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ben(Prät. verdarp, Pl. verdurhen, Part. verdor- ben, Imp. verdirp) in 1. Bed. u. mhd. verderben (Prät. verdarpte, Prät. verderbet) in 2. Bed. Letztres ist eig. das Kausativ zum ersten u. setzt ein altes-darhjan voraus. Ahd. nicht belegt, aber sicher vorhanden gewesen. Dazu mnd. vorderben, mndl. verderven«schlaff werden», ndl. bederven. Ins Dän. entl. fordärve. Nicht sicher erklärt. Viell. zu lat. forpére«betäubt seiny, lit. fipti«erstarren, gefühllos werdenꝰ, abg. u-tripéti«erstarren» und dann viell. auch mit derb zusammenhängend. Die schwache Flexion von ²werderben hält sich bis ins 18. Jh., noch bei Lessing 3, 200, Goethe 19, 54; 10, 32, Schiller Picc. 4, 7; Wall. Tod 2, 7, u. das Part. verderht noch bis heute.— Verdérben, n. (-§): Untergang, Vernichtung. Subst. Inf. des vorigen. Schon mhd. verderben n.— Verdér- ber, m.(-s): Teufel. Mhd. verderber m. Ver- nichter».— verdérblich, adj.: Verderben bringend. Mhd. nur aus verderbelicheit f. Ver- derbens zu erschließen, mnd. vorderflik.—Ver- dérbnis, f.(Pl. nisse): das Verdorbensein. Mhd. verderpnisse f. n. Das Ntr. ist im 18. Jh. noch ganz gew. u. wird auch jetzt noch gehört.— verdéutschen, v.: ins Deutsche übersetzen. Schon im 15. Jh.(Germ. 28, 407).— verdie- nen, v.: durch Dienstleistung, dann durch Tun, Arbeit erwerben; für seinen Dienst, seine Tätigkeit einer Sache wert sein. Mhd. verdie- nen«durch Dienst erwerben, sich eines Lohnes od. einer Strafe wert machen, durch Dienst er- widern od. leisten», ahd. ferdienõn(b. Notker) durch Dienst erwerben». Davon Verdienst, m.(-es): Erwerb, Gewinn, n.(-es, Pl.-e): durch Tätigkeit erworbener Wert. Die Scheidung des Geschlechts gibt erst Adelung an, es schwankt aber sonst noch, so bei Goethe 26, 277 m. n., 117 m., 46, 122 n. Bei Luther Hes. 22, 31 m.(meri- tum), spůtmhd. verdienst m.«meritum⸗, mnd. vordénst n., m. älter u. häufiger. Davon ver- dienstlich, adj., erst 1741 bei Frisius, u. ver- dienstvoll, adj., b. Lessing 6, 2.
Verdikt, n.(-els, Pl.-e): Ausspruch, Ent- scheidung, bes. der Geschworenen. Aus glbd. engl. verdict aus lat. vére dictum«Wahrspruch. Erst 1834 bei Petri, der noch werdikt auszu- sprechen verlangt.
verdingen, v.:(refl.) sich zu Arbeit, Tätig- keit verpflichten. Mhd. verdingen«durch einen Vertrag binden, verpflichten», ahd. firdingön. Zu Ding gerichtliche Verhandlungy. Ahd.- mhd. nur schwach, nhd. auch stark, s. dingen. — verdönnern, v.: zu etw. verurteilen. 1825
stud.(Zfd W. 3, 101), aber auch preuß. In den Ma. sonst«(durch Donner) zugrunde richten». — Verdörbenheit, f.: das Verdorbensein. 1780 b. Adelung aus Dusch.— verdörren, v.: dürr werden. Mhd. verdorren, ahd. fardorrén. Zgs. mit dorren(s. d.).— Verdrieß, m., s. Ver- druß. verdrießen, v. impers.(Präs. verdrießt, dichterisch bis ins 19. Jh. verdreußt, Prät. ver- droß, Konj. verdrõsse, Part. verdrossen): Unlust erregen. Mit Akk. d. Pers. u. Sache, früher auch mit Gen. d. Sache. Mhd. verdriezen(Präs. ver- driuzet, Prät. verdrõôz, Pl. verdruzzen, Konj. ver- drüzze, Part. verdrozzen). Ahd. nicht belegt. Daneben mhd. erdyiezen«überlästig dünken“, ahd. rdriozan, got. uspriutan«beschwerlich fallenꝰ, ags. reotan«sich ekeln, anord. pPrjôta «mangeln); dazu anord. Frot n.«Mangeb, Hraut f.«Not, Mühe». Wohl verw. mit lat. krüdere «stoßen, fortstoßen, drängen, abg. fruditi quä- lenꝰ, trudi m.«Bedrängnis, Mühsal», alb. treß «verschneidey. Die Grdbed. ist wohl«stoßen. — verdrießlich, adj.: Verdruß habend; Ver- druß bringend. Im 15. Jh. verdr iee)lich(2gs. mit Verdrie, s. Verdruß) neben verdrüßlich (im 18. Jh.) durch Anlehnung an Verdruß.— verdrössen, adj., das schon in mhd. verdrozzen zum Adj. gewordne Part. von verdrießen. Da- von Verdrössenheit, f., mhd. verdrozzenheit. — Verdrüß, m.(-Sses), Verbalabstraktum zu verdrießen. Bei Luther verdrus, mhd. selten verdruz, häufiger urdruz. Daneben mhd. ver- driez, häufig bei Luther(Jer. 7, 18, 19, Hes. 8, 3 verdries) u. noch bei Schiller Tell 3, 3.— ver- düften, v.: den Geruch verlieren(erst 1780 b. Adelung); davon gehen(preuß.-nordd.).— ver- dützt, adj.: verwirrt, überrascht. Eig. Part. von verdutzen. Erst 1811 bei Campe, aber alt. Daneben aus dem Ndd. verdutten, 1691 b. Stieler, mnd. verdutten. Mhd. dafür vertuzzen,-tussen, dussen,-tuschen,-tüschen«betäubt werden, vor Schrecken verstummen, außer Fassung kommeny, 28s. mit flzgen usw.«still sein. Her- kunft dunkel, vgl. noch disseln.
veréhren, v.: Ehrerbietung gegen jem. he- gen;(im 15. Jh.) ein Geschenk geben— ver- éidigen, v.: durch Eid binden, fehlt bei Ade- lung, Campe, Heinsius(aber schon mhd. ver- eidigen). Früher dafür vereiden.— Veréin, m.(-els, Pl.-e): Verbindung zur Einheit, ver- einigte Gruppe von Menschen. Erst 1780 bei Adelung als obd. gebucht. Schweiz. auch n. u. f., mhd. vereine f.«Vereinigung, UÜbereinkom- men,(Basl. Chron.).— veréinbaren, v.: ver- einigen(Wieland 10, 69); einen gemeinsamen


