1077 Trophäe
Troubadour 1078
kügelchen. Mhd. fropfe m., md. troppe, ahd. tropfo m.; dazu andfrk. dropo, ndl. drop, ags. dropa, engl. drop, anord. dropi m., schwed. droppe, dũn. draabe. Zu triefen. Der regelrechte Nom. Tropf noch bei Brockes 1, 131, Wieland Suppl. 1, 144, Regentropf, ebd. 1, 87, Essigtropf b. Les- sing 1,176, Tropfe b. Goethe 6, 227, Schiller 13, 260, der Pl. Tröpfe b. Haller 127. 4BL. trop- fen, v., 1691 b. Stieler fröpfen neben tropfen, im 15. Jh. tropfen, ahd. trophõn distillarey(Germ. 21, 4*). tröpfeln, v.: ein wenig tropfen. 1540 bei Alberus dict. a4² u. y 2² tröpffeln, Ende des 15. Jhs. frepfflen(Diefenbach gl. 271). ZUS. Tropfstein, m., 1678 bei Kramer.
Trophäe, f.(Pl.-n/): Siegeszeichen. 1727 bei Sperander der Pl. Trophéen. Aus glbd. frz. trophée m., ital. trofeo m. von gr. Jat. tropaeum n.«Siegeszeichen», gr. rpéππαov n.(zu xpénetv cwenden), ein dem Zeus trõpaios cdem Wender' am Ort des Sieges aus feindlichen Waffen usw. errichtetes Gerüst?.
tropisch, s. Tropen. Tropus, s. Trope.
1 Troß, m.(sses, Pl. sse): Heergepäck; Leute bei diesem und für dieses, Gefolge überhaupt. 1521 bei Liliencron 3, 398, bei Murner Luth. N. 2175 trosse, b. Janssen Frankf. Reichskorr. 2, 759 (1509) drosspferd, im 15. Jh. trosse«Gepäcks, aus mlat. frossa, woherauch frz. troussef.«Pack, Bündels. Z08. Troßbube, m., 1538 bei Ser- ranus dict. c 6. 2Troß, Trosse, f.(Pl.-n): sehr starkes Tau
(seem.). Aus dem Ndd., mnd. trosse, trotze f. Tauwerk, Tau»; dazu ndl. fros, entl. dän. trosse, schwed. tross. Aus frz. trosse, drosse f. Tresse».
Trost, m.(-es): mit Vertrauen verbundne Gemütsberuhigung. Mhd. tröst m.«freudige Zuversicht, Vertrauen, Mut»(die Bed.«zuver- sicht» noch bei Luther Hebr. 6, 18, Jer. 14, 8), ahd. tröst, dröst m.«vertrauende Gemütsbe- ruhigung, freudige Zuversicht»; dazu and. tröst m. Trosts, ndl. froost m., anord. fraust n.«Luver- sicht, Muts, schwed.-dän. kröst, got. frausti n. (Vertrag) u. anord. fraustr adj.«sicher, stark, festo. Zu treu u. trauen. Dazu viell. npers. darust chart, stark». RA. nicht bei Troste sein«nicht ganz bei Sinnenꝰ, 1755 bei Richey, auch b. Wie- land, eig. wohl ckeine Hoffnung mehr haben, ganz verzweifelt sein». 4L. trösten, v.: Trost bieten. Mhd. trœsten, trõsten, ahd. trõ- stan, drõstan; dazu and. trõstian, ndl. troosten, anord. freysta(Vertrauen fassen), schwed.-dän. tröste; davon Tröster, m.: der Tröstende; altes Buch(alter Tr. b. Hermes Soph. Reisen 1,442). Mhd. iræstœre, trœster, im 14. Jh. auch Bürge,
Gewährleister». Tröstung, f., mhd. trœstunge f., auch«Bürgschafty. ZUOS. trostlos, adj., mhd. frstlôs, ahd. drοstlõs. trostreich, 1691 bei Stieler.
Trott, m.(Tels): Trab. 1575 im Garg. 203 als Gangart der Pferde. Aus ital. trotto m. Trab, frz. trot te) m. von ital. frottare, frz. trotter«tra- ben⸗. Daraus trotten, v., schon im 15. Jh. bei Wolkenstein 77, 40. Dazu trotteln, 1582 im Garg. 310 u. trottieren, v., b. Goethe 16, 3.
Trotte, f.(Pl.-n): Kelter. Noch alem. 1678 bei Kramer Trotte, Trode, 1482 im voc. theut. hh 15 trott, mhd. trot(t)e f., ahd. trota, trut(t)a f. Zu treten(s. d.) mit der Lautstufe des got. trudan.
Trottel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Kretin, halb blödsinniger Mensch. Von Osterreich vorge- drungen. 1847 b. Castelli S. 116 drottl, vgl. auch Nachwort von Laube zu Grillparzers Weh dem, der lügt. Dunkler Herkunft.
Trottoir(spr.-toär): Bürgersteig. Das frz. trottoir m. von trotter, s. Trott. 1813 b. Campe.
Trotz, m.(-es): widersetzliches Bestehen worauf. Daneben Trutz(s. d.) als altertümlich u. in formelhaften Verbindungen. Bei Schöns- leder u. Duez wird von Tr. auf Trutz verwiesen, Kramer hat beide Formen. Mhd. truz, häufiger traz m., sogar verbunden dir ze trutze und ze tratze(2fdA. 6, 183, 326), umgekehrt b. H. Sachs tratz u. trutz. Md. auch troz(Ludwigs Kreuz- fahrt 5123, Jeroschin 326). Sonst im Germ. nicht vorhanden u. dunkler Herkunft, aber altwegen des Ablauts. Mhd. fraz ist auch Adj.«trotzig» u. Interj. traz/(Neidbart 39, 17)«Trotz sei dir geboten», auch truz, spätmd. frocz als Interj. des Tadels, auch bei Luther 2. Sam. 20, 11, Jes. 41, 23 irotz. Hieraus hat sich dann die Präp. trotz entwickelt, zundchst mit Dat.(Fisch- art Bienenk. 109 b, 1597 b. Gilhusius 107 trotz eim ctrotz einemꝰ, b. Schiller Maria St. 1, 1; 1768 bei Wieland Idris 1, 7 auch trutz), stets in der Ver- bindung trotzdem. Jetzt häufiger mit dem Gen. 4BL. trotzen, v.: trotzig sein u. Trotz bieten. Bei Luther, mhd. tratzen(noch bei H. Sachs), auch tretzen« Trotz bieten, necken, zum Besten haben». trotzig, adj., mhd. tretæic, md. trot- æift(Jeroschin 25063); davon Trotzigkeit, f., mnd. frotzæicheit(Chron. d. d. St. 7, 470). ZUS. Trotzkopf, m., um 1780 bei Goethe 12, 13, 1781 bei Kindleben.
Troubadour(spr. trubadãr), m.(-Lels, Pl. -e und s): südfranzösischer Minnesänger des Mittelalters. 1791 b. Roth. Das glbd. frz. trou- badour m. aus prov. trobador von trobaire Fin- derꝰ(frz. trouver).
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