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zugrunde gehen(bei Bürger 210). Mhd. ver- komen(intr.) vorüber-, zu Ende gehen, aus- gähren, übereinkommen,(tr.) vorangehen, sor- gend verhüten»; dazu asächs. farkuman ver- gehens u. got. fraqiman«verzehren, verwenden, erschöpfen». Davon Verkömmenheit, f.: ge- sellschaftlicher u. sittlicher Niedergang.— Ver- köppelung, f.: Zusammenlegung verschied- ner getrennter Felder zu éinem Grundstück. Im 19. Jh. Zu koppeln(s. d.).— verkörksen, v.: verpfuschen. Volkstüml. in Norddtschld. Eig. wohl cfalsch korkens.— verkörpern, v.: etw. Unsinnliches als körperlich darstellen. Erst bei Campe verzeichnet. Zuerst bei Wieland.— verköstigen, v.: mit Kost versehen. 1582 im Garg. 107.— verkrächen, v.: bankrott wer- den. In neurer Zeit. S. Krach.— verkrämen, v.: durch Unordnung etw. verschwinden ma- chen. 1780 bei Adelung. S. Kramen.— ver- krätschen, v.: ausplaudernd verraten. Bei Schiller 2, 261 verkrätscht(später verträtscht). Schwäb. Vgl. DW.— verkrümeln, v.:(refl.) sich nach u. nach entfernen. 1822 bei Heinsius. Bei G. Keller 4, 222 verkrümmeln. Eig.«in Krü- mel zerfallen».— verkrümpeln, v., s. Krum- peln.— verkühlen, v.:(refl.) sich erkälten. Mundartl.— verkůmmern, v.: herabsetzen, beschränken(bei Lessing 2, 181, aber nach Ade- lung ungew.). Mhd. verkumbern, Kümbern, kKüummern«in Beschlag nehmen(noch älter- nhd.), auf-, vorenthalteny». Zu Kummer. Da- von Verkümmerung f., bei Goethe Natw. Schr. 6, 276.
Verläg, m.(-Lels, Pl.-äge, bayr. auch-e): (eig.) das Auslegen von Geld(Kosten, bei Ma- thesius Luther 10⁴); dann bes. dieses für das Drucken von Büchern von seiten des Buchhänd- lers(im 18. Jh.); Auslage von Waren(G. Keller). — Verlängen, n.(*s): Wunsch, Begehren. 1537 b. Dasypodius. Der subst. Inf. verlängen, v.: etwaszu erreichensuchen, begehren. Ursprüng- licher unpers. mich verlangt nach etao. cich fühle mich hingezogen». Mhd. mich verlanget näch, daneben mich belanget, ahd. mich(be)langét; da- zu(unpers.) asächs. langon, ags. langian, engl. long, anord. langa. Wohl zu lang. Vgl. langen.— verläppern, v.: durch kleine Ausgaben Geld verbringen. Mundartlich. Zu läppern oder zu Lappen, b. Kirchhoff milit. disc. S1 verlappern. — Verlãß, m., fast nur in es ist kein V. auf ihn. Bei Adelung als nd. Im Brem. Wb. 3, 23 dar 15 nien verlaat to. Zu sich verlassen. verlässen, v.: zurücklassen, aufgeben, im Stiche lassen; (refl. sich v.) vertrauen(eig.«sich überlas-
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
sen*). Mhd. verlãgen, län«fahren lassen, ent- lassen, verzeihen, zulassen, überlassen, übrig- lassen, hinterlassen, unterlassen,(refl.) sich ver- lassen», ahd. farläzzan; dazu asächs. farläãtan «Verlassen, unterlassen, entlassen, übertreten, verlieren, vermeiden», ndl. verlaten, ags. for- lctan,(entl. anord. ſyrirlãta, schwed. förlaͤta, dn. forlade), got. fralétan afreilassen, unterlas- sen, zulassen, erlauben, herablassen». Davon Verlässenschaft, f.: das hinterlaßne Erbe. Im 16. Jh.— Verläub, m., nur in mit V:: mit Erlaubnis. Im 16. Jh. aus dem Ndd., nd. verlõv, mnd. vorlöf, ndl. verlöf. Zu mhd. (1374) verlouben= erlauben.— Verläuf, m.(*e]s): Fortgang der Zeit; die Art u. Weise, wie sich etw. ereignet(b. Schweinichen 1, 262). Nicht mhd., aber mnd. vorlop m. n. Von ver- läufen, v.:(eig.) laufend sich entfernen,(meist refl.) bes. vom Wasser(1. Mos. 8, 3. 5);(refl.) in die Irre gehen. Mhd. verloufen(refl.)«vorüber- gehen, vergehen, weglaufen, sich laufend ver- lieren⸗; dazu mnd. vorlôpen, ndl. vorloopen.— verläutbaren, v.: an die Offentlichkeit brin- gen, bekanntmachen;(unpers.) esheißtso. Mhd. verlutbœren zu lütbœre adj. claut, öffentlich», ahd. liutbäro, zgs. mit lüt m.«Laut».— ver- läuten, v.:(unpers.) man sagt. Mhd. verliuten cverkünden».— 1verlégen, v.: hinlegen, an einen andern Ort legen; hinlegen, so daß man es nicht wiederfindet(mhd.); durch ein gelegtes Hindernis versperren(mhd.); Kosten auslegen (mhd.); Bücher verlegen(s. Verlag);(refl. sich auf etzo.) etw. betreiben. Mhd. verlegen, ahd. (b. Notker) ferlegen«bedecken». Davon Ver- léger, m., seit der Mitte d. 17. Jhs. als Bücher- verlegers, im 15. Jh.«Unternehmer».—*ver- légen, adj.: ratlos, unschlüssig, zweifelhaft. Erst 1741 bei Frisch. Eig. Part. Prät. von ver- liegen«durch Liegen schlecht werden», so ver- legen«mit Liegen verdorben» 1664 bei Duez u. 1678 b. Kramer. Schon mhd. verlegen cdurch zu langes Liegen in Trägheit versunken, entwertet, verdorben», aber wohlnicht daran anzuknüpfen. Dazu Verlégenheit, f.: Schwierigkeit(1716 bei Ludwig); Zustand, in dem man nicht weiß, wie man zu handeln hat(1741 bei Frisch). Doch schon mhd. verlegenheit f. schimpf liche Untätig- keit».— verléiden, v.: leidmachen, die Lust benehmen. Mhd. verleiden, ahd. farleidõn, mnd. vorleiden.— verléihen, v.: leihweise geben; hingeben. Mhd. verlihen, abd.-asächs. farlähan als Geschenk geben, gewähren⸗.— verléiten, v.: auf falsche Wegeleiten. Mhd. verleiten, ahd. farleitan; dazu asächs. farlédean, ags. forlãdan. 73


