Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1069-1070
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1069 treten

Triektrack 1070

«Hülsen gekelterter Trauben?, md. im 15. Jh. drester, ahd. tresti(a) pl. Schweiz. bei Frisius und Maaler träst n.; dazu ags. dœærstan«Hefeꝰ. Mit Ausfall eines h aus lrahst- zu apreuß. dragios«Hefe?, s. Treber.

treten, v.(trete, trittst, tritt, Praät. trat, Konj. träte, Part. getreten, Imp. fritt):(eig.) den Fuß mit der Sohle wider etwas bewegen; aber auch mannigfach übertr.(der Saft tritt in die Bãume, in Dienst treten);(vom Federvieh) be- gatten;(stud.) mahnen. Bei Luther u. noch b. Fleming tretten. Mhd. freten, md. dreden, ahd. tretan(Prãäs. tritu, Prät. trat, Pl. trätum, Part. gitretan, Imp. trit) ceinhertreteny; dazu andfrk. tredan, ndl. treeden, afrs. treda, ags. fredlan, engl. tread, schwed. träda, dän. träãde, aber ab- lautend anord. troda, got. trudan«treten, kel- terny». Herkunft dunkel. Vermutungen bei Osthoff Parerga 1, 372; Idg. Forsch. 12, 187 ff. wird air. cun-drad«Handel» verglichen.

treu, adj.: zuverlässig, gesinnungsfest, der Wahrheit gemäß. Spätmhd. fris(ae) für mhd. getriu(we), jetzt getreu, ahd. gatriuwi; dazu asächs. friuroi, ndl. trouac, afrs. tritse, ags.(ge)- trꝛeawe, engl. true«treu, wahr», anord. tryggr, schwed. trygg, dän. Iryg, got. triggeos. Verw. mit gr. dpéov fest(Hesych). Nach Osthoff Pa- rerga 1, 98 ff. zu dem idg. Wort, das in Teer vor- liegt, und das«Eiche» bed. haben soll. Dazu Treue, f., mhd. triννε) f., ahd. triueνα; dazu asächs. freuooa f.«Treue, Friede?, ndl. troub, afrs. triuze, ags. tréoνν f., got. triggawa f. u. mit Ablaut mnd. träwe f., ags. fräwa m., anord. truü f., schwed.-dän. tro. Aus dem Germ. stammt mlat. treuga, frz. tréve f., ital. regua f.«Waffen- stillstando. 4BL. treulich, adj., mhd. triuzoe- lih. ZUS. Treuhand, f.: zwei verschlungne Hände verschiedner Personen(in der Heral- dik); davon Treuhänder, m.: Testamentsvoll- strecker, treue Mittelsperson. 1810 b. Campe als landschaftlich. treuherzig, adj., bei Fischart (vgl. Gombert3, 14). treulos, adj.: ohne Treue,

Triãde, s. Trias.[mhd. triuzwelõs.

Triangel, m.(-S, Pl. wie Sg.): Dreieck; dreieckförmiges Musikinstrument(im 16. Jh., Germ. 29, 397);(in der Fischerei) eine Angel mit drei Haken(2fd W. 2, 76). In 1. Bed. 1605 bei Hulsius, im 15. Jh. bei Sachsenheim Tempel 45. Aus glbd. lat. triangalum n., 2gs. aus fri-«drei» u. angulus m.«Ecke, Winkel». Triangula- tiön, f.(Pl.-en): Landvermessung durch Drei- ecke. Im 19. Jh. aus glbd. frz. friangulation f. zu lat. triangulunm, s. o.

Trias, f., Triãde, f.(Pl.-n): Dreizahl, Drei-

heit. Das glbd. gr. rpidc f. u. frz. friade f., von gr. ror drei». Damit zgs. Triassystem, n.: Schichtenfolge des Buntsandsteins, Muschel- kalks und Keupers. Davon triâssisch, adj.

tribulieren, v.: unnötig drängen, plagen, placken. 1572 bei Rot u. schon 1520 bei Luther Adel 34. Vgl. auch Zfd W. 3, 368. Aus lat. tri- balãre«pressen, drücken, plagen», zu terere creiben». 1678 bei Kramer tribolieren aus ital. tribolare.

Tribüún, m.(-els,-en, Pl.-eln]): Volks- führer. Das lat. tribãnus m.«römischer Beam- ter, der die Volksrechte vertrats.- Tribunäl, n.(els, Pl.-e): Gerichtshof, Obergericht. Bei Schiller Räuber 5,1 M. 1716 b. Ludwig N. Mhd. tribunal n.«Richterstuhl» aus lat. tribänal n. cerhöhte Gerichtsbühne», von kribänus, s. o. Tribünce, f.(Pl.-n): Rednerbühne, stuhl, er- höhter Platz. Das glbd. frz. fribune f. über ital. tribuna von lat. tribunal, s. o. Bei Schiller 11,81. Auch schon mhd. tobhne f.

Tribút, m.(-Lels, Pl.-e): Auferlegtes, Ab- gabe, bes. die einem besiegten Volke auferlegte. Bei Luther Hos. 8, 9; spätmd. tribäte n. Aus lat. tribäétum n. öffentliche Abgabe», von kri- buere«zu-, erteilen.

Trichine, f.(Pl.-n): Muskelparasit. 1836 von Owen entdeckt u. benannt. Von gr. Opis, pôc f.«Haarꝰ, also«Tier wie ein Haarꝰ?.

Trichter, m.('s, Pl. wie Sg.): in eine Röhre sich verengendes Gefäß zum Durchlaufenlassen und dem ühnliches. 1482 im voc. theut. gg 7 b krichter, auch triechter, ebd. hh, 1477 clev. krichter, auch schon 1333 trichter. Gew. md. tre(c)hter, auch tra(c)hter(noch obd. Trachter, Trechter), ahd. trahtari, auch trihtere(Diut. 3, 256, 18); dazu mnd. trehter, ndl. trechter. Aus glbd. mlat. trectorius, einer Nebenform zu frac- tarius(woher auch alb. taftär m., engadinisch trachuoir u. a., vgl. G. Meyer Alb. WB.), von lat. traãjectõriuu n.«Trichter» von trajicere cher- überschütten»(tralns] über» u. Jacere«wer- fen), vgl. Btr. 18, 233. Der Nurnberger Trich- ler, schon b. Abraham a S. Clara sprichwörtlich, geht aufein 1647 zu Nürnberg erschienenes Buch von Harsdörffer zurück, Poetischer Trichter, die Teutsche Dicht- u. Reimkunst, ohne Behuf der lat. Sprache, in 6 Stunden einzugießen.

Trick, m. n.(-s, Pl.-e u.-s): Streich; Kniff; im Whist jeder Stich über den sechsten. Aus engl. frick«List, Streichs, von mengl. frichen cbetrügeny, entl. aus glbd. frz. tricher.

Tricktrack, n.(): Brettspiel mit Würfeln. Aus glbd. frz. frictrac m., das Geräusch der fal-