Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1073-1074
Einzelbild herunterladen

1073 Trio

Trödel 1074

n.: kleines Geldgeschenk für Dienstleistungen, eig. zum Trinken. Mhd. trincgelt, 1377 in Auf- zeichnungen des Archivs zu Frankfurt a. M. dringgelt; daneben Trankgeld. Trinkglas, n., 1329 trinclas. Trinkspruch, m., 1810 bei Campe als neu für Toast. Trinkstube, f., mhd. trincstube f.

Trio, n.(, Pl.-s): Tonstück für 3 Stimmen oder 3 Instrumente; Dreizahl. 1727 b. Speran- der aus glbd. ital. trio m. zu lat. tri-«dreiy. Triöle, f.(Pl.-n): Verbindung von 3 Noten mit dem Zeitwert von zweien. 1791 bei Roth. Nach glbd. ital. friolet m.

1Tripel, m.(-s, Pl. wie Sg.): dreifacher Ge- winn, namentlich im Whist. Das subst. fripel

adj. dreifach, z. B. in Tripelallianz, f., 1678 pei Kramer«Dreibund»; 1525 bei Liliencron 3, truge u. noch ülternhd. treugle], 1716 bei Lud-

485 krippel. Aus glbd. frz. friple.

2 Tripel, m.(, Pl. wie Sg.): erdige Steinart

zum Putzen von Metall, Steinen, Glas. Bei Agricola(†⁵ 1555) 708* Tripela«Tripely. Aus glbd. frz. tripoli m., von Tripolis in Nordafrika, woher diese Erde bezogen werden mufte.

trippeln, v.: mit kurzen schnellen Schrit- ten gehen. Im 15. Jh.(Fastnachtssp. 143, 33). Viell. im Ablaut zu trappeln gebildet.

trippen, v., nd. für tropfen; 1664 b. Rachel 9, 185, md. eig. drüppen, ndl. druppen, mhd. trüpfen(noch 1716 bei Ludwig). Zu triefen. 4BL. Tripper, m.(-s, Pl. wie Sg.): Harn- röhrenkatarrh, 1711 b. Stranitzky Olla patrida 217; 1716 b. Ludwig Trüpfer od. Tripper, 1711 b. Rädlein Trüpper, Trüpfer, Tröpffer, 1678 b. Kramer Tyrüpffer.

trist, adj.: traurig, unerfreulich. 1813 bei Campe triste, 1795 als stud., aus frz. triste von lat. tristis«traurigy.

Tritt, m.(Jels, Pl.-e): Aufsetzen des Fußes

beim Gehen; Fußspur; Stoß(Fußtritt); Vor- richtung zum Auftreten. Bei Luther tritt m., mhd.-md. trit. Zu treten.

Triümph, m.(-els, Pl.-e): Siegesjubel. 1691 bei Stieler Triumf, bei Duez und Kramer Triumpff, bei Luther 2. Makk. 4, 22; Kol. 2, 15 Triumph, 1522 bei Liliencron 3, 408 trgumpf. Von lat. triumphus«Triumph(zug), das viell. aus gr. Opiaußoc m. Festlied, Festzug» stammt. triumphieren, v.: siegen, jubeln, 1495 bei Brant Narrensch. 85, 141, aus lat. riumphäre ceinen Siegeszug halten, einen Sieg davontragen, jauchzen». ZUS. Triümphbogen, m., 1642 b. Duez Triumphboge. Triümphzug, m., 1683 bei Wiederhold.

trividl, adj.: gewöhnlich, abgedroschen,

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

niedrig. 1727 b. Sperander fr., 1694 b. Nehring trivialis, 1703 b. Wächtler Trivialschule cniedre Schulen. Aus glbd. frz. trivial, lat. trividlis von trivium n.«Dreiweg, Scheideweg»(tri-dreiꝰ, via eWeg), also auf öffentlichen Wegen allge- mein zugänglich. Davon Trivialität, f.(Pl. -en): Plattheit. 1801 b. Campe aus Mackensen.

Trochäus, m.(Gen. wie Nom., Pl.-chäen): der Versfuß G. Das gr. subst. rpoxdioc, eig. laufend), zu rpexeiv«laufen?.

trocken, adj. der Feuchtigkeitermangelnd; (bildl.) nicht unterhaltend(Mensch, Darstel- lung). Bei Luther trocken, trucken, 1469 im mrhein. voc. ex quo drocken, mhd.-md. trocken, haäufiger trucken(noch 1716 b. Ludwig trucken), ahd. trucchan; dazu asächs. drofcno, drueno und ohne die n-Abl. mnd. droge, druge(auch md.

wig), nd. dröge, ndl. droog, ags. dry'ge, engl. dré& trocken» und anord. draugr m.«verdorrter Baumstamm). Viell. verw. mit apreuß. drülclai «festꝰ, lit. drüktas fest, stark». Anders Zfd W. 7, 171. 4BL. Trockenheit, f., 1414 drucken- heit(Diefenbach gl. 48²), eintretend für mhd. trückene, truckene, ahd. truchin? f., noch bei Luther Jer. 50, 38 truckne u. bei Goethe Rein. Fuchs 5, 75 Trockne. Norddeutsch dafür seltner Trocknis, f., 1810 bei Campe.

trocknen, v.: 1. trocken machen, eig. mit Umlaut noch im 17. Jh. trôcknen, bei Luther trücken, 1482 im voc. theut. hh 2° trucken, mhd. trucken(en), trücken(en), ahd. truckan()an, asächs. Truknian; 2. trocken werden. 1469 im mrhein. voc. ex quo drocken, mhd. trucken(en), ahd. trucchenõn. ZUS. Trockenwohner, pl, seit den 60er Jahren d. 19. Jhs. Bezeichnung der Bewohner neuerbauter Häuser. Vgl. Ladendf.

Troddel, f.(Pl.-/): Quaste, Fransenbüschel. 1645 bei Zesen Ibr. 1, 596 Trodel, 1664 bei Duez Trodeln, aber 1663 bei Schottel 1319 und 1432 tradel, ebenso bei Bödiker. Um 1475 nürnberg. (Tucher Baum. 285, 16) trödel m.«Holzfasern in Hanf od. Werg*). Von mhd. trãde f. ⸗Saum des Gewandes, Fransen am Saumꝰ, ahd. trädo m., trãda f. Saumꝰ, auch drãädo, thrãdo. Dunk- ler Herkmunft.

Trödel, m.(-s): Ort zum Handel mit ge- brauchten Sachen; dieser Handel; allerlei Tun u. Treiben im Kleinen mit andern. Bei Adelung Tr. und Trudel m.«abgenutzte, unbrauchbare Sachen usw., 1691 bei Stieler Treudel, auch bei Luther 8, 535 W. troddelmarkt, 1663 b. Schottel Trödel in 1. Bed., 1562 b. Mathes. Sar. 35 b frödel calte auffallende Sachen zum Anzug, alte Klei-

68