1079 Troyer
Trulle 1080
Troyer(spr. treuer), n.(*s, Pl. wie Sg.):
Matrosenunterhemd bei der deutschen Marine. Ostfries. träje, troi«gestrickte, wollne Unter- jacke, 1477 elev. jacke, troye, mnd. troie, tro(i)ge f. Jacke, Wams», mhd. frole, kreie f.«Jacke, Wams», entl. aus prov. fraia.
trübe, adj.: mangelhaft durchsichtig;(von Seelenzuständen) nicht heiter. Mhd. krüebe, truobe, md. trũbe, ahd. truobi; dazu asächs. drõbi ctrübes, ndl. Groef, ags. drôf. Dazu trüben, v.: trübe machen, mhd. fräeben, truohen, md. trüben cunlauter machenꝰ», bes.«betrüben», ahd. trao- ban in Unruhé bringen, betrüben; dazu asächs. drobian«betrüũbt werden, mndl. droeven, ags. dréfan«Unruhe machenꝰ, got. dröbjan«trüben, verwirreny. Wohl wurzelverw. mit Treber. Dazu mit anderm Wurzelauslaut gr. rapciccetv, cverwirren», raoxn f.«Verwirrungy. Anders KZ. 36, 182. 43L. Trübnis, f., vereinzelt Trübesein»(bei Luther), mhd. trüebenisse f. n. Betrübnisy. Trübsal, f.(Pl.-e), seltner n. (Tels, Pl.-e), b. Luther Richter 10, 14 Ntr., 1. Mos. 42,21 F., 2. Kor. 1,8 M.(vgl. auch Zfd W. 7, 58), mhd. truüebe-, truobsal m. n. f., ahd. fruobisal m.; davon trübselig, adj., b. Luther, aber Trüb- seligkeit, f., im 15. Jh. trüebselicheit. ZV0S. trübetümpſ(e)lig, adj.: traurig, unklar, kon- fus. Nordd. Provinzialismus. 1776 bei Hermes Soph. R. 6, 137 Trübetümpel, eig. trüber Tumpel. Trübsinn, m., Verdeutschung von Melan- cholie. Bei Wieland Suppl. 1, 18, 1801 b. Campe. Davon trübsinnig, adj., 1801 bei Campe für «melancholisch.
Trubel, m.(I, Pl. wie Sg.): unruhiges Trei- ben, Lärm. 1663 b. Gryphius Peter Squenz 32. Aus frz. trouble m., eig.«Unruhe, Verwirrung» von troubler(lat. sturbuläãre von turbäãre«ver- wirren?). Früher daher Trouble geschrieben
Trübsalusw., s. frühe.[(1703 b. Wächtler).
Truchseß, m.(sessen, Pl.-Sesgen, öst.-bayr. auch Gen. Sesses, Pl.-sesse): Hofbeamter über Küche u. Tafel. Mhd. truh()sœhe, md. truch?)- sze, früh auch trochtsãze, ahd. truh(t)sãzo, mehr nd. truzzdte, druzdte, im 15. Jh. drossãt, woraus Drost(s. d.). Zgs. mit mhd. fraht, druht, ahd. truht f., ags. dyyht f.«Trupp, Schary, anord. drõtt f.«Gefolge, Leibwache»(zu got. driugan cKriegsdienste tun») u. ahd. Sνο Sasse, Sitzen- dery, also«der über dem Gefolge sitzt, gesetzt ist. Der Tr. nämlich war zugleich königlicher Statthalter(Wigalois 226, 29) u. stand an der Spitze der kümpfenden Schar(vgl. Iwein 4111, 4639). Wegen der Glossierung dapifer«Speisen- träger» hat man im ersten Teil ein truht«Speisey
zu tragen sehen wollen, doch ist dies in dieser Bed. nicht belegt. Trucksystém, n.: Bezahlung der Arbeiter mit Waren. Zgs. mit engl. fruck«Tausch?. Trudchen, Koseform für Gertrud. Trude, f., frühere Schreibung f. Drude, s. d. Trudel, m., s. Trödel. trudeln, v.: regel- los u. ohne Ordnung gehen, rollen. Ostpreuß. u. sonst in Norddtschld. Wohl verw. mit trödeln. Trüffel, f.(Pl.-n/): eßbarer, knolliger Erd- schwamm. 1741 bei Frisch. Aus ital. tartufolo, s. Kartoffel. Ostpreuß. bed. Tyr. auch«Kartoffel. 2ZS. Trüffelhund, m.: zum Suchen von Trüf- feln abgerichteter Hund. 1762 im Nouv. dict. Trug, m.(Jels), meist in der Verb. Lug u. T.(Schiller Wallenst. Tod 3, 15). Bei Luther Ps. 10,7; 72, 14 T., mhd. troc n. u. trüge f. Von trügen. ZUS. Trugbild, n., Verdeutschung des 18. Jhs. für Phantom. Schon mhd. fruge- bilden. Trugschluß, m., 1780 b. Adelung als neu eingeführt für«irriger Schlußy. 1767 bei Wieland I. Vorr. zu Agathon(1, 54 Hempel). trügen, v.(Präs. trüge, Prät. trog, Konj. kröge, Part. getrogen, Imp. trägſe]):(intr.) die Erwartungen täuschen(der Schein träügt);(tr., poet.) betrügen. Durch Anlehnung an Trug u. lügen aus triegen, wie noch Adelung u. Weigand forderten. Bei Steinbach trügen neben triegen,
bei Campe trägen. Bei Luther kriegen, mhd.
triegen, ahd. Iriogan(Präs. triugu, Prät. troug, Pl. fragum, Part. trogan, Imp. triug) cbetrügeno; dazu and. dyiogan, asächs. bedriogan cbetrügen', anord. draugr m.«Gespensty. Verw. mit aind. drüljati«sucht zu schaden», dröghas m.«Be- leidigung, Beschädigung, Verrat», aw. draoga- «lügnerisch, unwahr», draug-«lügen»; dazu auch wohl von einer einfachern Wa. lat. fraus f. Betrug, Ränkey. 4L. Trüger, m., jetzt nur Betruger, mhd. trieger, ahd. triugari, asächs. driogeri m.«Betrüger»; davon Trügeréi, f., bei Luther Ps. 119, 118, H. Sachs Fab. 310, 163 ITriegerei, im 15. Jh. trügerey; trügerisch, adj., bei Lessing 1, 176. trüglich, adj.: Trug enthal- tend. Bei Luther Röm. 3, 13; 2. Kor. 11, 13; 1556 im Dict. 236 b schweiz. truglich, mhd. trügelich, ahd. truga-, trugilih, von mhd. trüge, s. Trug.
Truhe, f.(Pl.-n): Lade. Ein eig. obd. Wort, vgl. Adelung. Mhd. fruhe, truch f.(noch schwäb. truche, truckee), ahd. truha, druha, trucha f. Viell. zu Trog, aber eher zu ags. Früh f.«Trog, Kasten, Sargy, anord. prô f. causgehölter Stamm oder Stein.
Trulle, f.(Pl.-n/): Frauenzimmer(verächt- lich, fast nur in alte Tr.). Bei Goethe Hermann


