. quisten, ahd. quistan cverderbem, schon got. fraqistjan cverderben. Wohlverw. mit gr. oevvòvoi döschen', lit. gesti cerlöschen), abg. gasiti«löschen, aind. Jasalé cist erschöpfty. Vgl. Btr. 23, 352. Anders Idg. Forsch. 6, 103.
Verrät, m.(-Lels, nach Adelung poetisch. Erst 1691 b. Stieler. Das Abstraktum von ver- räten, v.: angebend kundtun; statt geheim- zuhalten aussagend mitteilen. Mhd. verräten «durch falschen Rat irre leiten, verführen, ver- raten?, ahd. farrãtan«verraten; dazu ags. for- rãdan falschen Rat gebens. 4L. Verräter, m.(-s, Pl. wie Sg.), mhd. verrãtœre,-rœtcœre, -ræter m. Davon Verräteréi, f., mhd. ver- rœterie f. u. verräterisch, spätmhd. verrœte- risch.— verrécken, v.: sterben(vom Vieh, verächtlich auch vom Menschen). Bei Opit poetisch. Mhd. verrecken cdie Glieder starr ausstreckend sterben». Also zu recken.— ver- réden, v.: geloben, nicht wieder zu tun. 1676 b. Butschky Pathmos 91(63), b. Ayrer 3, 2049. Mhd. verreden«zu Ende reden, ablehnen, ver- sprechen, gelobew.— verréißen, v.: herunter- machen in der Kritik. Um 1885 beliebt. Vgl. ZfdW. 8,23.— verrénken, v.: aus der gehöri- gen Lage renken(s. d.). Mhd. verrenken. 4BL. Verrénkung, f.(Pl.-en), 1561 bei Maaler.— verrichten, v.: nach Bestimmung od. Gehö- rigkeit vollbringen. Mhd. verrichten czurecht- machen?, mnd. vorrichten.— verringern, v., s. ringern.— verrõtten, v., s. Srotten. Aus dem Ndd. Mnd. vorrotten.— verrücht, adj.: im äußersten Grade lasterhaft. Mhd. verruochet adj. cum nichts bekümmert, sich um nichts kümmernd’, eig. Part. Prät. von mhd. verruo- chencnicht achten, unbekümmert sein», zgs. mit ruochen, s. geruhen.— verrücken, v.: an die unrechte Stelle rücken; verwirren. Mhd. ver- rücken, ahd.(bei Notker) verrucchen«von der Stelle rücken», mnd. vorrucken. verrückt, adj.: irre. 1575 im Garg. 237 verrucktt, noch bei Duez, Kramer verrückt im Kopff, 1561 bei Maa- ler der sinn ist im verruckt. Eig. das Part. des vorigen. Davon Verrücktheit, f., 1781 bei Adelung.— Verrüf, m.(-els): Acht, Bann. Stud. 1811 bei Campe. Von verrüfen, v.: (eig.) öffentlich ausrufen(noch bayr.-schwäb.-
schweiz.); einen in bösen Ruf bringen(schweiz. «jem. für bankerott erklären u. dies öffentlich ausrufen»). Mhd. verräefen offentlich ausrufen.
Vers, m.(-es, Pl.-e): abgeschloßne rhyth- misch geordnete Wortreihe; Strophe; Unter- abteilung eines Kapitels der Bibel. Mhd.-ahd. vers m. n. Gedichtzeile, Strophe», ndl. vers, ags. fers n. Entl. aus lat. versus m.«Gedicht- zeiley. RA. sich keinen V. auf etwo. machen kön- nen«nicht in Zusammenhang bringen können). 1601 bei Eyering 1, 188. ZUS. Versbau, m., bei Herder. Versfuß, m., 1811 bei Campe. Verskunst, f., 1663 bei Schottel 922. Verse- schmied, m.: schlechter Dichter. 1642 b. Rist Rettung d. edlen Hauptsprache B II* Versen- schnuid(fd W. 6, 264).
versägen, v.: auf Begehren in Worten zu- rückweisen; anderweitige Verfügung ausschlie- Bend zusagen; nicht wirken, wie man will(die Stimme, Flinte versagt). Mhd. versagen in 1. Bed., dann auch«entsagen, verleugnen, ver- leumdenꝰ, ahd. farsagén«abschlagen, verneinen, lossprechen vony.
Versdlie, f.(Pl.-n): großer Anfangsbuch- stabe, zunächst am Anfang des Verses.
Versand, m.(Lels): Versendung. Erst im 19. Jh. kaufm. Zu versenden.— Versätz, m. (-es): das Versetzen. Bei Schiller Fiesco 2, 17 müßt ich ganz Genua in Versate gehen. In der Sprache vieler Gewerbe. Damit zgs. Versätz- stück, n.: Bewegliches Stück auf der Bühne. — versäuern, v. sauer werden. Ubertr. 1575 im Garg. 187. Mhd. verstren«ganz sauer werdenv. — versäumen, v.: durch Säumen verlieren; vernachlässigen(Ebr. 13, 5, noch bei Goethe 36, 7); unterlassen. Mhd. versümen, ahd. far- sumjan versäumen, vernachlässigen, verspä- ten;— verschamerieren, v.:(refl.) sich verlieben. Bei Lenz 1, 281. Bei Abraham a St. Cl. Gack Gack(Baden 1688) S. 162, 4 verschame- riert cbezaubernd schöny. Entstellt aus frz. charmer, s. scharmänt.— verschämt, adj.: sich schämend. Schon spätmhd. verschamte adv.«verschämter Weise?, gew. aber cunver- schämty. Zu mhd. verschamen«in Scham ver- sinken, über die Schande hinwegkommen».— verschéiden, v.: sterben. Mhd. verscheiden cfortgehen, vergehen, verschwinden, sterben? (zuerst in der Genesis).— verschérzen, v.: (durch Scherzen) um etw. kommen. Mhd. ver- scherzen.— verschieden, adj.: nicht eins dem andern gleich. 1678 bei Kramer unterschied- lich⸗. Die eig. Bed. ist«sich getrennt habend. 4B. Verschiedenheit, f., im 18. Jh., im


