Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1149-1150
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1149 Vergnügen

Verhaft 1150

gleichung(bes. in der Verb. in(in) Vergleich, 1780 bei Adelung cim gemeinen Leben»). Zu- erst bei Logau 1, 5,97 Zustand des Gleichseins. Von vergléichen, v.(jetzt stark, Prät. ver- glich, Part. verglichen, früher schwach): gleich- machen, einebnen(veraltet, aber noch b. Goethe 20, 21. 200. 204[Wahlverw.] u. bei Handwer- kern); zur Obereinstimmung bringen; eine Sache od. Person einer andern gleichstellen; untersuchen, ob etwas übereinstimmt od. nicht (bei Opitz 1, 91);(refl.) sich vertragen. Mhd. vergelichen«ausgleichen, refl.«sich vertragen». Vergnügen, n.(*H, Pl. wie Sg.): angenehme Gemütsheiterkeit(1716 bei Ludwig). Schon spätmhd. ver(ge)niegen n. das Zufriedenstel- len, Genüge»(so noch bei Logau 2, 1, 34 u. später im Kanaleistil) Der subst. Inf. des folg. ver- gnügen, v. genuggeben, ersetzen(Ver: altet, bei Luther l. Sam. 18,227); zufriedenstellen(Schiller Graf v. Habsburg 86; 12, 117), bes. im Part. ver- gnügt«ufriedengestellt»(Lessing 2,76, Schiller 12, 342), dann cfröhlich gestimmt»(Simpl. 4, 30, 22 Kz.); bezahlen(im Handelsrecht bis heute üblich, seit 1404[Sattler Handelsrechnungen d. Deutsch. Ordens 207 vorgenogen] oft belegt). Mhd. vergenüegen zufriedenstellen, befriedi- gem. Zu genug. 4L. vergniüglich, adj.: vergnügt. 1691 bei Stieler. Vergnügung, f., bes. im Pl. Vergnüugungen: Unternehmungen, die zur Erheitrung Anlaß geben. Im 17. Jh. Früher«Genügen, Genugsamkeit»(1691 bei Stieler nur in dieser Bed.). vergölden, v.: mit Gold überziehen; wie Gold aussehend machen. Schon mhd. vergolden neben häufigerm vergulden(noch bei Goethe 1, 90, Rückert 11, 239), vergülden(noch bei Goethe 4, 20). ver- göttern, v.: göttliche Ehre antun; sehr hoch schätzen. Im 17. Jh.; dafür früher vergotten (noch bayr.), mhd. vergotten. vergrämt, adj.: die Spuren des Grams tragend. Zu sel- tenem vergrämen, mhd. vergramen«einem gram werdem. vergréifen, v.: durch Greifen ab- nutzen(Goethe Faust 3779), durch Greifen be- seitigen(im Buchhandel von Büchern vergrif- fen);(refl.) falsch greifen, unrichtig wühlen; dann in unberechtigter Weise Hand an jem. legen(sich an jem. vergr.). Mhd. vergrifen «falsch, fehlgreifen,(refl.) sich vergreifen, einen Mibßgriff tun,(trs.) einschließen, einbegreifen?; dazu asächs. fargripan Part.«verdammto, afrs. urgripa(refl.)«sich vergreifen⸗, ags. forgri- pan æfassen, erfassen, Gewalt anwenden». Vergünst, nur noch in mit Vergunst: mit Er- laubnis. Mhd. vergunst f.«Erlaubnisy. Zgs. mit

Gunst. Vergünstigung, f.: Erleichterung. 1678 bei Kramer«Erlaubnis», so noch bei Ade- lung u. Schiller 12, 462(M. Stuart 2, 4). Von veraltetem vergünstigen cerlaubem(im 15. Jh.). vergüten, v.:(eig.) gut machen;(dann) Er- satz leisten für etw., bezahlen. Spätmhd. ver- guüeten statt des einfachen güeten, nd. vorgoden, ndl. vergöden.

Verhäft, m.(-els), fast nur noch in der RA. in V. nehmen. Mhd. nur einmal verhaft m. Von verhäften, v.: gefänglich einziehen. 1664 bei Duez. Mhd. dafür verheften(Prät. verhafte, Part. verheftet, verhaft)«einheſten, umstricken, verbinden, verpflichten, zurück-, vorenthalten, arretieren», eig.«fest haftend machen», ein Be- wirkungswort zu haften. Verhälten, n

(s): Betragen, Benehmen. Der subst. Inf. des folg. 1691 bei Stieler. verhälten, v.: zurück- halten(mhd.);(refl.) von einem andern Ding seinen äußern Umständen nach bestimmt wer- den oder sich selbst nach diesen richten. 1664 bei Duez. Davon Verhältnis, n.(-sses, Pl. -se): das Verhalten, die Beziehungen zweier Dinge zu einander,(in neurer Zeit auch) zweier Menschen. 1716 bei Wolff F. 1667 von Sturm als Verdeutschung von lat. proportio vorge- schlagen(Zfd W. 7, 56). verhändeln, v etw. besprechen. 1664 bei Duez«von einem Dinge redeny. Eig.«Handel mit etw. treibenꝰ, spätmhd. verhandeln chandeln, tum, sonst«ver- kehrt handeln». Davon Verhändlung, f.(Pl. -en), 1780 b. Adelung als obd., 1691 b. Stieler venditioy, im 15. Jh. verhandelunge f. cschlechte Handlung, Verbrechen». verhängen, v. hängen lassen(mit verhängten Zügeln); ulalsen (Pred. 5, 5);(ein Ubel) veranlassen(2. Makk. 5, 17); zuhangen. Mhd. verhengen in d. ersten 3 Bedd. Davon Verhäüngnis, n.(¹sses):(von Gott) über uns verhängtes Ubel. Mhd. verhenc- nisse, hancnisse f. verharschen, v.: hart werden, sich mit einer Kruste überziehen. 1691 b. Stieler u. schon einmalim 15. Jh. Früher mhd. verharsten. Verhäu, m.: Wegsperre durch niedergehaune Bäume. 1757 b. Egger. Zuver- häuen, in der Bed.«pniederhauen», mhd. ver- housben auch durch Hauen versperren»; sich verhauen etw. falsch machen» ist stud.(Zfd W. 3, 101 Beleg von 1624). verhéddern, v (refl.) sich verwirren, bes. auch im Sprechen. 1778 bei Hermes Soph. R. 1, 692. Zu 1Hader. Nordd. verhéeren, v.: verwüsten, nam. die Oberfläche der Erde. Mhd. verhern, verher- gen, ahd. farheriön«durch Heeresmacht verder- ben». Zu Heer. Davon Verhéerung, f., mhd.