Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
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1153-1154
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1153 Verlag

verleiten 1154

zugrunde gehen(bei Bürger 210). Mhd. ver- komen(intr.) vorüber-, zu Ende gehen, aus- gähren, übereinkommen,(tr.) vorangehen, sor- gend verhüten»; dazu asächs. farkuman ver- gehens u. got. fraqiman«verzehren, verwenden, erschöpfen». Davon Verkömmenheit, f.: ge- sellschaftlicher u. sittlicher Niedergang. Ver- köppelung, f.: Zusammenlegung verschied- ner getrennter Felder zu éinem Grundstück. Im 19. Jh. Zu koppeln(s. d.). verkörksen, v.: verpfuschen. Volkstüml. in Norddtschld. Eig. wohl cfalsch korkens. verkörpern, v.: etw. Unsinnliches als körperlich darstellen. Erst bei Campe verzeichnet. Zuerst bei Wieland. verköstigen, v.: mit Kost versehen. 1582 im Garg. 107. verkrächen, v.: bankrott wer- den. In neurer Zeit. S. Krach. verkrämen, v.: durch Unordnung etw. verschwinden ma- chen. 1780 bei Adelung. S. Kramen. ver- krätschen, v.: ausplaudernd verraten. Bei Schiller 2, 261 verkrätscht(später verträtscht). Schwäb. Vgl. DW. verkrümeln, v.:(refl.) sich nach u. nach entfernen. 1822 bei Heinsius. Bei G. Keller 4, 222 verkrümmeln. Eig.«in Krü- mel zerfallen». verkrümpeln, v., s. Krum- peln. verkühlen, v.:(refl.) sich erkälten. Mundartl. verkůmmern, v.: herabsetzen, beschränken(bei Lessing 2, 181, aber nach Ade- lung ungew.). Mhd. verkumbern, Kümbern, kKüummern«in Beschlag nehmen(noch älter- nhd.), auf-, vorenthalteny». Zu Kummer. Da- von Verkümmerung f., bei Goethe Natw. Schr. 6, 276.

Verläg, m.(-Lels, Pl.-äge, bayr. auch-e): (eig.) das Auslegen von Geld(Kosten, bei Ma- thesius Luther 10⁴); dann bes. dieses für das Drucken von Büchern von seiten des Buchhänd- lers(im 18. Jh.); Auslage von Waren(G. Keller). Verlängen, n.(*s): Wunsch, Begehren. 1537 b. Dasypodius. Der subst. Inf. verlängen, v.: etwaszu erreichensuchen, begehren. Ursprüng- licher unpers. mich verlangt nach etao. cich fühle mich hingezogen». Mhd. mich verlanget näch, daneben mich belanget, ahd. mich(be)langét; da- zu(unpers.) asächs. langon, ags. langian, engl. long, anord. langa. Wohl zu lang. Vgl. langen. verläppern, v.: durch kleine Ausgaben Geld verbringen. Mundartlich. Zu läppern oder zu Lappen, b. Kirchhoff milit. disc. S1 verlappern. Verlãß, m., fast nur in es ist kein V. auf ihn. Bei Adelung als nd. Im Brem. Wb. 3, 23 dar 15 nien verlaat to. Zu sich verlassen. verlässen, v.: zurücklassen, aufgeben, im Stiche lassen; (refl. sich v.) vertrauen(eig.«sich überlas-

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

sen*). Mhd. verlãgen, län«fahren lassen, ent- lassen, verzeihen, zulassen, überlassen, übrig- lassen, hinterlassen, unterlassen,(refl.) sich ver- lassen», ahd. farläzzan; dazu asächs. farläãtan «Verlassen, unterlassen, entlassen, übertreten, verlieren, vermeiden», ndl. verlaten, ags. for- lctan,(entl. anord. ſyrirlãta, schwed. förlaͤta, dn. forlade), got. fralétan afreilassen, unterlas- sen, zulassen, erlauben, herablassen». Davon Verlässenschaft, f.: das hinterlaßne Erbe. Im 16. Jh. Verläub, m., nur in mit V:: mit Erlaubnis. Im 16. Jh. aus dem Ndd., nd. verlõv, mnd. vorlöf, ndl. verlöf. Zu mhd. (1374) verlouben= erlauben. Verläuf, m.(*e]s): Fortgang der Zeit; die Art u. Weise, wie sich etw. ereignet(b. Schweinichen 1, 262). Nicht mhd., aber mnd. vorlop m. n. Von ver- läufen, v.:(eig.) laufend sich entfernen,(meist refl.) bes. vom Wasser(1. Mos. 8, 3. 5);(refl.) in die Irre gehen. Mhd. verloufen(refl.)«vorüber- gehen, vergehen, weglaufen, sich laufend ver- lieren⸗; dazu mnd. vorlôpen, ndl. vorloopen. verläutbaren, v.: an die Offentlichkeit brin- gen, bekanntmachen;(unpers.) esheißtso. Mhd. verlutbœren zu lütbœre adj. claut, öffentlich», ahd. liutbäro, zgs. mit lüt m.«Laut». ver- läuten, v.:(unpers.) man sagt. Mhd. verliuten cverkünden». 1verlégen, v.: hinlegen, an einen andern Ort legen; hinlegen, so daß man es nicht wiederfindet(mhd.); durch ein gelegtes Hindernis versperren(mhd.); Kosten auslegen (mhd.); Bücher verlegen(s. Verlag);(refl. sich auf etzo.) etw. betreiben. Mhd. verlegen, ahd. (b. Notker) ferlegen«bedecken». Davon Ver- léger, m., seit der Mitte d. 17. Jhs. als Bücher- verlegers, im 15. Jh.«Unternehmer».*ver- légen, adj.: ratlos, unschlüssig, zweifelhaft. Erst 1741 bei Frisch. Eig. Part. Prät. von ver- liegen«durch Liegen schlecht werden», so ver- legen«mit Liegen verdorben» 1664 bei Duez u. 1678 b. Kramer. Schon mhd. verlegen cdurch zu langes Liegen in Trägheit versunken, entwertet, verdorben», aber wohlnicht daran anzuknüpfen. Dazu Verlégenheit, f.: Schwierigkeit(1716 bei Ludwig); Zustand, in dem man nicht weiß, wie man zu handeln hat(1741 bei Frisch). Doch schon mhd. verlegenheit f. schimpf liche Untätig- keit». verléiden, v.: leidmachen, die Lust benehmen. Mhd. verleiden, ahd. farleidõn, mnd. vorleiden. verléihen, v.: leihweise geben; hingeben. Mhd. verlihen, abd.-asächs. farlähan als Geschenk geben, gewähren⸗. verléiten, v.: auf falsche Wegeleiten. Mhd. verleiten, ahd. farleitan; dazu asächs. farlédean, ags. forlãdan. 73