Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1155-1156
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1155 verlesen

vermachen 1156

1verlésen, v.: das Gute aus dem Schlechten auslesen(in md. u. nd. Ma., im 15. Jh. nd.); vor- lesen(1487 bei Janssen 2, 490); falsch lesen; durch Lesen Zeit hinbringen.*verlésen, adj.: verloren. Bei Schiller 13, 369(Tur. 660), 1735 bei Günther 191, bei Körner. Noch in nd. u. md. Ma. Viell. vom Verlesen des Urteilsherge- nommen. Vgl. DW. verlétzen, v.: empfind- lich schädigen; anch bildlich. Mhd. verletzen, s. Ietzen. verléumden, v.: durch falsche Angaben in schlechten Ruf bringen. Mhd. ver- lium(un)den«in üblen Ruf bringen?. Zu Leu- mund. 4 BL. Verléumder, m.(*I, Pl. wie Sg.), 1561 b. Maaler; davon verléumderisch, adj., 1691 bei Stieler. Verléäumdung, f., 1537 bei Dasypodius. verlieben, v.:(refl.) jem. lieb- gewinnen. 1605 b. Albertinus weibl. Lustg. 813. Davonverliebt, adj., im 17.Jh.verlieren, v.(Präs. verliere, Prät. verlor, Part. verloren, Imp. verlierſe]): abhanden kommen; durch Da- hinsein nicht mehr haben. Mhd. verliesen, ahd. farliosan(Präs. farliusu, 1. Pl. farliosamés, Prät. farlös, Pl. farlurum, Part. farloran, Imp. farlius); dazu asächs. farliosan, ndl. verliezen, afrs. urliasa, ags. forléosan, got. fraliusan«ver- lieren». Zu der Wz. in gr. Nôeiv löseny, lat. aere cbüßen, bezahlen⸗, solvere«lösen», aind. landti, lunõti aschneidet, schneidet ab⸗; diese nicht er- weiterte Wz. steckt noch in got. luneins f.«Er- lösungy, ags. dlynian«befreien». Verlies, bayr.-öst. auch Verließ, n.(-es, Pl.-e): unter- irdischer Keller, Kerker. Aus dem Ndd. in der 2. H. des 18. Jhs. Nd. verlies n.«der Zustand, da man sich verliert, unsichtbar wirdy, dann «der Ort, der unsichtbar machts, in Bremen «Name eines tiefen Kellers, der als Gefängnis dientes(Brem. Wb.). Also zu verlieren. Belege ZfdW. 9, 125. Wohl durch die Ritter- u. Räu- berromane beliebt geworden, bes. Burgverlies (1777 b. Bürger 215). verlôben, v.: feierlich zur Ehe versprechen(1466);(refl. sich v.) sich die Ehe versprechen, bei Luther 2, 136 2 J. In ältrer Zeit«geloben»(4. Mos. 6, 13 f. u. noch bei Goethe 26, 215). Mhd. verloben, mnd. vorloven cgeloben». Davon Verlöbnis, n.(-nisses, Pl. -nisse): Heiratsversprechen. Bei Luther F. u. Ntr. Spätmd. vorlobnis f. n. Verlöbung, f. (Pl.-en), 1691 bei Stieler. verlögen, adj.: lügnerisch. Mhd. verlogen, ahd. frlogenér. Eig. Part. Prät. zu dem unüblichen Verb mhd. ver- liegen durch Lügen falsch darstellen». ver- löhnen, v.: belohnen. Nur in der RA. es ver- lohnt die Mühe nicht. Md. verlônen,-lœnen be- zahlen». Verlôttern, v.: herunterkommen,

herunterkommen lassen. Bei Wickram Rollw. 12, 21 Kz. verlüdern, v.: verprassen, ver- schlemmen. Schon mhd. verlaodern. Bei Ade- lung als«sehr niedrigy bezeichnet. Zu Luder. Verlüst, m.(-es, Pl.-g): das Abhandenkommen zu Schaden; dasso Abhandengekommene. Mhd. v(er)lust f., auch«Verderben», ahd. forlust f.; dazu asächs. farlust f.«Verderben', got. fralasts f.«Verderben, Vernichtung». Zu verlieren. Da- neben früher Verlarst(1678 bei Kramer), ent- standen unter Einwirkung von mhd. verlor m., asächs. farlor m. Verderben. Vgl. Zfd W. 6, 364. 4BL. verlüstig, adj.: verlierend. Mhd. v(er)- lastec, lüstec«Verlust habend, bringend. vermächen, v.: völlig verschließen, zu- machen(Hos. 2, 6, Lessing 7, 382); etwas letzt- willig für jem. als Eigentum bestimmen(im 14. Jh.). Mhd. vermachen auch zertrümmern, festmachen»; dazu mnd. vormaken. Dazu Ver- mächtnis, n.: letztwillige Verordnung; das Vermachte, Erbe. 1678 bei Kramer Vermacht- niß. vermählen, v.: zur Ehe geben; eine Ehe schließen. Im 15. Jh. vermehelen,-mahelen. Mhd. dafür mehel(eyn, mahilen, ahd. mahaljan, s. Gemahl. 4BL. Vermählung, f, 1561 bei Maaler. Dafür md. mahelunge, mehelunge f. vermähnen, v.: eindringlich ermahnen. Mhd. vermanen, meist«verachten, verschmähen», ahd. farmanõn nur in dieser Bed., dagegen mnd. vor- manen nur«ermahnen. verméinen, v.: meinen, glauben. Mhd. vermeinen. Davonver- méintlich, adj., zgs. mit dem Part. Präs. 1572 b. Melissus Ps. 40. verméssen, adj.: zuviel sich zutrauend, furchtlos. Mhd. vermezzen«ver- wegen, kühn, leichtsinnigy, Part. Prät. zu mhd. sich vermezzen«seine Kraft abmessend sich kühnlich entschließens, ahd. sich fermezzan sich entschlossen etw. vornehmen». Dazu Vermés- senheit, f., mhd. vermezzenheitf., spätahd. fer- mezzenheit.-verméssentlich, adj., mhd. ver- mezzenliche(n) adv. kühnlich». vermitteln, v.: als Mittel, Mittelsperson dienen, um etwas auszugleichen, zu bewirken. Mhd. vermitteln, auch chindernd dazwischentretemw. 4B L. Ver- mittler, m., 1691 bei Stieler. Vermitt(e)- lung, f., im 17. Jh., z. B. 1645 bei Zesen Ibr. 1, 376. vermittels(preuß. nur so), vermit- telst, Präp. mit Gen.: durch Vermittlung, Bei- hilfe, mittels. Beide Pormen b. Luther. Nicht mhd., aber mnd. vormiddels, auch«mitten inne». Die Herkunft ist nicht ganz klar, vgl. DW. vermöbeln, v.: vergeuden(stud.), herunter- machen(volkstüml.), durchprügeln(schwäb.- els.). 1757 im Leipziger Robinson5«verkaufen.