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unterdés,-dessen, adv.: in dem Zeitver- laufe, währenddem; früher auch s. v. w.«indes- sen»(Goethe[Wahlverw.] 20, 250). Früher oft unterdeß geschrieben. Mhd. unter des«in oder während der Zeits(under«zwischen», des, Gen. von das). 1678 b. Kramer unterdessen, gebildet wie indessen.— unterdrücken, v.: die Fort- dauer einer Sache mit Gewalt verhindern. Mhd. underdricken.
unterfangen, v.:(refl.) etwas Gewagtes unternehmen(mit Gen.). Mhd. undervä(he)n (Chron. d. d. St. 3, 118, 3), ahd. antarfähan cun- ter etwas fest anfassen, aufhalten, verhinderny. — Unterführung, f.: Anlage eines Weges unter einem andern. Im 19. Jh.
Untergang, m.(Lels, Pl. gänge): das Unter- gehen der Sonne usw.; Vernichtung. Mhd. un- derganc m.«Sonnenuntergang, Verderbeny».— Untergébener, m.: einem andern unterstellt. Von dem veralteten untergében, mhd. sich einem dienst undergeben.— untergeh(e)n, v.: in die Tiefe sinken, selbst bis zum Verschwinden; ver- schwindend aufhören. Mhd. undergän cunter etwas gehen, durch darunter-, dazwischenkom- men entziehen»(also untergéhen), ahd. untargän entziehem, aber auch«sinkend verschwindeny. Die Bedeutungsentwicklung erfolgte wohl un- ter Einfluß von lat. interire.— Untergrund, m.: der unter etw. befindliche Grund. Erst im 19. Jh.
unterhalb, Präp. mit Gen. od. Dat. Mhd. underhalb(en) adv. unterhalb». Gebildet wie oberhalb(s. d.).— Unterhalt, m.(-Lels): Ge- währung von Lebensmitteln und diese selbst. 1642 bei Duez.— unterhälten, v.: Lebens- mittel geben, ernähren(1618 b. Duez), erfrischen durch Zeitkürzung, Gespräche, Musik usw. (1691b. Stieler);(refl.)sich erfreuen, sich unter- reden. Wohlnach frz. entretenir. Davon Unter- hältung, f.: Zeitkürzung, Gespräch. Im 18. Jh. Bei Luther Jerem. 52, 34-Unterhalt).— unter- händeln, v.: durch Zwischenhandeln zu ver- mitteln suchen. Davon Unterhändler, m., b. Adelung Unterhändler. Bei Luther Jen. 5, 104 b; 1561 bei Maaler underhandler.— Unterhaus, n.: zweite Kammer des Parlaments. Nach engl. the lower house. 1678 bei Krämer.— Unter- hose, f.: untergezogne Hose. 1678 bei Kramer.
unterjöchen, v.: unterwerfen. 1780 bei Adelung. Nach lat. subiννα‿ᷣaTe.
Unterkäufer, m.: Zwischenhändler, Mak- ler. Spätmhd. underkoufer,-Köufer«inter-, sub- emptor».— unterkommen, v.:(eig.) unter ein Dach kommen. 1618 bei Schönsleder under
kummen. Mhd. underkõmmen dazwischenkom- men, verhindern»(noch Apost. 24, 7). Subst. Unterkommen, n., 1678 b. Krämer. Daneben Unterkunft, f., noch nicht bei Campe.
Unterlaß, nur in ohne U.«unaufhörlich», mhd. äne underläz, ahd. äno untarläz. Mhd. underläz m., mhd. unterlãz m.«Pauseꝰ, zgs. mit mhd.-ahd. lãg m. Unterbrechung»(zu lassen) u. unter«zwischen.— unterlässen, v.: etw., was getan werden sollte, nicht tun. Mhd. under- lã(ze)n, ahd. unterlägan.— Unterleib, m.: der unterste Teil des Rumpfes. 1691 bei Stieler. Früher auch Unterbauch.— unterliegen, v.: nach unten zu liegen kommen, besiegt werden. Mhd. underligen, ahd. untarligan.
unternéhmen, v.: etw. tun wollen, zu tun beginnen. 1678 b. Kramer; aber schon md. sich undernemen mit Gen. cetw. übernehmen». Sonst mhd. undernemen«abschneiden, unterbrechen, hindern, wegnehmeny. Vgl. frz. entreprendre. Unternéhmen, n.(*J, Pl. wie Sg.), subst. Inf. b. Lessing 4, 106. Unternéhmer, m., erst im 19. Jh., nach frz. entrepreneur m.
Unteroffizier, m.(-*s, Pl.-e): die unter den Offzieren stehenden Vorgesetzten der Soldaten. Im 17. Jh.
Unterpfand, n.(Lels, Pl.-pfänder): Pfand, aber meistvongeistigen Dingen. Poetisch. Mhd. underpfant n., ein altes Rechtswort.
Unterrédung, f. Gespräch zu bestimmtem Zweck. Mhd. im 14. Jh. underredunge f. zu sich unterréden, mhd. underreden sich«sich beraten mit». Zu anter«zwischen».— Unterricht, m. (Je]ls): schulmäßige Unterweisung(erst nhd., 1540 b. Alberus dict. Yy 15);(früher auch) Be- richt, Belehrung(Lessing Nathan 3, 5). Mhd. underriht f.« Anweisung. Von unterrichten, v.: benachrichtigen; schulmäßig unterweisen. Mhd. underrihten«einrichten, zustandebringen, anweisen, unterrichten, mit Wechselrede zu- rechtweisen?.
untersägen, v.: verbieten. Mhd. under- sagen cmitteilen, verbieten», wohl nach lat. in- terdicere.— unterschéiden, v.: durch Merk- male bezeichnen u. kenntlich machen(Sir. 33, 8); einen Unterschied zwischen Dingen gewahr wer- den. Mhd. underscheiden causeinanderscheiden, trennen, festsetzen, bestimmen, erzählen, erklä- ren, belehren»; ahd. untarsceidan.— unter- schieben, v.: Falsches an die Stelle des Echten setzen. Mhd. underschieben darunter, dazwi- schen schieben»(so noch 1664 bei Duez).— Unterschied, m.(-Lels): Gegenstand, der zwei Dinge trennt(noch b. Adelung einen U. in


