1113 Undank
Ungar 1114
von Wörtern u. Sätzen. Mhd. und(e), ahd. unti, unta, unte, u. wohl mit Ablaut inti, enti, anti; dazu asächs. endi, ndl. en, afrs. and(e), ags.-engl. and. Die weitre Verwandtschaft mit aind. ätha dann, da, und, danny, awest. ap̃a ist unsicher.
Undank, m.: Mangel an Dank, schlechter Dank. Mhd. undanc m.«kein Dank, Undank, Ungeneigtheit, Widerwilley.
Undéne, s. Undine.
undénklich, nur invor undenklichen Zeiten «Zeiten, an die man sich nicht erinnern kanny. 1678 b. Kramer. Mhd. undenklich in der Kirchen- sprache.— undeutsch, adj.: unverständlich (1. Kor. 14, 11 und nach Adelung im gemeinen Leben); nicht gut, nicht rein deutsch, 1741 bei Frisch.
Undine,(Pl.-/): Wasserjungfrau, jung- fräulicher Wassergeist. Aus einem nlat. undina von lat. unda f.« Woge, Welley. Dafũr bei Goethe Faust 1274 Undéne.
Unding, n.: bloß Vorgestelltes, was nicht vorhanden sein kann; das Nichts(im 18. Jh.). Mhd. undinen.«schlechtes Ding, UÜbel, Unrecht».
uneben, adj.: nicht eben;(veraltet) unge- legen(Hiob 15, 32); nicht uneben: nicht miffäl- lig, ganz gut, ganzhübsch. Mhd. unehen(e) cnicht zusammenpassend, ungleichmäßig, ungleich, unbequem, ungelegen, rauh, böse, schlechto, ahd. uneban; dazu ags. unefen«ungleich».— uneins, adv.: uneinig. 1494 bei Brant Narr. 99, 194.— unéndlich, adj.: endlos; bloße Ver- stärkung. Modewort des 18. Jhs.(vgl. Zfd W. 6, 118). Mhd. unend(e)lich«end-, zahllos, un- vollendet, untüchtig, träge, erbärmlich, lieder- lich, schlecht» ahd.(erst bei Notker) unentildh, cunbegrenzt.— unentgéltlich, adj.: ohne Bezahlung. 1811 b. Campe. Zu entgelten(s. d.). — unentwégt, adj.: im Geist unerschütter- lich, fest. Zu schweiz. entwegen«von der Stelle rücken», von mhd. entwegen«herausbewegen, auseinander bewegen, scheiden». Von der Schweiz aus(G. Keller 6, 314) im letzten Viertel des 19. Jhs. zum Modewort geworden.— un- erachtet, präp., gebraucht wie ungeachtet (8. d.). 1691 beiStieler.— unerbittlich, adj.. nicht durch Bitten zu bewegen. Bei Diefenb. gl. 296a.— unerfindlich, adj.: nicht zu er- mitteln. Zu einer veralteten Bed. von erfinden. Spätmhd. unervindelich.— unergründlich, adj.: nicht zu erforschen. Mhd. unergruatlich (Myst. 2, 578, 21).— unerhört, adj.: nicht er- hört; niemals gehört, beispiellos(2. Makk. 9, 6). Spätmhd. unerhört.— unerläßlich, adj.: nicht zu erlassen, unbedingt nötig. 1678 bei Kramer
unerlaßlich, wie noch bei E. M. Arndt.— uner- sättlich, adj. nichtzusättigen. 1541 b. Frisius insatiabilis unersättlich, bei Diefenb. gl. 296 unersetticlich. Zu mhd. ersetten«satt machen⸗ von satt.— unerschwinglich, adj.: nicht zu bezahlen. 1575 im Garg. 430. Zuerschawingen, s. d.
Unfall, m.: Unglücksfall, schlimmer Fall. Im 15. Jh. unval m., früher dafür ungeval m. n., ungevelle n. ELu U. Kommen«ins Unglück kom- men'ꝰ bei Luther Sir. 31, 6, nach Adelung cin den gemeinen Sprecharten».— unféhlbar, adj.: nicht irrend(namentl. vom Papst, Übersetzung des lat. infallihilis), 1663 bei Duez;(als Adv.) sicher(1678 b. Kramer).— unfern, adv., meist mit von verbunden, aber auch mit Dat. u. mit Gen.(bei Goethe 44, 381): nicht fern. Mhd. un- verre adv.«nicht fernꝰ.
Unflat, m.(-s): ekelhafter Schmutz;(dann schon spätmhd.) ekelhaft unreiner Mensch (nordd. auch N. u. mit dem Pl. Vnfläter, Luther Ep. Jud. 12). Mhd. unulãt m.(selt.) n., md. auch unvlat(e) f. Schmutz, Unsauberkeit, Unreinig- keity. Zgs. mit mhd.(selt.) vlãt f.«Sauberkeit, Zierlichkeit, Schönheite(davon vlœætic«sauber, zierlich, schön», noch schwäb. fdtig«sauber, schweiz. flãt), ahd. in Eigennamen(Sigi⁵tét). Herkunft dunkel. 4L. Unfläter, m., wohl erst aus dem Pl.(S./.) gebildet. unflätig, adj., mhd. unvlœtec.
unförmlich, adj.: nicht die rechte Form habend, zu dick, zu groß usw. Im 15. Jh. bei Nic. v. Wyle 363, 19.— Unfriede, m.: Uneinig- keit. Mhd. unvride m.«Unsicherheit, Unfriedes. — Unfug, m.: unschickliche Handlung, un- schickliches Treiben. Mhd. unbuoc m. Un- schicklichkeit, rohes Handeln, Roheit, Frevel, zgs. mit Fag(s. d.).
-ung, Ableitungssilbe vornehmlich zur Bil- dung weibl. Verbalabstrakta(M. nur Hornung u. in Eigennamen wie Nibelung usw.). Von No- mina kommen nur selt. Ableitungen vor, wie Satzung, Besatzung, Nahrung, Stallung. Das Suffix kommt in allen germ. Sprachen mit Aus- nahme des Got. vor(ags.-anord.-ung) u. ist da- durch entstanden, daß ein g-Suffix(idg. x) an n- Stämme trat. Da in diesen auch die Stammform in neben un erscheint, so ist-ing ebenso herzu- leiten. Die Bez. zu Verben ist also erst allmäh- lich eingetreten.
Ungar, m.(-n, Pl.-n): Bewohner Ungarns, Magyar. Mhd. Unger, im 12. Jh. Ungur, aus mlat. Vng(a)rus, Hungarus, bei den Byzantinern OoFpoc, das aus slaw. Ugr stammt. Ungarn: das Land der Magyaren. Es ist der zum Nom.


