Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1135-1136
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1135 Vase

Veilchen 1136

Mhd. vassal m. aus frz. vassal von glbd. mlat.

vasallas(ital. vassdãllo, span. vasallo, prov. vas- sal m.«Lehnsmann», afrz. vassal m.«Mann,

streitbarer Mann»). Daneben mlat. vassus m.

Lehnsmanny u. dies aus kymr. g'ods m. junger Mann, Dienerꝰ, vasallus aber aus kymr. qrbasaaol! dienend).

Vase(spr. 20-), f.(Pl.-n): Ziergefäß, Blumen- glas. 1710 bei Nehring Vases von antiken Ge- schirren u. Gefäßen. Auch schon 1568 bei Ma- thesius Sar. 186 b. Aus frz. vase m.(ital.-span. vaso m.) Gefäß, Zier-, Prachtgefäß» von lat. vas n. Gefäß.

Vaselin(spr.-), n.(e]s), öst. nur Vase- line, f.: mineralisches Fett, Salbe. Im 19. Jh.

Vater, m.(*I, Pl. Fäter): Erzeuger; Ernährer. Bei Luther Vatter neben Vater. Erstre Form noch im 17.Jh. Mhd. vater(Pl. veter), ahd. fater (Pl. fatera) m.; dazu asächs. fadar, fader, ndl. vader, vaar, afrs. feder, ags. fœder, engl. father, anord. fadir, schwed.-dän. fader, got. fadar m. (nur Gal. 4, 6, sonst dafür atta). Verw. mit glbd. lat. pater, gr. narnp, ir. athir, arm. hair, aind. pitãr-, aw. pila, apers. pitã. Wohl von der Lall- silbe pa, s. Pafpa gebildet. Die Beugung ge- schieht urspr. nach der konsonantischen Flexion (Gen. u. Dat. ohne Endung, was sich fürden Gen. auch noch frühnhd. findet), wird dann aberstark. Von dem Akk. ahd. fateran entwickelt sich der noch mundartl. übliche Dat. und Akk. Vatern. 4BL. väterlich, adj.: wie ein Vater. Mhd. vater-, veterlich, ahd. faterlih; dazu ags. fœνder- lic. Vaterschaft, f.: Stellung eines Vaters, Vaterverhältnis. Nach Stieler wenig üblich, aber von Luther gebraucht u. im 18. Jh. wieder häufiger geworden. Dazu ndl. vaderschap. ZUS. 1. mit Vater: Vaterhaus, n., 1537 bei Dasypo- dius vattershausz, mhd. atr haus. Vaterland, n., mhd. vaterlant n., ahd. uaterlant n.(Summ. Hein.). Engl. fatherland(erst im 19. Jh.) ist dem Deutschen nachgebildet. Der Ausdruck hat an- dre ersetzt wie Heim, ahd. fateruodal, heimöti; davon vaterländisch, adj., bei Klopstock Od. 195 u. zuerst bei Adelung verzeichnet. Vater- mörder, m.: Mörder des Vaters(1691 bei Stie- ler); steif hervorstehender Hemdkragen. Um 1840 aufgekommen. Die Benennung wird auf einem Wite beruhen. Vaterstadt, f.: Stadt, in der man geboren ist. Erst 1780 bei Adelung ge- bucht. Vaterünser, n.(-S, Pl. wie Sg.): das Gebet des Herrn, u. nach dessen Anfangsworten mhd. vater unser, ahd. fater unser als UÜberset- zung des lat. pater noster. Got. dafür atta unsar,

stellung des Adj. war in alter Zeit durchaus sprachmöglich, u. es verblieb die alte Stellung, wie sich öfter Altes in der kirchlichen Sprache erhält, vgl. Karfreitag.

Vatikän, m.(-s): Palast, Hof, Regierung des Papstes. Nach lat. mons Vaticãnus m. der vatikanische Hügel aufder Westseite des Tiber», weil sich aufdiesem d. päpstliche Palast befindet.

Vaudeville(spr. 2ν⁴dero³!), n.(*s, Pl. ·s): französisches Bühnenstück mit Couplets, Lie- derspiel. Aus frz. vaudeville m., das für vau de Vire steht, eig. Lieder aus dem«Tal von Vire?. Vgl. Campe 1801.

Veda, s. Weda.

Vedétte(spr.-), f.(Pl.-n): Reiterwache. 1727 b. Sperander. Uber frz. vedette f. aus glbd. ital. vedetta, das wohl zu ital. vedere«sehen» ge- hört, eig.«Auslugpunkt.

Veen, Venn, für Fenn(s. d.).

Vegetabilien(spr.-), pl. Pflanzenstoffe, Pflanzenspeise. 1791 bei Roth; 1727 bei Speran- der Vegetahilia, d. h. der Nom. Pl. Ntr. des lat. Adj. vegetãbilis-helebend'. Vegetariäner, auch Vegetärier(spr.-), m.(*s, Pl. wie Sg.): von Pflanzen Lebender. Seit Anfang der 50 er Jahre d. 19. Jhs. aufgekommen nach engl. vege- karian. 1847 gründete Jos. Simpson in London eine Vegetarian Societg, in der er für die Ver- werfung tierischer Nahrung eintrat. Vgl. Laden- dorf. Das engl. Wort ist von lat. vegetäãre«be- leben» gebildet. Vegetatiön(spr. w-), f. (Pl.-en): Pflanzenwuchs. Erstim 18. Jh.(Goethe Br. 3. 10.79) aus lat. vegefäãtio f.«Belebungs, im Mittelalter auch s. v. a. Grünungs. vegetativ, adj.: zum Pflanzenleben gehörig, pflanzlich. Im 19. Jh. aus mlat. vegetativus«lebendig, grünend (. Diefenbach gl. 608) von lat. vegetãre, s. u. vegetieren, v.: ein Pflanzenleben führen ohne Seelenäußerung. Bei Wieland Am. 225. 1727 b. Sperander«stärken, kräftig machen, grünen, er- quickem. Aus lat. vegetdre cbeleben von vege- kus«belebt» zu vegére«lebhaft, munter sein.

Veheménz(spr.), f.: Heftigkeit. 1703 b. Wächtler. Aus glbd. lat. vehementia f.

Vehikel, n.(-s, Pl. wie Sg.): Fahrzeug, Hilfsmittel. 1710 bei Nehring noch Vehiculum aus glbd. lat. vehiculum n. zu vehere«fahrens.

Veigelein, n.(-s, Pl. wie Sg.), Veigerl, Pflanzenname, s. Veilchen.

Veilchen, n.(-s, Pl. wie Sg.): Name der Pflanze viola odorata, aber auch andrer Pflanzen. Seit dem 17. Jh. auftauchendes Dim.(1651 bei P. Fleming 15 Veiligen) von älternhd. Veie)l m.,

was beweist, daß unser das Adj. ist. Die Nach- das im 18. Jh. ausstarb, aber von Scheffel wie-