1121 unsäglich
Unterbilanz 1122
dazu asächs. afrs.-ags. Dat. Akk. As, ags. Akk. auch sic, anord. öss, got. Dat. unsis, Akk. uns. Der gleiche Stamm liegt vor in gr.-äol. äuuec (att. uetc)«wir» aus*„s-mes, aind. asmã-, aw. ahma-cunss, wozu mit Ablaut gehört aind. Akk. Gen. nas, aw. Akk. nd, abg. nyj, alb. na, lat. nõs, air.-n-.
unsäglich, adj., jetzt nur verstärkend einen bes. hohen Grad bezeichnend. Schon b. Luther 2. Makk. 12, 16. Mhd. unsegelich, Sagelich«un- säglich, unaussprechlich»(in letztrer Bed. noch bei Luther Weish. 17, 1), ahd.(bei Notker) un- sagelih.— unsättig, adj.:(veraltet) nicht zu sättigen, bei Luther Sprüche 27, 20.— un- schlachtig, adj.: ungeschlacht. Bei Luther Phil. 2,15.— Unschlitt, n.(-Lels, Pl.-e): Fett zu festen, gezognen Lichtern. Mhd.-ahd. unslit n. aus älterm mhd.-ahd. unsliht, mhd. auch inslit mit Umlaut, woraus nhd.-wetterau. Inschlicht, b. Lessing Iuschlitt; daneben mhd. anselit, un- slet,-slat,-selt,-Sleht; dazu ags. unslit«smeoro saevoy. Dunkler Herkunft. Viell. zgs. mit hess. ungel f. n.«Talgy, ungellicht«Talglicht».
lunser, Gen. Pl. von wiry. Mhd. unser, ahd. ansér, asächs.-afrs.-ags. üser, ags. auch dässer, dre, got. unsara. Eig. wohl der Nom. Akk. Pl. des folgenden.
*unser, das possessive Adj. der 1. Pers. Pl., flektiert uns(e)re, gew. jetzt unsle)rig(1618 bei Schönsleder Ll 7 b). Mhd. unser, md. uns(e) u. mit Umlaut ünser, unse, ahd. unsér, frk. Gen. unses, asächs. dsu,-e, mnd.-und. 7s, afrs. Fse, ags. R'e, Is(s)er, anord. Dat. Orom, ossom, vãrom, got. unsar. Von uns.
unsereiner, unsereins, zgs. mit lunser u. einer, eins, das als unbestimmtes Pronomen auftritt. Mhd. unser einer, ahd. bei Notker unser einer.
unserſ(er)-, unsrerseits, unser(e)s-, unsresgleichen, unserthalben sind ge- bildet wie meinerseits, meinesgleichen, meinet- halben(s. d.). In unser er)seits ist unserer) der Gen. Sg. von 2unser u. unserthalben, b. Luther 2. Kor. 6, 12 unsert halben, entstand aus* von unsern halben mit eingeschobnem.— unse- rig, s.unser.—unsertwegen, um unsert- willen, adv., sind gebildet wie meinetzwegen, Doillen. Erstres 1691 bei Stieler, letztres 1711 bei Rädlein un unsert willen. Im 18. Jh. auch unserntaegen.
Unsinn, m.: Widersinnigkeit. Mhd. unsin m. Unverstand, Torheit, Raserei»(letztre Bed. noch bei Goethe Wertherl. Dez.).— Unstern, m.: Unglück. 1663 b. Schottel 651 2. Personifi-
Weigand, Deutsches Wörterbuch.
5. Aufl. II. Bd.
ziertb. Uhland.— Unsumme, f. großeSumme. Erst im 19. Jh. untãdelig, adj.: ohne Tadel. 1711 bei Räd- lein untadelich, ebenso bei Luther. Zgs. mit einem nicht vorhandnen tadelig, eig. tadellich, wofür mhd. tadelhaft.— Untat, f.: böse, ruch- lose Tat. Mhd. untãt f. süble Tat, Missetat, Un- recht, Verbrechen), ahd. untät. Davon Untät- chen, n.: kleiner Makel. Wohl nur in der Nega- tion kein V. Bayr.-hess., els. untätele n. 1780 bei Adelung. unten, adv., Gegensatz von oben. Mhd. un- den, auch unde, mhd. unden(e), ahd. undenãn. Adverbialbildung zu unter. Vgl. außen, innen. 1Unter, m.(-s, Pl. wie Sg.): der Bube im Kartenspiel. Bei Adelung noch der Untere. 1644 bei Harsdörffer Gespr. 1, 106. zunter, adv.: so daß andres darüber ist. In Zss. verhält es sich bei unter, was den Ton be- trifft, wie bei ber, um(s. d.). Mhd. under«un- ten, untenhin, zwischen, gegenseitig, dabeis, ahd. antari, untiri, untar, bei Notker undere; dazu asächs.-ags. under, anord. under, got. undarõ. Zu 3unter. zunter, Präp. 1. mit Dat.(auf die Frage wo?): tiefer im Verhültnisse zu—; durcheinan- der mit—; in der Dauer von—. 2. mit Akk.: in die Tiefe in Beziehung auf—; zwischen ein in Beziehung auf—. Mhd. under, ahd. untar, undar; dazu asächs. undar, under, afrs. under, onder, ags. under, anord. undiir, got. undar(nur mit Akk.). In diesem Wortsind zwei verschiedne Worte zusammengefallen. Das eine«zwischen ist verw. mit lat. inter, umbr. anter, ander«zwi- schen?, ir. etar«zwischen?, aind. antär«innen, innerhalb, in, zwischem, aw. antara, apers. antar «unter, zwischen»; das andre untery gehört zu lat. infr ã«xunterhalby, inferus der untre», aind. ädhäras«der untre, aw. adardõ. Vgl. Walde. Unterbilanz, f.: Fehlbetrag, Schulden. Im 19.Jh.— 1unterbinden, v. bindendunteretw. befestigen. unterbinden, v.: durch Binden am untern Ende an Entwicklung oder Schaden hindern. Mhd. unterbinden, ahd. untarbindan «unten zusammenbinden».— unterbréchen, v.: die Fortdauer von etw. auf eine gewisse Zeit hindern. Mhd. underbrechen«einbrechen, be- seitigend dazwischen treten, verhindern, wider- sprechen» u. a., ahd. underbrehhan. Davon Unterbréchung, f., 1678 bei Kramer. Dafür b. Rückert, G. Keller 2, 140, C. F. Meyer Ged. 579 Unterbruch, m., wie mhd. underbruch m.— unterbringen, v.:(eig.) unter das Dach brin- gen; unterwerfen(1. Chron. 23, 18). 71


