Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1083-1084
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1083 Tscherper

tüfteln 1084

Tscherper, m., dass. was Schärper(s. d.). Tuba, f.(Pl. wie Sg.,-ben,-s): Blasinstru- ment, Posaune(erst 1835 wurde die Baßtuba angefertigt); Röhre. Das lat. fäba«Röhre, Trompete», das schon von Herder, Ramler u. a. gebraucht wurde. Tube, f.(Pl.-/): Röhre mit Olfarbe, Salbe u. a. Aus lat. füba, s. Taba in neurer Zeit. Tubérkel, f.(Pl.-n): knötchenförmige Bil- dung im tierischen Organismus, durch Bazillen hervorgerufen. Erst neuere Bildung aus tu- berkulös, adj.: voll Tuberkeln. Das frz. fuber- culeuæ, von frz. tubercule m., lat. füberculum n. ckleine Geschwulst» zu täüber n.«Geschwulsty. Tuberose, f.(Pl.-n): die Pflanze polyanthes tuberosa. Aus glbd. span. fuberosa, dem subst. Fem. d. lat. Adj. heroôsus«voll Erhöhungen- von tüber(s. o.). Nach den Knollen benannt. 1594 wurde die T. durch den spanischen Arzt Simon von Tovar aus Ostindien mitgebracht. Tuch, n.(-Lels, Pl. Tücher,-e, kaufm. für Tucharten):(urspr.) dichtes Gewebe(früher auch aus Leinen, noch in Kammertuch, Nessel- tuch, Hemdentuch, jetzt aus Wolle); Stück von einem solchen Gewebe jeglicher Art. Mhd. tuoch n., selten m., md., düch n., ahd. fuoh n. m.; dazu and."allido n.«Schleier», nd. dõk n., ndl. doek n., afrs. AO ν m., entl. anord. diüer m. Tuch, Stück gewebtes Zeug», schwed. duk, dän. dag. Viell. verw. mit aind. dhvajä- m. n. «Fahne, Erkennungszeichen, Aushängeschild, awest. duag- cflattern». 4B L. tuchen, adj., mhd. fuοchin, spät tüchein, md. tüchtn. Tüchel- chen, n. Tüchlein, n., mhd. füechelin. Z0S. Tuchhalle, f., 1719 b. Kramer. Tuchmacher, m., mhd. fuochmacher,-mecher. Tuchscherer, m.: geringe Art Tuchbereiter, 1678 pei Kramer. tüchtig, adj.:(eig.) was taugt;(dann) groß, hervorragendtauglich. Mhd. tühtec, md. tuchtig; dazu mnd. dachtich, ndl. dachtig, ags. dyhtig, dohtig, engl. doughty, entl. schwed. dagtig, dän. dygtig. Von mhd. tuht, duhtf.(ahd. doht, dohtif.), Verbalabstraktum von taugen. 48L. Tüch- tigkeit, f., md. bei Jeroschin kuchtikeit f. Tuck, m.(els): boshafter Streich, nament- lich in der RA. einem einen T. antun(obd.-md.) ceinem einen Streich spielen», bei Keisersberg Narr. 128 b einem einen duck bewweisen. 1550 bei Alberus Fab. 41, 28 tuck m., b. Luther täück(e). Mhd. tuc(Pl. tüche) m.«Schlag, Stoß, schnelle, heftige Bewegung, Handlungsweise, listiger Streich, Kunstgriffe; dazu mnd. tuxꝭᷣ m.«Tücke, versteckte Bosheit, Schelmenstreich», ndl. fakx. Ahd. nicht belegt. Ursprung dunkel. Entweder

zu fauchen, nd. ducken, s. auch Duckmäuser u. tuckeln, od. aus dem Ndd. entl. zu 2lehen, Zuck. Tücke, f.(Pl.-n): Bosheit. Eig. der Pl. von Tuck(s. d.). Bei Luther Spr. Sal. 24, 9, md. kucke f.(Jeroschin), auch in gutem Sinn«klug- heit, geistige Feinheit, zu billigendes Benehmen. 4BL. tückisch, adj.: boshaft; heimlich zornig, grollend. Im 15. Jh.; davon tückschen, v.: heimlich zornig auf jem. sein. Nordd.

Tückebold, m.: Trrlicht als verlockender Geist, schlechter hinterlistiger Mensch. Bei Voß 2, 275. Zgs. aus nd. fücken(wohl gleich hochd. züucken) u.-bold(s. d.).

tuckeln, v.: in unrechter Weise verbergen, daß der andere etwas erfährt; mit heimlichem Betrug umgehen(Schmeller). 1691 bei Stieler kuckelen, das viell. mit Tuck, Tucke zusammen- gehört. Vgl. auch Dackmäuser.

Tuder, Tüder, m.(s, Pl. wie Sg.): Strick zum Anbinden von Vieh auf der Weide; Spann- seil der Vorderbeine für Weidevieh. In 1. Bed. bei Voß Id. 3, 185, 1741 bei Frisch als nd. Nd. tüd(d)er, tõdder, tüer, mnd. tüder, tudder, ofrs. tüdder, afrs. liader, tieder«Bindseil, Strick?, mengl. tedir, engl. tedder, tether, anord. tjody n., schwed. fjuder, dän. töir, ahd. ziotar, mhd. zleter m. n.«Vordeichsel, noch bayr. zieter m. n. Wohl stammverw. mit 2Tas. 4BL. tüdern, v.: anseilen 1741 bei Frisch als nd. Nd. füdern, kuddern, türen, ofrs. tüddern, anord. Hödkra, schwed. judra, dän. fõire.

Tuff, m.([els, Pl.-e): kalkartiger, löchriger Stein, Kalksinter. Erst nhd., älter ist Tuff- stein m. 1482 im voc. theut. cl b, fl a dobstein, md. tupstein, ahd. tuf-, tub-stein, aus glbd. lat. tõfus, tõôphus, woher ital. tufo m., das auf das deutsche Wort einwirkte. Wegen des daneben stehenden ital. ε⁴αm 0ſ/ jz.«Eintaucheny, bildete man in Anlehnung an kauchen und nd. duken Duckstein, 1561 bei Maaler Tugstein, 1487 bei Brack i 6 b dachstein, im 12. Jh. ducstein, ahd. duchtstein, nd. dakstein, noch bayr.'schwäb. Tauchstein. Auch in Anlehnung an Duft Duft-, Tuftstein, ferner and. däũvonstéen« Taubenstein.

tüfteln, v.: sich mit Arbeit in Kleinigkeiten abgeben; über eine schwierige Sache nach- denken, grübeln. Zuerst 1810 bei Campe aus Nicolai Reisebr. 1, 255 als sächsisches Provinzial- wort, bei Goethe 24, 294(Wanderj. 2, 4) kifteln. Mundartl. in Süd- u. Mitteldtschld. weit ver- breitet u. sonst allgemein bekannt. Schon mhd. küfteln«schlagen, klopfenꝰ?, das wohl zu tupfen gehört. Urspr. bedeutet es wohl«feine Stiche macheny, anders ZfdW. 5, 255.