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— vermöõge, Prap. mit Gen.: vermittels, durch. 1525 in Ord. 128 vermög. Eig. ein Subst. Ver- mãge f.«Kraft, Fähigkeit⸗ u. daher von Prãp. abhängig, spätmhd. ãz vermog, mnd. na ver- moge, mit vermoge.— Vermögen, n.(-s, Pl. wie Sg.): Kraft, Macht; Hab u. Gut. Spätmhd. vermligen,-mugen n.«Vermögen, Kraft, Macht». Der subst. Inf. von vermõgen, v.: imstande sein;(einen wozu v.) jem. wozu veranlassen. Mhd. vermügen,-mugen«imstande sein, Gewalt haben über», zgs. mit môgen in dessen ältrer Bed. Davon das Part. vermõgend als adj.: wohlhabend. Im 18. Jh., älter dafür vermögen, vermuügen.— vermümmen, s. 2Mumme.— vermüren, v.: durch Muren vernichtet wer- den. In neurer Zeit bekannt geworden.— vermüten, v.: nach Wahrscheinlichkeit oder nach Gefühl schließend annehmen. 1642 b. Duez gebucht. Bei Luther 4, 533 2sich vermuten. Nicht mhd., aber mnd. häufig vormòden, ndl. vermoe- (de)n. Aber asächs. farmõdian«verachten». Zu Mut. 4BL. vermutlich, adj.: auf Vermu- tung beruhend. 1571 bei Mathesius Sar. 2b.— Vermütung, f.: Annahme auf bloßes subjek- tives Fürwahrhalten hin. Im 16. Jh.(Germ. 28, 407). vernägelt, adj.: beschränkt. Im 19. Jh. Eig. das Part. Prät. von vernageln.— vernéh- men, v::(eig.) auffassen, erfassen,(daher auch) sehen(veraltet);(dann bes.) hören(mhd.); mit dem Geiste auffassen(schon ahd. farnimu cin- telligo»);(gerichtlich) einen befragen(bei Chr. Weise Böse Cath. 205, 14). Mhd. vernemen, ahd. farneman. Aber asächs. farniman, ags. forni- man chinraffen, zerstören», got. franiman cin Besitz nehmen⸗. Die Bedeutungsentwicklung ist also ähnlich wie bei begreifen, erfassen. 4B L. vernéhmlich, adj.: laut, deutlich. Bei Diefen- bach gl. 424. Vernéhmung, f.:(jetzt nur) gerichtliches Verhör(1688). Früher ageistige Erfassung,(b. Diefenb. a. a. O., noch b. Lessing 8,250).—vernéinen, v. neinsagen;(früher) ab- leugnen, versagen(Goethe 15, 1, 95, Schiller 11, 10). Mhd. verneinen cabschlagen, verweigern. — vernichten, v.: zunichts machen, zerstören; (veraltet) für nichts achten(Ps. 73,8). Mhd. ver- nihten in beiden Bedd., mnd. vornichten. Zu niht. 4 BL. Vernichtung, f., md.(im 14. Jh.) vernihtunge f.— Vernünft, f.: das in sich auf- nehmende(empfangende) u. schaffende Geistes- vermögen; das aus sich selbst erzeugende Gei- stesvermögen; das sittlich-geistige Vermögen. Mhd.(md.) vernau(n)ft, vernu(n)st f.«Tätigkeit
des Vernehmens, Wahrnehmung durch einen
Sinn, Verständnis, Einsicht, Klugheit, Vernunfts, ahd. fernumist, fernumft f.(geistige) Fassungs- kraft, Einsicht des Geistes u. Erkenntnis». Zu vernehmen. 4 BL. vernünfteln, v.: mit dem Scheine der Wahrheit als richtig darstellen. 1691 b. Stieler. vernünftig, adj.: der Vernunft ge- mäß, verständig, bei Sinnen. Mhd. vernunftec, vernuünftig, vernunstic, ahd. fernumen)stig, fer- nunstig«vernünftigy. Verönika, Frauenname, aus lat. Veronica. verördnen, v.: befehlen, anordnen(bes. vom Arzte); zu einem Amte Befugnis erteilen (verordnete Diener der Kirche, Stadtverordnete). Bei Luther, 1537 bei Dasypodius. 4BL. Ver- ördnung, f. Bestimmung, Befehl. Bei Luther. verpãfeln, s. verbäfeln.— verpässen, v.: harrend etw. versäumen. 1691 bei Stieler vom Spiel.— verpãätzen, v.: verderben, vergeuden (mundartl., preuß. verpatschen). Zu patschen od.² Batzen.—Verplémpern, v.: verschütten, vergeuden(Beleg von 1594 im Schweiz. Id.); (refl.) sich unüberlegt, leichtsinnig verlieben, bei Hagedorn Od. u. L. 100, 1669 im Simpl. 501. Das Wort ist in den Ma. ganz Deutschlands weit verbreitet u. gehört zu schweiz. plampen afrei hangend hin- u. herschwanken, nachlässig ein- hergehen, aus Untätigkeit und Trägheit nicht wissen, was man tun solb. Vgl. Eempe.— ver- pönen, v.: bei Strafe verbieten. Spätmhd. ver- pénen(mit Akk. d. Pers.). Zu Poen(s. d.).— ver- posamentieren, v.: verbringen. Md.-nordd. Eig. durch zu viele Posamenten(s. d.) verbrin- gen.— verpüffen, v.:(durch Puffen des Pul- vers) vergehen machen. Bei Goethe Faust 2862, 1651 bei Fleming 665.— verpülvern, v.: viel Geld verbringen. Volkstümlich, wie verpuffen zu erklären.— verpüúppen, v.:(refl.) zu einer Puppe(s. d. ²) werden(im 18. Jh.);(übertr.) sich verwandeln.— verpüsten, v.:(refl.) sich aus- ruhen. Bei Möser patr. Phant. 4, 100 in hochd. Form verpausten.— verpüútzen, v.: mit Putz (8. d. ²) bekleiden(bei den Maurern); durch Putz (s. d. ¹) beseitigen, dann verschwenden(1772 bei Zachariä poet. Schr. 2, 32); aufessen, verbrau- chen(mundartl. in Norddtschld., z. B. preuf., magdeburg.). Mhd. verbutzen«vermummenꝰ. verquäãsen, v.:(bes. in der Küche) vergeu- den. Ndd. Mnd. vorquasen, mhd. verquãzen. Zu quasen.— verquér, adv.: quer. Wohl aus furguer entstanden.— verquicken, v.: ver- einigen. Nach Adelung nur in der Chemie üb- lich,«vermittelst des Quecksilbers auflösenꝰ u. dadurch gleichsam guick, d. i. clebendig, flüssig machen». In diesem Sinne schon im 17. Jh. 73*


