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vergalstert
Vergleich 1148
— vergälstert, adj.: verzaubert, behext, ver-
wirrt. Noch alem.-hess. 1561 bei Maaler ver- galsteren, mhd. vergalstern«verzaubern⸗. Zu mhd. galster n.«Gesang, Zaubergesang, Betrug, ahd. galstar n.; dazu ags. gealdor n., anord. galdr n. Zu ahd. galan v.(Zaubergesang) singen, verw. mit gell.— Vergängenheit, f.: die ver- floßne Zeit(erst bei Gottsched); Präteritum, im 19. Jh., bei Adelung noch vergangene Zeit. Von vergüngen, dem Part. von vergehen(s. d.).— vergänglich, adj.: mit der Eigenschaft des Vergehens behaftet. Mhd. vergenclich,-ganclich cvergänglich, irdisch; dazu mnd. vorgenklicheit f., ndl. vergankelijſc. Zu mhd. vergang m.«das Vergehen».— vergänten, v.: öffentlich ver- steigern. Obd. Mhd. im 15. Jh. verganten. Zu Gant(s. d.).— Vergätterung, f.: Versamm- lung, Vereinigung; militärisches Signal zur Ver- einigung. Mhd. vergaterunge f.«Vereinigung, Versammlung». Von vergatkern, mhd. verga- ktern«sich vereinigen?, ndl. vergaderen, verw. mit Gatte, engl. fogether«zusammen'», nicht zu Gatter.— Vvergében, v.: wohin od. an jem. geben(Amt, Lieferung, Tochter); verzeihen, eig. wohl die Genugtuung, die einem zukommt, fortgeben»; vergiften(veraltet, jetzt mit Akk., eig. mit Dat.«einem hingeben»); unrichtig ge- ben(Karten, 1780 b. Adelung);(refl. sich, einer Sache etawas v.) eig. etwas nutzlos hingebens. Mhd. vergeben in den drei ersten Bedd., in der dritten mit Dat., ebenso ahd. fargéban; dazu asächs. fargeban«geben, vergeben, verheißen?, ndl. vergeeven wie nhd., ags. forgifcn chingeben, verzeihen», got. ragifan chingeben, verzeiben. ²vergében, adj.: erfolg-, wirkungslos. Noch bei Goethe nat. T. 5, 8, Tasso 2,4, Lessing 3, 333; 6,63, R. Wagner Flieg. Holl. 1, 2(vergebne Hoff- nung). Eig. das Part. Prät. von vergeben, schon mhd. vergeben cerfolglos⸗, eig.«hingegeben, aufgegeben, wert aufgegeben zu werden, nichts wert».— vergébens, adv.: ohne Erfolg, ohne Wirkung. Bei Luther Sach. 8, 10 vergebens um- sonst, unengeltlichy(mnd. vorgeves), mit adv.-s aus mhd. vergeben() adv., ahd. fergebeno um- sonst, unentgeltlichy. Diese Bed. noch schweiz. — vergéblich, adj.: erfolg-, wirkungslos. Md. im 15. Jh. vergeh()lich, mhd. vergebenlich adv. «vergebens, umsonst».— vergéh(e)n, v.: (intr.) nach u. nach aufhören;(refl.): ins Irr- gehen geraten; sich vom Gesetz entfernen u. so gegen dieses handeln. Mhd. vergãn,-gén,(intr.) «vorübergehn, dahinschwinden;(tr.) vorbei- gehen;(refl.) vom Weg abkommen, sich ver- irren», ahd. firgangan,-gän, tr. u. intr.— Ver-
géhen, n.(-s, Pl. wie Sg.): Handlung gegen das Gesetz. Der Inf. vergehen als Subst. Erst bei Gellert.— vergélten, v.: in dem Maße des Empfangnen erwidern. Mhd. vergelten, ahd. fargeltan; dazu asächs. fargeldan«zahlen, loh- nen, erkaufen», ags. forgyldan, got. fragildan zurückgeben, vergelten»y. 4BL. Vergél- tung, f., mhd. vergeltung f.(Germ. 28, 407), ahd. vergeltunge f.— vergéssen, v.(vergesse,-gis- sest, du, er vergißit, Prät. vergaß, Konj.-güße, Part. vergessen, Iimp. vergiß): aus dem Gedächt- nis verlieren; unterlassen. Mhd. vergezzen, ahd. fargezzan; dazu asächs. fargetan, afrs. arieta, ags. forgitan. Zgs. mit“getan«erlangen'», in ahd. bigegzan, asächs. bigetan, ags.(bi)gi(e)tan, engl. to get, anord. geta«erlangen, erreichen, Dazu noch ergötzen. Verw. mit lat. prehendere cer- greifen⸗, kymr. genni«contineriꝰ, gr. xdvddvérv cfasseny, lit. pasigèsti(Präs. pasigendi)«ver- missen), lett. giecla«werde inne, vermute», abg. gadajq«errate, vermuteꝰ, alb. gondem«werde gefundenn. Das Wort erfordert ahd.-mhd. den Gen., der sich bis ins 18. Jh. hält, jetzt wird es mit dem Akk. verbunden(seit Luther). Bayr.- öst. sagt man verg. auf etiw. Vergéssenheit, f.: Zustand, indem man vergessen hat(das Meer der Vergessenheit); Vergeßlichkeit. Bes. in der RA. in Vergessenheit geraten. Mhd. vergezzen- heit f. Vom Part. vergessen.— vergéßlich. adj.: leichtvergessend. Mhd. vergegze(n)lich aus*vergezzentlich, 2zgs. mit dem Part. Präs. Davon Vergéßlichhkeit, f., 1537 bei Dasypo- dius.— vergéuden, v.: unnützerweise im Ubermaß verwenden. Nach Adelung zobd., aber hochd. veraltet»; in den meisten Wörterbüchern aber angeführt. 1561 bei Maaler u. auch bei Luther(Spr. Sal. 13, 11). Mhd. nur einmal ver- giuden in unsichrer Bed. Zgs. mit mhd. giuden (noch schweiz. güden), md. güden«großtun, prahlen, rühmen», dann md.«Verschwendung treiben. Dazu mhd. giude f.«Freude, Jubel», md. güde«Verschwendungy. Herkunft dunkel. 4B2L. Vergéuder, m., mhd. vergider m. Ver- géudung, f., 1537 bei Dasypodius.— vergil- ben, v.: gelbwerden. Meist nur im Part. ver- gilbt. Md. vergilzwen«gelb machen od. werden. S. Gilbe.— Vergißmeinnicht, n.(Gen. u. Pl. wie Nom. u. Gen.-Hels, Pl.-e): die Pflanze myosotis palustris, Mausohr(s. d.). Schon im 15. Jh. Eine stets verstandne Zss. Nach Loni- cerus Bl. 274² der Name, weil das Anhängen der Wurzel die Geliebten«holdselig u. wert machem soll.— Vergléich, m.(-els, Pl.-e): Beilegung eines Streites(1664 bei Duez); Ver-


