1133 Vademekum
Vasall 1134
V
Vademékum(spr.-), n.(*s, Pl.-n): Be- gleit-, Taschenbuch u. dgl. Eig.«geh(lat. vade) mit miry(lat. mecum). 1572 bei Rot.
vag(spr. ⁰-), adj.: unstät, umherschweifend; ohne festen Standpunkt, unbestimmt. Aus glbd. frz. vague von lat. vagus«umherstreifend, un- stet vor 1800 entlehnt.
Vagabund(spr. a0-), m.(Jen, Pl.-en): Land- streicher. Noch bei Campe Vagabond neben V. 1703 im Zeit.-Lex. Vagabond aus glbd. frz. vaga- bond m. von mlat. vagabundus m.«Landstrei- cher, Umherschweifer» zu lat. vagãri«umher- schweifen». In lat. Form vagabundus schon im 17. Jh.— vagabundieren, v.: sich im Lande herumtreiben. 1801 bei Campe. Aus frz. vaga- honder.— Vagãänt(spr. 20-), m.(en, Pl.-en): Umherziehender; fahrender Sänger, Schüler. 1556 b. Frisius vagus: Vagant. Aus lat. vagans (Gen.-antis) cherumschweifend, dem Part. Präs. von vagãri(s. o.), woraus im 16. Jh. va- gieren, v.: umherschweifen. 1572 bei Rot.
vakänt(spr. w-), adj.: frei, ohne Dienst; un- besetzt. 1572 bei Rot. Aus lat. vacans(Gen. —ntis), dem Part. Präs. von lat. vacãre cleer, le- dig, unbesetzt, frei, müßig seiny.— Vakän, f. (Pl.-en): erledigte, freie Stelle; Ferien. Aus mlat. vacantia f.«Mußeꝰ von lat. vacans(s. o.). In 2. Bed. 1500 in Ordn. 425b.
Vakuum(spr.-), n.(*s, Pl. Kua): luft- leerer Raum. Das lat. vacuam, Ntr. von vaculs «leery. 1727 bei Sperander.
vakzinieren(spr. 0-), v.: mit Kuhlymphe impfen. Neue Bildung von lat. vacca f.«Kuhv. 1801 bei Campe.
Valand, m.(s): Teufel. Bei Goethe Faust 4023 Voland. Mhd. välant, mnd. vãlant, völant m., subst. Part. Präs. zu ags. fœlan«zum Bösen leiten, verführem. Vgl. für die Bildung Heiland.
Valentin, s. Velten.
Valét(spr. 2-), n.(7s, Pl.-s): Abschied, Lebewohl, bes. in der RA. das V. geben. 1520 b. Luther 1, 297 b das Valete, später im 16. Jh. V., aus lat. valéte, Imp. Pl. von valére«bei Kräften seins, eig.«seid gesund», als Abschiedsgruß.
Valüta(spr.*), f.(Pl.-ten): Wert, Wäh- rung. Im 17. Jh. ganz verbreitet. Aus glbd. ital. valuta f. zu lat. valére«stark sein.
Valvatin(spr. walzoa-), f. Pl.-en): Schät- zung, Wertangabe, bes. für Münzen. 1716 bei
Marperger Beschreibung der Banquen 393. Aus frz. valvation f.«(Wechsel)begebungs.
Vampir(spr.-), m.(-Iels, Pl.-e): blut- saugende Fledermaus; Blutsauger. Aus serb. vaämpir m.«blutsaugendes Gespenst» nach dem Glauben der Serben, Griechen, Wallachen, Un- garn. Zuerst in einem 1732 erschienenen, bei Mich. Ranft Tractat von dem Kauen u. Schmat- zen der Todten in Gräbern, Worin die wahre Beschaffenheit deren Hungarischen Vampyrs u. Blut- Sauger gezeiget(Leipz. 1734) S. 199, 212f., 227f., 229, 252, 264, 265 angeführten Schriftehen. Bei Goethe 15, 1, 31 wird es schwach gebeugt.
Vandäle,(spr. 20-) m.(Jen, Pl.-en): Kunst- feind, Barbar. Nach ZfdW. 9, 301 1772 b. Schu- bart. Nach dem germ. Volksstamm der Vandalen, von denen angeblich Rom zerstörtu. geplündert wurde, was indessen nicht erwiesen ist. Vgl. ZfdW. 9, 301. 4BL. vandälisch, adj. u. Van- dalismus, m., letztres nach frz. vandalisme m., das 1794 von Gregoire geprägt wurde.
Vanille(spr. wandlje), f.: ost- u. westindi- sches Rankengewächs mit gewürzhaften Schöt- chen; ein solches Schötchen als Gewürz. 1741 bei Hübner der Pl. Vanillen. Uber frz. vanille f. aus span. vainilla f., eig. Schötchenꝰ, von span. vaina f. Schote» und dies aus lat. vdgina f. Scheide, Khrenbalg, Hülles.
Variänte(spr. ⁰⁷), f.(Pl.-n): verschiedne Lesart. Aus glbd. frz. variante f., dem Part. Präs. von varier, s. variieren. 1801 b. Campe.— Variatiön(spr. ⁶-), f. Pl.-en): Abwechslung; Abändrung; Schwankung der Magnetnadel. In 1. Bed. 1703 bei Wächtler. Aus lat. varidtio f. Verändrungs.
Varietät(spr.-), f. Pl.-en): Verschieden- heit, Spielart. Nach lat. varietas f.«Verschie- denheit» von varius«verschieden». 1801 bei Campe. 1727 bei Sperander noch varietas.— Varieté-Theater, n., auch nur Varieté, n.: Schaubühne für ein buntes Allerlei. Nach frz. variété f.«Verschiedenheit», von lat. varietas (s.o.). Im 19. Jh.— variieren, v.: verschieden sein, wechseln. 1703 bei Wächtler v.; 1572 bei Rot varirn«verändern, anders machen». Aus lat. variãre«abwechselnd machen, verschieden sein» von lat. varius«verschieden?.
Vasäll(spr. ¹0-), m.(-en, Pl.-en): Lehns- mann, Lehnsträger. 1678 bei Kramer Vas(s)all.


