Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1081-1082
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1081 Trum

Tschardasch 1082

u. Dor. 2, 264 Trulle, bei Rabener Sat. 3, 148 Drolle, 1518 b. Keisersberg Sünd. d. Mundes 35 ³ Trüll söffentliche Dirnen, mhd. trülle f.-Kebs- weibs». Viell. zu Tyroll(s. d.).

Trum, m. n.(Tels, Pl. Trümer): Nebenspalte (bergm.). Bei Mathesius Sar. Eins mit Trumm.

Trumedu(spr. frünm), m.(*S, Pl.-s): Pfei- lerspiegel. Das glbd. frz. trumeau, das viell. vom deutschen trum abgeleitet ist. Bei Gotter 1, 32.

Trumm, m. n.(-Lels, Pl. Trümmer, früher gelegentlich auch-e): End-, Rest-, Bruchstück. Der Sg. nur noch mundartl. u. in RA. wie in einem Tr.«ununterbrochen»(schwäb.). Bei den Webern«das abgeschnittne Ende des Auf- zugs», bei den Bergleuten s. Trum. 1695 bei Abraham a S. Cl. Judas 4, 352 Trumb n., mhd.- md. drum n.(Pl. drümer, md. drumer), ahd. drum«Endstück, Ende, Stück, Splittery; dazu ags. Prum, engl. thrum, anord. Prömr m. Rand, Kantes, norw. tram. Ob Tram verw., ist zweifel- haft. Nach Weigand zu gr. répuan. Ziel, Ende», lat. terminus m. Grenzzeichen, Grenzstein?. Schwierigkeiten bereitet dabei die Form mit b. Trümmer, f.(Pl.-/): Bruchstück, der als Sg. verwendete Pl. von Trumm. Schon 1664 bei Duez trummer Sg., dann bei Klopstock Mess. 2, 14, Oden(erste Ausg. 233, 253, 288), Voß 1, 118 Trüummer f.; der Pl. Trümmer bei Voß Odüßee 4, 508, Goethe 1, 249; Trümmer m. im Sg. bei Zachariâ Ged. 383.

Trumpf, m.(els, Pl. Trämpfe): im Karten- spiel die die übrigen Farben stechende Farbe; ein Blatt dieser Farbe. Schon im 16. Jh. ein Kartenspiel aus mlat. friumphas«eine Art Spiel mit gemalten Karten», bei Schönsleder ludere triumphum, bei H. Sachs 20, 309, 21 trunpff n. Siegesſeiery, aber ebd. V. 7 triumph, ebenso 1541 bei Seb. Franck Sprichw. 1, 126 b Trumpf. Viel- fach übertr. in RA. wie einen Tr. drauf setzen, seinen letzten Ir. ausspielen. 4B L. trumpfen, v.: Trumpf ausspielen, damit stechen, 1618 bei Schönsleder und 1575 im Garg. 259.

Trunk, m.(-els, Pl. Trünke): einmaliges Trinken; das Trinken; soviel man auf einen Zug trinkt; Trinkflüssigkeit. Mhd. trunc(Pl. frünke), ahd.(selten) trunk m.; dazu mnd. drunk, ndl. dronk, ags. Irync m., engl. drinke, anord. drykler m., schwed. dryck, dän. drik, altes Verbalabstr. *drunkiz zu trinken. ZIUS. Trunksucht, f., 1822 bei Heinsius.

trunken, adj.: berauscht. Mhd. trunken, ahd. ftrunkcan, eig. Part.«einer der getrunken haty, schon mhd. als Adj.; dazu ags. druncen. 4B L. Trunkenheit, f., mhd. krunkenheit,

ags. druncenhãd f. ZUS. Trunkenbold, m., zgs. mit-bold(s. d.), mhd. trunkenbolt m., älter- nhd. auch Trunkenboltz, noch 1727 bei Aler.

Trupp, m.(-Lels, Pl.-S, öst. auch-e): eine Menge beieinander befindlicher Personen. 1691 bei Stieler Ty., 1678 bei Kramer Tropp, 1669 im Simpl. 13 Troup m., 1663 b. Schottel tropp, truppe m. Mit Geschlechtswechsel(nach Haufe) aus glbd. frz. troupe f., dessen Herkunft unsicher ist. ZUS. truppweise, adj., 1663 bei Schottel tropweis. Truppe, f., jetzt meist«Gesamtheit der Mitglieder eines Theaters». 1741 bei Frisch Trüppe. Nach Adelung in den neusten Zeiten. Aus frz. troupe, s. o. Bei Bürster 20 ftroppen. Truppen, pl.: die Kriegsvölker. Aus frz. trou- pes pl. 1617 b. Wallhausen corp. mil. 61 froupen.

Trüsche, f.(Pl.-n): Aalraupe, Quappe. 1618 b. Schönsleder u. 1561 b. Maaler, 1563 b. Forer 171 b Trüsch, 1579 bei Golius onom. 300 Trusch (ebenso 1727 Aler), 1582 bei Chytraeus 382 nd. trusch, ãlrupen, 1663 bei Schottel Trutsch f., mhd. frisch f. Herkunft dunkel.

Trust, m.(-es, Pl.-g): Verband, Ring zum Festsetzen der Preise. In den 70 er Jahren aus Amerika gekommen.

Truthahn, m.: Puter. 1673 b. Weise Erzn. 202 duff hoch Teutsch.. Truthahn. Der erste Bestandteil viell. lautnachahmend.

Trutschel, f.(Pl.-/):(noch südd., obhess., westerw., luxemb., meist) unbeholfnes dickes Frauenzimmer; aber auch liebkosend, u. gleich Dirne. Bei Hölty 205 H., 1781 bei Kindleben stud. Trutschelchen von den Tirolerinnen. Bei H. Sachs9, 124 Drütschel m., trotzdem eine weib- liche Person gemeint ist. Mhd. bei Helbling trutschel«kokette Gebärdes, trutschelloth adv. cauf kokette Weisey. Dazu wohl engl. drotchel «fauler Menschv.

Trutz, m.(-es), eins mit Tyrotz, aber schrift- sprachlich fast nur in der RA. zu Schutz u. T'r. Noch bei Goethe 33, 44 u. ö. Tr., 1, 183 trutzig. ZUS. Trutzbündnis, n.: Bündnis zum Wider- stand, 1810 bei Campe als veraltet, aber der Er- neuerung wert angeführt. Trutzwaffe, f., erst im 19. Jh.

Tschako, m.(-s, Pl.-s): steife Feldmitze. Aus ungar. csdxe, das aus deutsch Zacken hut) stammt. Zuerst 1806 im frz. Heere, dann um 1810 in den deutschen Heeren eingeführt.

Tschapka, f.(Pl.-Ken u.-s): Ulanenmütze, -helm. Das poln. czapka f.«Mützey.

Tschardasch, öst. Tschardas, m.(Gen. wie Nom.): ungarischer Nationaltanz. Aus dem Ungarischen.