1125 Unterseeboot
untief 1126
einem Zimmer machen, bei Luther unterschied 2. Mos. 26, 33, 1. Mos. 1, 6); Verschiedenheit zweier Dinge(bei Luther unferscheid u. noch häufig im 18. Jh.). Mhd. underschit,-schiet m., Schide f.«Unterschiedy u. undersceit m. n. f., Scheide f. n.«Scheidung, Trennung, Grenze, Unterscheidung, Unterschied, unterscheidendes Merkmalp u. a., ahd. untarskeid m.«Scheidung zwischen etw.. Zu unterscheiden.— unter- schlächtig, adj., Gegensatz zu oberschlächtig (s. d.). 1727 b. Hübner unterschlägig.— unter- schlägen, v.: etw., was für einen andern be- stimmt ist, böswillig nicht abliefern. 1691 bei Stieler. Eig.«unter etwas schlagen, so daß es nicht zu sehen isty. Schon mhd. underslahen zur Seite legen, übergehen-.—Unterschleif, m.(els, Pl.-/): Betrug, Unterschlagung. 1678 bei Kramer u. 1642 bei Duez undersleiff«Her- berge», 1561 bei Maaler underschlauff. Mhd. undersleipf m. und underslouf«Versteck, ge- heimer Aufenthalty und undersliefen hinter- gehen, betrügens. Eig. wohl zu schliefen«schlüp- fen⸗ mit Anlehnung an schleifen. Nach Ade- lung bes. vom Schleichhandel gebraucht.
Unterseeboot, n.: Boot, das unter Wasser
fahren kann. In neurer Zeit.— untersétzt, adj.: nicht groß u. etwas dick. 1664 b. Duez wohl bey leib, 1590 bei Ringwaldt Eckhart I2 unter- salzt, 1537 b. Schaidenreißer Od. 18, 68 olunder- setzte schenkel. Bedeutungsentwicklung unklar. — unterstéhen, v.: unter einem stehen;(refl.) etwas Verwegnes od. Verbotnes unternehmen. Mhd. understän an-, aufhalten, auffangen), dann«zwischen eintreten, nicht geschehen ma- chen, im Geschehen aufhalten, endlich«auf od. über sich nehmen, unternehmen⸗.— unter- stützen, v.: helfen, beistehen. Mhd. under- stäützen noch rein sinnlich.— untersüchen,
v.: nachforschen Im 15. Jh. undersuochen«scru-(
tariy. Eig. wohl unter etw. suchen, aber so nicht nachzuweisen.
untertan, adj.: dem Herrscher Untergeb- ner. Mhd. undertän, ahd. untartän cuntergeben, unterworfen, verpflichteto, eig. Part. Prät. von ahd. untartuon«untergeben, unterwerfen, unter- jochen»(zu kun). Davon Untertan, m.(-ſels, -en, Pl.-en). Mhd. undertän(e) m., ursprünglich schwach, aber auch schon stark flektiert, Pl. undertäne. Untertanin, f., erst nhd., mhd. dafür undertäne f. untertänig, adj., mhd. undertœnec, wovon Untertänigkeit, f., mhd. undertœnicheit.
unterwächsen, adj.:(vom Fleisch) Fett u. Zähes durcheinandergewachsen. Mhd. under-
wahsen fleisch, das als Adj. gebrauchte Part. Prät. von mhd. underwahsen czwischenwach- sem.— unterwärts, adv.: unter etwas befind- lich; in der Richtung nach der Tiefe(Sprüche 15, 24, Mich. 1, 4). Zgs. mit wärts(s. d.).— unterwégen, adv.:(veraltet) auf dem Wege von einem Ort zum andern; ungetan. In 1. Bed. b. Claudius 1, 8, Luther 2. Mos. 4,24, mhd. under Wegen cauf den Wegen od. der Reise». In 2. Bed. noch volkstümlich, b. Schiller Wallenst. Lag.7, mhd. under wegen läzen«zurücklassen, ungetan lassen».— unterwégs, adv., dasselbe was unterꝛoegen, aber bes. in dessen 1. Bed. Erst zu Anfang d. 18. Jhs. Aus unterzegens entstanden (1595 b. Rollenh. Froschm. S 42, Stieler, Ludwig u. Lessing Nathan 4, 8 ſaber 1, 300 unter Wegens], Schiller, Goethe 43, 292) u. dies ist unterwegen mit adv.-s.— unterwéilen, adv.: von Zeit zu Zeit. Mhd. underuwilen, d. i. under«wischenymit dem Dat. Pl. von wile«zLeits.— unterwéisen, v.: unterrichten. Bei Luther Ps. 25, 12 u. ö. mit doppeltem Akk. Mhd. underwisen zurecht- weisen, geistig zurechtweisen, belehreny. Mhd. schwach underwiste, auch noch älternhd. unter- Wweisete.— unterwérfen, v.: mit Gewalt be- zwingen, eig. cunter sich werfeny. Mhd. under- werfen«niederwerfen). Davon Unterwér- fung, f., mhd. dafür underwurf m., wovon unterwürfig, adj., b. Steinhöwel Es. 69, spät- mhd. dafür underwiirflich.
unterzéichnen, v.: mit Namen unter- schreiben. Eig.«mit einem Zeichen versehen. 1642 b. Duez. Vgl. Maaler.— unterziehen, v.: (refl. mit Gen. 1 etw. unternehmen. Mhd. sich underziehen eines dinges. Aber mhd. under- ziehen, ahd. untarziohan ent-, abziehen.
untief, adj.: wenig tief. Selten. 1477 clev. ondiep, ahd. untiuf, unteof. Davon Untiefe, f. Pl.-n): unzureichende Tiefe(1741 bei Frisch); (mundartl.) abgrundartige Tiefe(mit verstär- kendem Sinn vonun). Schon einmal ahd. untiuf? «Sandbank, Syrtey».— Untier, n.: abscheu- liches, ungestaltetes Tier; lasterhafter wilder Mensch, auch Tölpel. Die Zss. kam auf, als Tier czahmes Tier bedeutete. Mhd. untier n., nd. Undeert.— untröstlich, adj.: unfähig, Trost anzunehmen;(Selt.) keinen Trost gewährend (Goethe, Uhland). Mhd. untröstlich,-trœstlich centmutigend, mutlos».— Untucht, f.: Un- tugend. Volkstümlich in Norddtschld. Mnd- rhein. undacht. Zgs. mit tacht f., einem Ab- straktum zu taugen, vgl. tüchlig. Untugend, f.: Sünde, Verbrechen, Laster(bei Luther häu- fig); Unart(bes. von Kindern). Mhd. untugent,
71*


