Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1127-1128
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1127 unumgänglich tugende f.«Untüchtigkeit, Schwäche, Lastér, unedler Sinn, Mangel an feiner Bildung».

unumgänglich, meist adv., selten adj.: schlechterdings notwendig. 1645 bei Zesen Ibr. 1, 419. Eig.«was nicht zu umgehen ist», 28s. mit mhd. umbeganc m.«Seitenweg, Schlich». unumschränkt, adj.: unbeschränkt(vom Herrscher). 1691 bei Stieler zu mhd. unthe- schrenken«mit Schranken umziehen». un- umstößlich, adj.: unwiderlegbar. 1741 bei Frisch. unumwunden, adj.: offen, frei her- aus. 1811 bei Campe.

unverbrüchlich, adj. u. adv.: was auf keine Weise gebrochen werden darf. 1512 in Ordnungen 76 b, 1471 unverbruchlich, 1303 un- verbruchelichen, mhd. unverbrochenliche n). Von mhd. verbrechen«zerbrechen». unver- froren, adj., bezeichnet die Mittelstufe zwi- schen«unbefangen u. unverschämty. Zuerst 1858 als götting. gebucht und dann von Nord- dtschld., viell. Berlin, vorgedrungen. Daß es eine Umdeutung des nd. νnvervért«unerschrok- keny sei, ist nicht nötig anzunehmen. Davon Unverfrorenheit, f., Preußen im Bundesrat 3,362 von 1858. Vgl. Ladendorf u. Zfd W. 1, 277. unverhofft, adj.: unerwartet. 1561 bei Maaler. Zu verhoffen(s. d.). unverhohlen, adj.: offen, aufrichtig. Mhd. anwerholn«nicht verborgen, nicht heimlich». Zu verhehlen. unverschämt, adj.: frech, ohne Scham. 1678 bei Krämer; 1664 bei Duez auch unverschamt, 1561 bei Maaler nur so. Mhd. unverschamet. unversehens, adv.: unvermutet, ohne daß man etwas gesehen hat. Bei Luther 4. Mos. 6, 9; 35, 11; Jen. 3, 69 b. Md. unvorsén adv. Von mhd. versehen«vorhersehen». unversehrt, adj.: von aller Beschädigung frei. Mhd. unverséret, zu versehren(s. d.). unverzüglich, adᷓj.: ohne Verzug. 1642 bei Duez unverzieglich, 1497 bei Janssen Frankf. Reichscorr. 2, 623 unverzag- lich, mhd. unverzogenliche(n). Zu Verzug, urspr. aber zu verziehen.

unwäge, adj. unangenehm. Noch els.-basel. und bei Hebel. Zgs. mit wᷓge, s. wäger. Mhd. unlwoœge«unvorteilhaft, unangemessen, unan- genehw. unwegsam, adj. ohne Weg. Mhd. unegesam. Zgs. mit Unweg, mhd. unzec m. «schlechter W9eg, unwegsame Strecke»(noch b. Luther Hiob 12, 24). unweigerlich, adj.: unbedingt. Mhd. unzweigerliche adv. unweit, adv. u. dann Präp. mit von, dem Dativ(Schiller Tell 1, 1) u. dem Gen. Erst nhd. Mhd. unwit adj.

Unwesen, n.(-s): hoher Grad der Unord- nung, Unruhe. 1664 b. Duez unordnang, ebenso

üppig 1128

bei Zincgref 337. Mhd. unzwesen n.(bei den Myst.)«das Nichtseins. Unwetter, n.(*s, Pl. wie Sg.): schlimmes, verderbliches Wetter. Mhd. unweter n. Unwille(n), m.(-us): Mangel an Bereitwilligkeit(bei Luther); Emp- findung zwischen Mißfallen u. Zorn. Mhd. un- wille m.«Nichtwollen, Ubelwollen, Groll, Feind- seligkeits, ahd. unzillo, dazu asächs. unevwilleom., ags. unwilla«Nichtwollewr. unwirsch, adj.: sehr unfreundlich. Erst wieder 1811 b. Campe als landschaftlich. 1618 b. Schönsleder unzcirs. Mhd. unwirdisch«verächtlich, schmählich, häß- lich, unwillig, zornig». Zu mhd. unzwert«nicht geachtet, verachtet, unlieb, unangenehm. unwirtlich, adj.: unfruchtbar, unbewohnt, gleichsam ohne Wirt. Bei Campe gebucht. Da- für b. Adelung unwirth bar, b. Lohenstein Ibr. 1, von Bodmer u. Wieland Suppl. 1, 183, Klopstock Messias 50 gebraucht, aber von Schönaich als Lohensteinischangegriffen.-Unwissenheit, f.: das Nichtwissen. Mhd. untizzen(t)eit, also zu unwissend. unwohl, adj.: nicht gesund. Erst 1811 bei Campe. Mhd. untwοl«nicht gerno.

Unzahl, f.: sehr große Zahl. Bei Campe aus Logau. Davon unzählig, adj.: unbestimmbar an Menge. 1780 bei Adelung mit-g, 1664 bei Duez mit-g u.-ch. Mhd. unzallich,-zcllich.

1Unze, f.(Pl.-/): 12 Medizinalpfund oder 116 Pfund, etwa 2 Lot. Mhd. unz(e), ahd. unza f. aus lat. uncia f. as»(s. 48). 2Unze, f.(Pl.-n): Tigerkatze, Jaguar. Aus

glbd. fr. once f., das aus lat.*ea f. statt lyna Luchs» entstanden ist, indem man! als Artikel faßte. 1409 unzenroc«Rock von Unzenpelz».

Unzeit, f.: unrechte Zeit. Schon mhd. unzit f.«nicht die gehörige Zeit». Unzeug, n.: Un- nützes, Schädliches. Landschaftlich im Norden u. bei Storm. unziemlich, adj.: nicht ge- ziemlich. Mhd. unzim(e)lich. Vgl. ziemlich. Unzucht, f.: unsittliches Benehmen, bes. in geschlechtlicher Beziehung. Mhd.-ahd. unzucht f. zuchtwidriges Betragen, Gewalttätigkeit, Ubermut, Verstoß gegen den Anstandv. un- zulänglich, adj., 1716 bei Ludwig. unzu- ständig, adj., neure Verdeutschung für in- Kompetent.

üppig, adj.: in Fülle übermäßig, von Fülle strotzend; aus übermäßiger Lust, übermütig. Mhd. iᷣppec, md. uppec, ahd. uppic, ubhig«leer, innerlich gehaltlos, eitel⸗, im Mhd. auch s. v. a. cübermäßig, überflüssigy von ahd. uppa f.(bei Notker)«Leere, Gehaltlosigkeits; dazu entl. mnd. uppich, woraus schwed.-dän. ppig. Duzu viell. got. ufjò«Uberflußy. 4L. Uppiskeit,