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verher(g)unge.— verhéißen, v.: etw. Gutes zu geben versprechen. 1482 im voc. theut. ii 3 b verheyssen. Mhd. einfach heizzen, ahd. giheizzan cVersprechen»; dazu asächs. gihétan, got. gahai- tan. Davon Verhéißung, f., im 15. Jh.— ver- hélfen, v.: wozu dienlich sein. Spätmhd. ver- helfen. Mit Dat. der Pers. u. 2u, bei Lessing 1, 233 mit dem Akk., was auch Adelung angibt.— ver- höffen, v., s. hoffen.—verhölen, v.: ein Schiff mittelst eines starken Taus, an dem ein Schiff gezogen wird, an einen andern Platz bringen. Seemünn. 1811 b. Campe.— Verhör, n.(-lels, Pl.-e): Anhören u. Befragen vor Gericht. 1568 b. Mathesius Luther 16 b N., spätmhd. verhœr(e) f. u. so noch b. Steinbach u. bayr. 1678 b. Kra- mer M. Von verhören, v., im 18. Jh. auch noch«überhörens(Lessing 7,2), mhd. verhœren chören, anhören, vernehmen, zu Ende hören, prüfen». Vgl. Leopold 64.— verhünzen, v., s. hunzen.— Verhüten, v.:(veraltet) behüten; Schaden abhalten od. abwenden. Erst spätmhd. verhueten in erster Bed. Der auf verhüten fol- gende abhängige Satz ist häufig noch negiert: Daß er sein bõs Gelisten nicht vollbrachl,— Hat Golt und meine gute Aæt verhütet, Schiller Tell 1, 1, ebenso Turandot 1, 1, Tell 3, 1, Luther 2. Kor. 8, 20. Heute ist das ungew.— verhüt- zeln, siehe hatzeln.
verinteressieren, v.:(refl.) sich verzinsen. Im 18. Jh. Von Interesse(s. d.) in der ältern Bed. Zins».— verjähren, v.: alt werden (Schiller Wall. Tod 1, 4, Jungf. 5, 1); durch Alter ungültig werden. Mhd. verjãren in diesen Bedd., aber verjcren«verjähren lassen».— verjük- kern, v.: in lustigem Treiben vertun. In Nord- dtschld., auch in Estland. Daneben preuß. ver- Jucken, verjuchen. Wohl von nd.-ndl. jokken, 1477 clev. jocken«scherzen, vgl. ¹⁄Jucks. Da- von auch verjücksen, v., bayr., aber auch nordd.— verjüngen, v.: jung machen; in kleinerm Maßstab nachbilden(im 16. Jh.);(refl.) nach oben dünner werden. 1716 bei Wolf Ver- jungung der Säule.
Verkälkung, f.: das Kalkansetzen in den Adern. 1691 bei Stieler Verkalkung«calcination. — verkäppen, v.: unter fremder Hülle un- kenntlich machen, meist im Part. verkappt. 1534 bei Franck Weltbuch 44 b. Zu Kappe.— Verkäuf, m.(-Lels, Pl.-kãufe), erst frühnhd. von verkäufen, v.: für Geld hingeben;(refl.) zu teuer kaufen(mundartl.). Mhd. verkoufen, ahd. firkoufen; dazu asächs. farkopian,-Kköpon «verkaufen). Davon Verkäufer, m., mhd. verkoufœære, u. Verkäuflich. adj., 1678 b. Kra-
mer verkauflich.— Verkéhr, m.: Handel u. Wandel, Umgang, Betrieb. Erst 1741 b. Frisch. Im 18. Jh. vielfach Ntr., bei Adelung M. Von verkéhren, v.:(trs.) in das Entgegengesetzte verändern,(bes. im adj. Part. verkehrt);(intrs.) Handel treiben(nach Adelung«im gemeinen Leben» nicht mhd., aber mnd. vorkeren); um- gehen(erst 1780 bei Adelung gebucht). Mhd. verkéren umkehren,-wendem.— verkéilen, v.:(stud.) verkaufen(1778 bei Hermes Soph. Reise 1, 429 als schles., 1781 b. Kindleben stud.); (jetzt auch) verprügeln(s. Keilen);(refl.) sich verlieben, bei Hauff.— verkénnen, v: nicht erkennen(Lessing Minna 4, 3 II, 570], Goethe 1, 238, Schiller Braut 1675); falsch erkennen, be- urteilen. Erst 1691 bei Stieler.— verkétten, v.: verbinden. Eig.«mit Ketten verbinden», 1442 bei Janssen 2, 32.— verkétzern, v.: schmähen, herabsetzen(Goethe 38, 34), eig. für einen Ketzer erklären. Bei Zwingli 2,206. — verklägen, v.: jem. vor Gericht ziehen. Mhd. in dieser Bed. nur einmal im 15. Jh. ver- klagen, sonst«klagen, beklagen».— verkläm- men, v.: vor Frost erstarren. Nordd. vielfach verklamen. Im ältern Ndd. Bei Bürger 105; 246 verklomt u. bei andern verklomm)en. Zu klamm.— verklüren, v.:(eig.) klar machen; (dann bes. kirchl.) über das Irdische erhöhen. Mhd. verklœæren«erhellen, verklären». Nd. auch verklaren. Verklärung, f.:(seemünn.) Klar- legung eines Unfalls usw. auf See. 1783 in der Danziger Willkühr 40. Von verklären«erklä- ren».— verklausulieren, v.: durch Vorbe- halte einschränken. Bei Schiller Picc. 4, 7. Von Klausel.— verkléiden, v.: mit einer Umhül- lung versehen(noch in der Sprache der Hand- werker eine Tür verkleiden); in neue, fremd- artige Kleider hüllen. Nicht mhd., aber mnd. — verklöm(m)en, verklömt, s. verkclam- men.— verklôppen, v.: verkaufen. 1831 stud. Md.-nd. Form für verklopfen.—-verknöchern, V.: steif, unbeweglich, nicht mehr aufnahme- fähig werden. Erst 1822 bei Heinsius in eig. Bed., bei J. Paul beliept in übertr. Bed.— ver- knürren, v.: verurteilen(stud.). Eig. wohl «in brummender Rede etwas aussprechen».— verknüsen, v.:(eig.) verdauen;(dann übertr. einen nicht verknusen Können) nicht ertragen. In Norddtschld., aber auch hess.-nass.-'schweiz. Mhd. verknusen, 2chnusen«zerquetscheny, von mhd. Knüsen«fest andrücken?, ahd. firkussan zermalmeny, ags. c* Ssσ drückens, aschwed. knusa, dän. Kuse«zermalmen».— verköm- men, v.: vergehen(noch mundartl. u. b. Lenau);


