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Tour 1056
Brotkorby, woraus gr. xdvickpov n., weiter kleinruss. Kajstra f.«große Tasche»(noch ober- schles. keister«Schulranzen» u. slowak. fauistra, tschech. tanYstra, ungar. tanise(t)ra, tarisznga. Vgl. Idg. Forsch. 2, 441.
Torpéder, m.(*s, Pl. wie Sg.): Deckoffizier zur Verwaltung der fertigen Torpedos. Von Torpédo, m.(—s, Pl.-s): mit Sprengstoff ge- füllter unterseeischer Apparat zum Angriff auf Schiffe. Im 19. Jh. erfunden; der Name von lat. korpẽdo f. der bei Berührung erstarren machen- de Krampffisch, Zitterrochey.
torquieren, v.: foltern, martern, peinigen. 1694 bei Nehring. Aus lat. forquére«drehen, foltern, martern.
Torso, m.(7s, Pl.-s): Bruchstück, bes. einer Bildhauerarbeit. In der 2. H. des 18. Jhs.(2Zfd W. 8, 98). Aus glbd. ital. forso m.
Tort, m.(Jlels): Unrecht, Verdruß, bes. in der RA. einem einen T. antun ceinem einen Pos- sen spielen»(1703 b. Wächtler). 1691 b. Stieler Dort, Tort. Aus frz. tort m., ital. förto m.«Un- recht, zugefügter Schaden, Unbillzu frz. fordre zusammenziehen?(lat. forquére«drehen»).
Torte, f.(Pl.-n): feiner facher Kuchen von Zuckerteig. Bei Wieland Am. 63 Turte, wie 1703 b. Wächtler Tourte. 1540 b. Alberus dict. R 1 b tort, 1477 clev. farte, wie auch pei Duez, Kramer u. selbst noch 1722 bei Freyer Tarte neben„, ndl. faartf., aus glbd. frz. farte f. neben kourte f., ital. forta f. Dunkler Herkunft. Im Zusammenhang steht jedenfalls ir. fort«Brot, dim. tortine«Brötchen», tort«Mengesv.
Tortür, f.(Pl.-en): Marter, Peinigung,
Folter; Folterbank. In der Zimm. Chron. 24, 311, 21. Aus mlat. tortära f.«Krümmung, Mar- ter, Plages, mlat. auch«Folterung»(zu lat. for- quére«drehen?).
tosen, v.: heftiges Gerüusch machen. Erst im 18. Jh. dichterisch aus den Ma. wieder auf- genommen. 1711 bei Rädlein, 1700 bei Castelli, 1683 bei Wiederhold täsen. Mhd. dõsen, ahd. dõsôn cbrausen, rauschen, lärmenn. Dazu ags. Bys m.«Sturmy, anord. 5 Sss m.«Auflauf, Tu- multy, pysja«in heftiger Bewegung vordringen, vorstürzen, heysa«vorwärtstreibeny». Zu der Wa., die in tausend steckt, vgl. aind. tãvis f. «Kraft, Stärkes, tavis(E-«stark sein, mit Un- gestüm vordringeny.
tot, adj.: chne Leben. Früher todt, b. Luther tod, flekt. todt-, mhd.-ahd. tõt; dazu asächs.-nd. dõd, ndl. dood, afrs. däd, ags. déad, engl. dead, anord. daudy, dän.-schwed. dõd, got. daups. Mit grammatischem Wechsel und demnach altem
Akzentwechsel(Grundform*daudäz) zu Tod (s. d.). RA. tote Hand, Ubersetzung des lat. Rechtsausdrucks manus mortua, eig. die Hand (Person), die durch Verfügung für den Todes- fall etwas vermachts, dann«die Besitztümer der geistlichen Stifter», weilsie ihnen durch die Tote Hand vermacht sindy(im 18. Jh.). Schon mhd. bekommt töt in Zss. verstärkende Bed., vgl. Wil- manns deutsche Gr. 2²2, 559. Subst. Tote, m. (cen, Pl.-en), bei Luther Todte m., mhd. fõte m., ahd. tõto, dôto m. 43 L. töten, v.: sterben, tot machen, bei Luther ködten, mhd. kœten, tœden, tden, ahd. tõtan, tõden; dazu ags. dꝗqdan, anord. dey'da, got. gadaupjan«tötens; davon Tötung, f., mhd. fœætunge f. ZU. Totenamt, n.: Seelen- messe für einen Toten. 1780 bei Adelung. Totenbahre, f., 1482 im voc. theut. gg 6 b kodtenpar f., spätmhd. tõtenbäre. Totenbein, n., 1494 b. Brant Narrenschiff 102, 15 dottenbeyn. Totenbett, n., mhd. föthette. Totengrab, n., Luk. 11, 44. Totengräber, m., 1482 im voc. theut. gga todtengraber,-greber, 1469 im voc. ex quo doden greber, md. dotengreber. Toten- kopf, 1468 töten kopff, mhd. dafür tõtenhowbet. totenstill, auch todstill, adj.: still wie die Toten. Totenvogel, m., Bezeichnung ver- schiedner Vögel, deren Nahen od. Schreien den Tod verkündigen soll, bes. des Steinkauzes. Vgl. Suolahti. Schon Wulfila übersetzt gr. rpurdv Turteltaubey mit traiwadäaho f., eig.«Leichen- taubey.
totäl, adj.: gänzlich, völlig. 1575 im Garg. 253. Aus glbd. frz. fotal, von kirchlat. fotalis zu lat. fõötus«ganzy.— Totalisätor, öst. auch Totalisatéur, m.(*s, Pl.-en): Buchung und Uberwachung sämtlicher Wetten bei Wettren- nen. Spät im 19. Jh. Geb. von fra. fotaliser calles zusammenzählen).
Tote, m. f.(-/, Pl.-n): Pate, Patin. Noch mundartlich in Süddtschld. Bei Luther dote, 1505 im voc. gem. gem. s32 dotte f., mhd. 10⁴ε)e, kötte m., spätahd. εοm. Wort d. Kindersprache.
töten, Toten-, s. fot.
Toupét(spr. tueρρς) n.(s, Pl.-s): gekräuseltes Stirnhaar, Frisur. Früher auch Toppé geschrie- ben. Im 18. Jh.(bei Zachariâ Ren. V. 914) aus frz. foupet m.«Haarwulst am Vorderkopf» von afrz. fop«Schopf», das dem ndd. top(s. Top u. Zopf) entstammt.
Tour(spr. für), f.(Pl.-en): Umlauf, Reise, Ausflug(1673 bei Weise Erzn. 214); Rundfahrt, Reihe,(Tanz)-Wendung; Haartracht. 1703 im Zeit. Lex.«Reise, Umhang von Haaren, ge- schickte Maniery, ebenso 1694 bei Nehring. Das


