Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
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1131-1132
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11 31 Ursula

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einer Anklage»(Luk. 23, 4),«Anlaß zu feind- lichem Vorgehen»(Röm. 7, 8). Mhd. ursache f. ccausa, occasio»y. Urschrift, f.: Original, Gegensatz zu Abschrift. 1517 bei Trochus R 5 b orschrifft cautographum». Ursprache, f.: verloren gegangne Sprache, aus der die leben- den verwandten Sprachen entstanden sind; Sprache des Urtextes im Gegensatz zur Uber- setzung. 1787 bei Kramer. Ursprung, m:: die erste Entstehung. Mhd.-md. ursprunc m. n. Quelle, Ausgangspunkt, Ursprung». Daneben ursprine m. n., ahd. urspring m. n.«Quelle, Ent- stehungsgrund». Zu erspringen centspringen?. 482. ursprünglich, adj. Md. ursprunclich (Eckhart), ursprinclich. Davon Ursprüng- lichkeit, f.(bei Eckhart). Beides Ausdrücke der mittelalterlichen Mystik. Urständ, f.: Auferstehung. Mhd. urstende f.«Erstehen, Ent- stehung, Auferstehung». Dichterisch in neurer Zeit wieder aufgenommen.

Ursula, gekürzt Ursel, Frauenname. Aus lat. Ursula, Dim. zu lat. ursda f.«Bäriny.

Urte, f.(Pl.-/): Zeche. Alemannisch. Bei Hebel Karfunkel 194. Mhd. urte, urte f.«Wirts- rechnung, Zeche, Wirtshaus, Gesellschaft in demselben, Zechgelage, Gesellschaft, Gemeinde». Zu Ort in der Bed. Bruchteil. Urspr.«An- teil, Beitrag zu einer Zeches, dann«gemeinsame Zechen. Vgl. Schweiz. Id. 1, 488.

Urteil, n.(‧s, Pl.-e): richterliche Entschei- dung; Meinung, Gutachten;(philos.) Verknüp- fung zweier Begriffe. Mhd. urteil n.(auch m. u. urteile f., das Fem. noch von Adelung erwähnt) «richterliche Entscheidung, Meinung»(Myst. 334, 3), ahd. urlteil(i) n., urteil?), urteila f.; dazu asächs. urdéli n., afrs. ur-, ordél n., ags. ordãl n. crichterliche Entscheidung»(woraus Ordalien, s. d.). Alte Abstraktbildung zu erteilen. 4 BL. urteilen, v., mhd. arteilen«eine richterliche Entscheidung geben, ihr anheimstelleny. In Zss. aburteilen, beurteilen, verurteilen(mhd. verur- keilen). ZUS. Urteilskraft, f.: das Vermögen der Seele zu urteilen. 1663 bei Schottel 455.

Urtel, n.: richterliche Entscheidung. Regel- rechte Kürzung des vorigen wie Viertel aus Vier- feil. 1716 b. Ludwig, b. Schiller Wall. Tod 4, 6. 43L. urteln, bei Schiller M. St. 1, 2.

Urwahl, f. Urwähler, m., bezeichnen im

preußischen Dreiklassenwahlsystem die Wahl und Wähler der Wahlmänner. Wohl um 1848 aufgekommen. Urwald, m.: von Menschen nicht gepflanzter Wald. Erst im 19. Jh.

Urzeit, f.: der erste Anfang der Zeit, einer Sache. Bei Herder.

Usänce(spr. is), f.(Pl.-n): Gebrauch, Ge- wohnheit. Kaufmännisch. 1553 in Zschr. d. Ver. f. hamburg. Gesch. 10, 173 up usantye«Wechsel- gewohnheit⸗. Aus glbd. frz. ausance f.(zu lat. Rli gebrauchen»). Daneben auch Uso, m.(8): Handelsbrauch. Urspr.«zahlungsfristdes Wech- selsy. 1611 a. a. O. 13 à.sο. Aus glbd. ital. uso m. von lat. 7S2s, s. Sas.

Usurpätor, m.(-S, Pl.-en): wer sich den Thron eines andern widerrechtlich angeeignet hat, Thronräuber. Im 18. Jh. Das lat. sσνιτπναέ tor m. von lat. ãsurpãre«sich aneignen», woraus usurpieren, v.: sich anmafen, sich unrecht- mäßig aneignen. 1572 b. Rot usur irn, im brauch haben, offt brauchen. Vgl. Gomhert 3, 19.

Usus, m.(Gen. wie Nom.): Gebrauch, Ge- wohnheit, Verkehrssitte. Das lat. sus m. Ge- brauch». Im 17. Jh. entlehnt.

Utensilien, pl. Geräte, Gerätschaften. Das lat. tensilia pl. n.«brauchbare Dinge» zu lat. Eti«gebrauchen». Im 18. Jh.(1791 bei Roth).

Utilitärier, m.(-s, Pl. wie Sg.): nur auf den Nutzen Bedachter. Neue Bildung von lat. atilis«nützlich».

Utopie, f.(Pl.-n): Schwärmerei, Träumerei. Aus glbd. frz. Atopie f. von nlat. Mtopia«Nirgend- heim», Name des Ortes, auf dem sich der von Thomas Morus 1516 geschilderte ideale Staat befindet. Gebildet aus gr. o?«nicht? u. einer Abl. von réroc m. Ortz. 4BL. utöpisch, adj.: hoffnungsselig; unerfüllbar. Utopist, m. (en, Pl.-en): hoffnungsseliger Mensch; Schwär- mer. Alle erst im 19. Jh.[s. Nrich.

1 Uz, Koseform zu Ulrich. Den Uæen anrufen.

2Uz, m.(res, Pl.-e): Fopperei; das womit ge- foppt wird. Von uzen, v.: foppen. Dies ist wohl eine Abl. von 1 Ve, wie hänseln von Hans, viell. unter Einwirkung von gaun. u. urspr. jüd. nze von hebr. ũg«enge sein, einen drängen». Volkstümlich in der Schweiz, Bayern, Elsaß, Hessen. 1781 b. Kindleben. Davon Uzerei, f., 1776 bei Maaler Müller Fausts Leben 171.