Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1141-1142
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1141 verbieten

Verdacht 1142

verlassen»; dazu ndl. bijster. Herkunft dunkel. verbieten, v.: entschieden untersagen. Mhd. verbieten, auch ge-, entbieten», ahd. forbiutan; dazu and. forbiodan, mnd. vorbeden, afrs. forbiada, urbiada, ags. forbéodan, engl. forbid, got. faurbiudan. verbinden, v.: durch Binden zudecken, abschließen(Augen, Wunden); vereinigen; verpflichten; falsch ein- binden(1780 b. Adelung). Mhd. verbinden cfest- binden, zusammenfügen, zubinden, verpflich- ten⸗, ahd. farhindan; dazu afrs. forbinda, ags. forbindan. Davon verbindlich, adj.: ver- pflichtend,(jetzt) höfiich; gveraltet)! verpflichtet (Schiller 4,149, abernoch inVerbindlichkeit,

f., b. Diefenb. gl. 486 ²). Erst im 16. Jh. ver- bitten, v.; durch Bitten beseitigen, energisch abwehren(sich etzv. v.). Erst 1725 b. Steinbach.

Früher«für einen bitten». verblénden, v.:

geistig trüben. Mhd. verblenden«blenden, ver- blenden, verdunkelmw. verblüffen, v.: durch Überraschung verwirren, einschüchtern. Im 18. Jh. aus dem Ndd. aufgenommen, b. Wieland 18, 86. Von Campe Bereicherung empfohlen. Bei Adelung verbleffen neben verblüffen. Mnd. vorblufyen, ndl. verbluffen«durch Gebärden u. Wort Furcht einjageny. Zgs. mit nd. bluffen durch Gebärden u. Wort Furcht einjagen, pol- tern», wozu engl. bluff«ungeschickt dick, trot- ag. verblümen, v.,(fast nur im Part. ver- blümt): durch Wahl eines bildlichen Aus- drucks den eigentlichen Sinn verdecken. Mhd. verblüemen«beschönigen», eig.«etw. mit Blu- men, bes. Redeblumen(nachlat. flores bei Cicero de or. 3,25, 96) schmückem. verböhren, v., fast nur in sich in etzo. v.: in falschen Ansichten befangen sein, u. im Part. verbohrt, adj.: ver- dreht. Erst im 19. Jh. belegt, eig. ein Zimmer- mannsausdruck«falsch bohren». Verböt, n. (Jels, Pl.-e): entschiedner Befehl, etw. zu unter- lassen;(veraltet) auf Gut gelegter Beschlag. Mhd. verhot n., zu verbieten. verbrümen, v.:(eig.) mit einem Rande versehen(mhd. ver- bremen),(dann) verzieren. Zu Bräme. Ver- bräuch, m.(-els), nach Adelung 1780 cnoch nicht sehr gangbar, aber bequem für Consum- kionv. Von verbräuchen, v.: verwenden, den Vorrat erschöpfen. Erst in Glossen des 15. u. 16. Jhs., mhd.-mnd. fehlend, aber ndl. verbrtui- ken, ahd. farbrühhan. Verbréchen, n.(s, Pl. wie Sg.): Verletzung des Strafgesetzes, schädi- gende Handlung. Erst 1664 bei Duez gebucht. Dersubst. Inf.von verbréchen, v. zerbrechen,

verletzen. Nur im Part. verbrochen u. im prät. verbrach üblich. Mhd. verbrechen, ahd. farbreh-

han; dazu mnd. vorbreken, ndl. verbreken, afrs. urbreka, ags. forbrecan«zerbrechen». Davon Verbrécher, m., zuerst mhd. verbrecher, wo- von verbrécherisch, adj., 1780 b. Adelung. verbriefen, v.: urkundlich feststellen, sicher- stellen. Von Brief«Urkundey. Mhd. verbrieven, ahd. farbriefan, mnd. vorbreven. verbrü- dern, v. refl.: sich mit einem wie mit einem Bruder verbinden. Erst 1691 bei Stieler. Mhd. sich verbruodern«in den Besitz der Brüder übergehen». verbünden, v.:(refl.) sich zu einem Bunde vereinigen. Mhd. sich verbanden zu einem unüblichen verbund m.«Bündnis»(zu verbinden).verbübanzen, verbümfeien, verbümfiedeln, s. verfumfeien. verbüt- ten, v., s. batt.

Verdächt, m.(Lels): Argwohn. Bei Luther F. Nicht mhd., aber mnd. äm 14. Jh.) vordacht. Zu verdenken 6. d.). 4BL. verdächtig, adj., bei Diefenb. gl. 569 e. verdämmen, v.: für strafbar erklären; für völlig unwert u. verwerf- lich erklären. Mhd. verdam(p)nen, ahd. firdam- nn, dessen damnõn aus lat. damnãre«schuldig sprechen, verurteilemh. Urspr. kirchlicher Aus- druck, u. daher noch der Fluch verdammt, eig. zur Hölle verdammt». 4L. Verdämmnis, f., bei Luther F. u. Ntr., mhd. verdamp)nisse f. n. verdattert, adj.: verdutzt, verwirrt. Mundartl. weit verbreitet. Schwäbisch schon im 18. Jh. Zsg. mit tattern(s. d.). Ver- däuen, v.: die Nahrungsmittel im Körper auflösen. Mhd. verdöulwwe)n(noch 1664 bei Duez verdätwen), ahd. firdouaben neben ein- fachem däuen(s. d.), bei Serranus synon. 50* deuaen, mhd. dõöuawen, ahd. dauojan; dazu ndl. verd(o)uuwen. Schon von Weigand zu tauen ge- stellt. 4BL. Verdäuung, f., im 15. Jh. Verdéck, n.(-els, Pl.-e): die Decke des Schiffs 1617 bei Hulsius Schiff. 15, 22. verdénken, v.:(einem etiw.) etw. an ihm für unrecht halten. In älterer Sprache mit dem Akk. einen verd., auch in der Bed.«im Verdacht habenv, wovon Verdacht. Mhd. verdenken, auch«denken, sich erinnern, bedenken, erwägen». Verdérb, m.(-Lels): Verderben, Untergang. Bei Lessing 2, 117 Ntr. Mhd. verderp m. Von verdér- ben, v.(Präs. verderbe, verdirbst, Prät. ver- darh, Pl. verdarben, älternhd. verdarben, Konj. verdiirbe, Part. verdorben, Imp. verdirb):(intrs. mit sein) unbrauchbar, untauglich werden; im höchsten Grunde unglücklich werden, umkom- men, zugrunde gehen(häufig in der Bibel); (trs. mit haben) das Bewirkungswort zum vori- gen: unbrauchbar usw. machen. Mhd. verder-

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