Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1057-1058
Einzelbild herunterladen

1057 Tourné

Tragik 1058

glbd. frz. tour m. von gr. Jat. tornus, gr. rpvoc m., s. Turnus. Dazu Tourist, m.(-en, Pl.-en): Vergnügungsreisender. 1834 bei Petri, aus glbd. engl. tourist.

Tourné, bayr. nur Tournee(spr. fürné), n.(-s, Pl. s): Wende, Art des Kartenspiels (1822 b. Heinsius vom Lomberspiel); Konzert- reise usw. eines Künstlers. Das Part. des frz. kourner«wenden» von tour(s. o.). Davon auch tournieren, v.: wenden(beim Skatspiel).

Tournüre, s. Turniire.

Trab, m.(Jels): Lauf in kurzen Schritten. Mhd. drap m.(Gen.-bes), nd. drav, ndl. draf. Von traben.

Trabänt, m.(en, Pl.-en): Leibwächter, dienender Begleiter; Nebenplanet. Bei Luther drabant«Läufer als Leibwächter⸗, 1514 bei Altensteig trabant«dienender Gefolgsmann?, 1449 in Chron. d. d. St. 2, 5445, 569 b«Fußsoldats, vgl. noch Zfd W. 4, 155. Bei der Herleitung von tschech. dräb, poln. drab«Fußsoldat» bleibt die Endung unklar, viell. nach Sergeänt. Die slaw. Wörter stammen aus d. Trab, vgl. Berneker. Am besten wohl von kraben.

traben, v.: in kurzen Schritten laufen. Bei Luther draben, mhd. draben, draven, md. trafen, draven, dazu and. in thrauondi«trabendꝰ, 1477 clev. draven, nd.-ndl. draven, ags. prafian c«an- treibeny». Wohl verw. mit lat. trepidus«trip- pelnd, hastigy, gr. rpametvckelterm, eig. ctreten», lit. trepti«mit den Füßen treten», apreuß. trapt ctreten⸗, abg. trepati palparey. 4L. Traber, m., 1561 bei Maaler.

Trace, s. Trasse.

Tracht, f.(Pl.-en): Handlung des Tragens, Traglast, das Sichtragen, einer Gegend eigen- tümliche Bekleidung. Mhd. traht(Pl. trehte) f. (auch trahte«aufgetragnes Gericht)«das Tra- gen, die Last, Schwangerschaft, Zusammenge- tragnes, z. B. zusammengetragnes Holz zum Ausfüllen der Gräben», dann auch«Belagerungy, dazu mnd. dracht f., ndl. dragt f. Von tragen.

trachten, v.: worauf denken, das ganze Sinnen worauf richten. Mhd. trahten, ahd. trahtòn, drahtõn; mit ndl. trachten, ags. frahtian, entl. aus lat. fractãre«behandeln, treiben, über- denken,-legen, vor-, unter-, abhandelny von trahere æ«ziehen».

trächtig, adj.: befruchtet(von Tieren). Bei Goethe 2, 188 übertragen. Md. trehtec«träch- tig, schwanger» von mhd. traht«Schwanger- schafty, s. Tracht.

Traditiön, f.(Pl.-en):(mündliche) Uber- lieferung. 1534 b. Franck Weltbuch 151 b. Aus

Weigand, Deutsches Wörterbuch 5. Aufl. II. Bd.

lat. trãditio f,«Ubergabe, alther fortgepflanzte Meinungy(von lat. trãdere cübergebens). Dazu traditionéll, adj.: der Oberlieferung gemäbß. Das glbd. frz. traditionel. 1834 bei Petri. Trafik, m.(s, Pl.-s), öst. nur f.(Pl.-en): (Tabak)laden,-handel. 1703 im Zeit.-Lex. Tra- figuen«Handelschaften». Aus frz. trafic, von ital. traffico m.«Handel». Dunkeln Ursprungs. Tragänt, m.(-els, Pl.-e): die Pflanze Bocksdorn u. deren Harz. 1482 im voc. theut. gg 7 b u. mhd. tragant m. Bocksdornharzo, aus glbd. mlat. tragantum von lat. tragacanthum n., gr. rperrdavéa f.«Bocksdorn», zgs. aus rpdτoc m.«Bock» u. äxavéo«Dorn, Dornstrauch). träge, adj.: langsam zur Tätigkeit. Mhd. trœge, md. auch trãc, trãge, ahd. trãgi; dazu and. träg«träge?, ndl. im 16. Jh. traegh, ags. trãg «schlechty, aschwed. frögher(mit urspr. 5) cträge». Zu got. trigò f.«Trauer», asächs. fre- gan«betrübenꝰ, trego m.«Schmerz'», ags. trega m. Schmerz», anord. frege m.«Sorges, tregr «unwillig, abgeneigt». Viell. zu aind. drãghats cplagt, quält»(Dhatupaãda). 4 L. Trägheit, f., mhd.-md. trãcheit, trägheit, md. auch drä- c(h)eit, ahd. trägheit, ndl. im 16. Jh. fraegheyd. tragen, v.(Präs. trage, trägst, trügt, Pl. kragen, Prät. trug, Konj. trüge, Part. getragen, Imp. tragle]): auf sich habend halten oder fort- bewegen. Mhd. tragen(auch«schwanger sein», vgl. trächtig), ahd. tragan(Präs. tragu, Prät. truog, truogum, Part.[giltragan); dazu asächs. dragan tragen, auftragen, bringem, ndl. dragen, afrs. Grega, draga, got. dragan ætragen», dagegen ags. dragan, engl. drauo, anord. draga, dän. drage «zieheny. Daß diese Worte dieselben sind, legt schleppen ziehen, tragen» nahe. Wohl verw. mit lat. frahere«ziehen), lett. dragãt«reißeny, aind. dhräjati«gleitet dahin, streicht, ziehty. Vgl. Walde. 4L. Trage, f.(Pl.-n): langes Traggerüst für 2 u. mehr Personen. Um 1500 im voc. inc. teut. tragen f., im 15. Jh. trage f. Träger, m., auch Tragbalken(1716 b. Ludwig, 1678 bei Kramer Trager), mhd. tragœre, trager, ahd. tragari m., and. dragari. ZUS. Trag- bahre, f., 1340 md. tragebarf. Traghimmel, m., 1691 b. Stieler. Tragkorb, m., im 14. Jh. md. tragkorb(Mone Anz. 4, 232, 25. Trag- weite, f., eig. vom Geschütz gesagt, jetzt gew. übertr. Wiedergabe des frz. portée. Um 1848 als Modeausdruck aufgekommen(ZfdW. 5, 123). Tragik, f.: erschütternder Verlauf. Erst in neurer Zeit. Ebenso wie Tragiker, m.(*d, Pl. wie Sg.): Trauerspieldichter. Von gr.-lat. fra- gicus, gr. rpœrxòc zur Tragödie gehörig», von 67