1109 umreißen
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gebraucht, von J. Grimm auf den durch folgen- des, jetzt vielfach verloren gegangnes i od. be- wirkten Wandel von a zu e(d), e zu ¹, o zu 5, u zu ü, als zu eu(äu) beschränkt. lumreißen, v.: zu Boden reißen. 2um- réißen, v., bes. noch im Part. umrissen emit scharfer Grenze verseheny. Das Verb noch öfter b. Goethe. Mhd. umberizen«einen Kreis ziehen um».— umringen, v.(Prät. umringte, Part. umringt): allseitig umgeben. Mhd. umberingen, ahd. umbi(h)ringan«umringen», von ahd. um- bihring m.«Umkreis» und daher eig. auf der 1. Silbe zu betonen; durch Anschluß an ringen entsteht die neue Betonung u. diestarke Flexion (Schon mhd. Prät. ummeranc, das Part. umrungen
pei Schiller Maria St. 2, 3, Jungfrau 1, 9, Goethe
Faust 11577, Grillparzer Ahnfrau 5, 1, Heine, Rückert).— Umriß, m.: nur äußre Linien- zeichnung. 1780 bei Adelung. Zsg. mit i «Zeichnungy.
umsatteln, v.: seinen Beruf wechseln(1780 bei Adelung auch von der Religion. 1678 bei Kramer causreißen»).— Umsatz, m.(-es): Verkauf der Waren. 1716 bei Ludwig vom Gelde.— umschichtig, adj.: wechselweise. Erst im 19. Jh. belegt. Zu veraltetem Dmschicht f. Wechsel». Aus der Bergmannssprache?— Umschlag, m.: Veränderung ins Gegenteil (des Wetters, der Stimmung);(kaufm.) Ver- trieb, Umsatz(seit 1523 ist Kieler ummeslag Jahrmarkty belegt, noch jetzt in Kiel); ringsum aufgelegte Bedeckung als Heilmittel; Brief- umschlag(1561 bei Maaler). Mhd. umbeslac m. Wendung, Umkehr, Ausflucht, Gantversteige- rungy.— umschréiben, v.:(veraltet) um etwas(z. B. eine Münze) herumschreiben; be- grenzen; ein Wort durch mehrere deutlicher ausdrücken(1780 b. Adelung). Mhd. unbeschri- ben. Von der 1. Bed. noch Umschrift, f., 1455 umbeschrift f.— Umschweif, m.: Weit- läufigkeit, die sich um eine Sache herumbe- wegt. Mhd. umbesweif m.«Kreisbewegung, Umschwung, Umschweif». Zsg. mit Schabeif.— Umschwung, m.: schnelle Verwandlung. Eig. «das Umdrehen des Rades. 1811 bei Campe mit Beleg aus Herder.— umsehen, v.:(eig.) ringsumhersehen;(refl. sich u.) zurücksehen. Md. ummesen n. Aufsehen», ahd. umbisehan, ags. mbséon.— umsetzen, v. an einen andern Ort setzen; verändern; Waren umsetzen, 1716 bei Ludwig; 1654 in Nürnberg geld umbsetzen Geld wechseln.— Umsicht, f.: Uberblick über die zu berücksichtigenden Umstände. Erst 1811 bei Campe. Von umsichtig, adj., mhd.
umbesichtic.— umsõnst, adv.: ohne Entgelt, ohne Grund. Md. umbsunst(Erlösung S. 251, 270), 1482 im voc. theut. kk 68 umbsust, mhd. umb(e)sust, auch«unverschuldet⸗; mit ange- tretenem t, denn gew. mhd. umbesus. Siehe sonst.— umspringen, v.: sich ändern(vom Wind); verfahren(mit einem u). Mhd. umbe springen im eig. Sinn.— Umstand, m.(-els, Pl.-Stände):(eig.) die umstehenden Personen, Menge von Leuten(noch els.-basl.-bayr. Ge- richtsumstand die Zuschauer beim Gericht); zufällig eingetretenes bestimmendes Verhältnis (vgl. frz. circonstance, spätlat. circumstantia). Mhd. umbestant m. das Herumstehen, Sachver- halt, Umstand». RA. Umstände machen«Weit- läufigkeiten machen»; in andern Umständen sschwanger». In neurer Zeit. Davonumständ- lich, adj., 1664 bei Duez umbständig,-iglich. Zsg. Umstandskasten, m.: Mensch, der viele Umstände macht. Umstandswort, n.: Ad- verb(s. d.).— 1umstehen, v.:(von Tieren) zugrunde gehen(b. Schmeller). 2umstéhen, v.: um etwas herumstehen. Mhd. umbestän, Stén, ahd. unmbistän, ags. ymbstandan.— um- stehend, adv.: auf der andern Seite. 1811 bei Campe.— Umsturz, m.: Revolution. Bei Goethe Nat. Tochter 2826.
Umtrieb, m.(-Lels, Pl.-e): zu widerrecht- licher Handlung od. doch keinem guten Zweck fortgeführte bestimmende Tätigkeit. 1811 bei Campe in dieser übertr. Bed., nicht b. Adelung, aber schon 1650 bei Moscherosch Phil. 1, 233. Vgl. noch ZfdW. 5, 124.
umwandeln, v.: in etw. andres verwandeln. 1711 b. Campe.— Umweg, m.: ein weitrer Weg als nötig ist. Mhd. umbherbecm.— Umwelt, f.: die umgebende Welt. 1811 bei Campe als eigne Bildung, aber schon 1800 bei Baggesen(Zfd W. 7, 151), dann 1816 bei Goethe 30, 27 u. 24, 357 (Wanderj.). Viell. Ubersetzung des dän. om- verdenen. Seit den 50 er Jahren des 19. Jhs. für Milieu gebraucht.
umzechig, adj.: umschichtig. Bei Lessing 1, 401, dann bei W. Humboldt, Jahn, Holtei. Von Zeche(s. d.)«Reihenfolges.— umzingeln, v.: umschließen. 1678 bei Kramer. Mhd. umme sich zingeln«eine Verschanzung machen» von mhd. zingel f.«Verschanzungsmauer» aus lat. cingulas,-um,-a m. n. f.«Umschanzungsmauery.
un-, untrennbare Partikel, die urspr. die Verneinungausdrückt. Mhd.-ahd.-asächs.-ags.- engl.-got. un-, afrs. un-, on-, ndl. on-, anord. ö-, d-, schwed. o-, dän. u-. Verw. mit glbd. gr. à(v)-, lat. in-, air. an-, in-, aind. a(n)-, arm. an-, die
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