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Beschluß über etw. fassen. Nach Adelung bes. obd. Mhd. vereinbœren zu mhd. einbœre cein- hellig, einträchtig»(-bœre zu beren«tragen?, s. gebären).— veréinen, v.: zur Einheit um- bilden. Mhd. vereinen, ahd. fareinen asich in die Einsamkeit begeben»; dazu mnd. vorénen. Dafür jetzt meist veréinigen, v., selten mhd. vereinigen, mnd. vorénigen.— veréiteln, v.: wirkungslos machen. Mhd. veritelen cevanes- cere». Zu eitel(s. d.).— verénden, v.: sterben (nur von Tieren). Mhd. verenden, ahd. farentõn cein Ende machen, nehmenꝰ.
verfähren, v.:(intrans.) vorüber-, ver- gehen(veraltet); sterben(veraltet);(mit sein, auch haben, Schiller Wall. T. 3, 15) in Bez. wor- auf fort u. bis zu Ende tätig sein(1664 b. Duez); (trans.): auf einem Fahrzeug wohinbringen; durch Fahren verderben. sich v.«irre fahren?. Mhd.- md. vervarn«vorübergehen,-kommen, vergehen, sterben, verderben, zugrunde gehen, irrefahren, unrecht fahren, ahd. firfaran«vor- übergehen, vergehen, sterben; dazu and. farfa ran«vollständig durchfahren», mnd. vorvaren, ags. for faran.— Verführen, n.(*5): Vorgehen. Der subst. Inf. mit der 3. Bed. von verfahren. Erst 1701 belegt. Früher dafür Verfahrung f.— Verfäll, m.(Lels, Verbalabstraktum von ver- fallen. 1691 bei Stieler. verfällen, v.: zu- sammenfallen, kraftlos werden, geistig zurück- gehen;(auf etzwas v.) nachdenkend auf etwas kommen; in Strafe, Krankheiten kommen; (vom Lehen) in einen andern Besitz übergehen. Mhd. vervallen«zu tief fallen, in Sünde geraten, zugrunde gehen, anheimfallen, schuldig wer- den», ahd. farvallan.— Verfãngen, v.:(eig.) mit Wirkung fest fangen,(daher dann als Rechtsausdruck) mit Beschlag belegen,(ver- altet, aber noch b. Uhland u. in Verfängen- schaft f.«Beschränkung einer Sache behufs Sicherstellung»); ausrichten, wirken(nur in negativen Sätzen);(refl. sich v.) sich in etwas festfangen. Mhd. vervähen fangen, zusammen- fassen,(refl.) sich in etwas festfangen, ahd. far- fähan«festfangen, nützeny. Uber die Flexion s. fangen. Davon verfänglich, adj.:(eig.) worin man sich verfängt,(dann) Verlegenheiten bereitend. 1664 bei Duez. Mhd. vervanc-, ver- venclich«tauglich, nützlich, wirksam».— ver- füssen, v.:(eig.) fassen, festfassen, in sich fas- sen, zusammenfassen;(dann) herrichten, her- stellen, namentl. ein Buchschreiben(bei Luther, aber erst 1741 bei Frisch gebucht). Die Be- deutungsentwicklung macht Daniel 7, 1 klar: Daniel hatte einen Traum.. auf seinem Bette
u. er schreib denselbigen Traum u. verfasset jn also. Mhd. verbazzen«aufnehmen». Davon Verfässer, m.: Schriftsteller(1754 b. Lessing 4, 116 u. 1691 b. Stieler); Verfässung, f.: Be- reitschaft, Stimmung; Staatsverfassung. Mhd. 1346 vervazzunge f.— verféchten, v.: fech- tend verteidigen, jetzt auf das geistige Gebiet beschränkt. Mhd. vervehten«auch heimlich wegnehmern'; dazu mnd. vorvehten, andfrk. far- fehtan«fechtend vernichten».— verfémen, s. Feme.— verfitzen, v.: verwickeln, verwir- ren, bes. im Part. verfitzt. 1741 bei Frisch, s. fitzen.— verflixt, adj., adv.: Entstellung von verflacht, namentl. als Ausdruck der Bewunde- rung.— verfügen, v.:(anhd.) wohinschicken, senden, woher sich v.«sich wohin begeben» (1618 bei Schönsleder); geistig einrichten, an- ordnen, eig. wohl«an richtiger Stelle einfügens; über etwas herrschen. Mhd.(selt.) vervüegen passen, anstehenꝰ, aber mnd. vorvogen«veran- stalten, einrichten». Davon Verfügung, f.: das Anordnen, Verordnung. 1691 bei Stieler. — verführen, v.: in die Ferne führen, trans- portieren(noch im 18. Jh.); an einen falschen Ort führen, verleiten(nur noch übertr.); aus- führen(Lrm, Geschrei). Mhd. veruieren«voll- führen, ausüben, wegführen, irreführen, ver- leiten, auseinanderführen, zerstören, durch Fah- ren verderben), ahd. ferfuoren; dazu mnd. vor- voren. 4BL. Verführer, m., 1440 b. Diefenb. gl. 524 b ferfurrer. verführerisch, adj.: vom (rechten) Wege ablenkend. 1678 bei Krawer. Dafür bei Luther verfürisch(Jer. 10, 15. 51, 18; 1. Tim. 4, 1; 2. Tim. 3, 13, mhd. vervüerlich. Verführung, f., mhd. vervüerunge f.— ver- fümfeien, v. inlustigem Leben vertun; leicht- sinnigerweise schlecht u. zunichte machen, ver- pfuschen. Aus dem Ndd. in die nordd. Umgangs- sprache aufgenommen. Von J. Paul gebraucht. 1755 b. Richey ver fumfum) feyen, von nd. bam- fei, fidelfum fei«Violine, Bierfiedeby. Nordd. sagt man auch verhumfiedeln(auch preuß.«schwän- gern), preuß. verbumfeien, hess. verbombei- sen, verpopeisen, nordd. verbubanzen(preuß. cschwängern). Vgl. noch Zfd W. 3, 241. vergäffen, v.:(refl.) sich verlieben. 1650 bei Moscherosch Phil. 1, 90. Mhd. verkapfen ssich in starres Ansehen verlieren».— vergäl- len, v.: gallenbitter, d. h. höchst unangenehm machen. Mhd. vergellen. Zu Galle.— ver- galoppieren, v.:(refl.) zu falschen, vorschnel- len Schlüssen kommen. Eig. durchzuschnelles Reiten in die Irre geraten», aber in dieser Bed. nicht nachgewiesen. In den Ma. weit verbreitet.


