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Tolpatsch 1050
toben, v.: wüten, lärmend rasen. Mhd. koben, ahd. fobén, tobõn; dazu and. douon, mnd. doven, daven, ags. dofian craseny u. anord. dofha cabgestumpft werden, seine Kraft verlieren?, dofinn«schlaff, stumpf, träges, schwed. dafopen schal von Getränken, dän. doven-«faul». Zu kaub, s.d. ZUS. Tobsucht, f., mhd.-md. tobesuht f., wovon tobsüchtig, adj., mhd. tobesuhtic. Tochter, f.(Pl. Töchter): weibliches Kind in bezug auf die Eltern; Schwiegertochter u. a. (bei Luther); weibliches Wesen(schon got. nach gr. ourarnp); Mädchen, Jungfrau(schweiz. 1561 bei Maaler). Mhd. fohter, ahd. fohtar; dazu asächs. dohtar, ndl.-afrs. dochter, ags. dohtor, engl. daughter, anord. dottir, schwed. dotter, dän. datter, got. dauhlar. Verw. mit gr. Gurdrnp, lit. dukté, abg. dusti, arm. dustr, awest. duydar, aind. duhitâ f. Die Herleitung von der aind. Wz. duh«melken» ist unmöglich. ZUS. Tochter- mann, m.: Schwiegersohn. Schon mhd. statt des ältern Eidam. Töchterschule, f., jetzt bes. in Höhere Töchterschule: Mädchenschule für die obern Klassen. Ende d. 18. Jhs. von der Schweiz vorgedrungen(etwa 1774 in Zürich, s. Jahn Volkst. 197), wo T. die Bed.«Mädchen? hatte. 1792 schon in Berlin, s. Hartung kurze Nachricht von der Einrichtung der Berliner Töchterschule.[s. 1Docke. Tocke, f.(Pl.-n): Puppe, kleines Kind, Tod, m.(-Lels, Pl.-e, meist Todes/lle): Lebensende. Mhd. töt m.(Gen.-des), ahd. fõd m.; dazu asächs. dõd, ndl. dood, afrs. däãth, däd, ags. déap, engl. death, anord. daudy, häufiger daudi m., schwed.-dän. dõd, got. daupus m. Ab- straktum zu einem Verb, das in got. dirbans csterblich», ahd. fouaen, asächs. döian, anord. degja«sterben» vorliegt. Verw. mit abg. daviti csticken, würgens, awest. dau-«(be)drängen», ir. duine«Menscho, viell. auch mit lat. ünus n. Leichenbegängnis»(falls aus*†οvelnos) u. gr. 9ävaoroc m. Tod»(aus*dhwana-tos), aind. dhuan-cerlöschen, schwinden». Vgl. noch Btr. 30, 272. 4BL. tödlich, adj.: todbringend, mhd. tõt-, iœætlich, ahd. töd e)lich, ags. déaplic, engl. deadlg. ZUS. 1) mit Tod: Todbett, n., jetzt Totenbett, mhd. tôthette n. Todfeind, m., mhd. fõtvient m. todkrank, adj., bei Luther todkrank. todmüde, adj., 1716 bei Ludwig. Todschlag, m., mhd. tôtslac; davon Tod- schläger, m., im 15. Jh. Todsünde, f., mhd. tõtsünde f.«Sünde, die mit ewigem Tode be- straft wirdy. 2) mit Todes: Todesangst, f., b. Opitz 1,35. Todesfall, m., b. Ayrer 1010, 31. Todesstrafe, f., bei H. Sachs.
Toffel, m.(*s, Pl.-n): Pantoffel. Noch bei Bürger Europa 74. Bayr.-schwäb.-els.-pfälz.- hess. Aus Pantofel, s. d.
Töffel, m.(-s): ungeschlachter Mensch. Eig. Koseform von Christophel, Christophorus. In Mittel- u. Norddtschld. S. Stoffel.
Tohuwaböhu, n.: Wirrwarr. Bei Goethe. Aus hebr. töha wãböh(1. Mos. 1, 2).
Toilétte(spr. toalétte), f.(Pl.-n): Prauen- putztisch, putzbedarf; Putz u. Anzug, bes. der Frauen; geheimer Ort. 1715 bei Amaranthes Leinwandtuch zur Umhüllung der Nachtklei- der einer Frau», urspr. das Tuch über den Putz- tisch», vgl. Sperander. Aus glbd. frz. toilette f. von fræ. toile f. Gewebe, Tuchꝰ aus lat. téla f. Gewebev.
Töle, f.(Pl.-n): Hund. In Norddtschld. verächtlich. 1810 b. Campe«Brust; Hirschkuh). Nach Kluge 1663 bei Francisci Schaubühne 1, 485. Vorgeschichte dunkel.
toleränt, adj.: duldsam. Im 18. Jh. aus glbd. frz. tolérant. Dazu Tolerãnz, f.: Duld- samkeit. Bei Luther 5, 100 b J., 1571 bei Rot, aus lat. folerantia f.«Ertragen, Erdulden» zu lat. folerãre certragen», wovon tolerieren, v., 1571 bei Rot.
toll, adj.: der Sinne beraubt; unsinnig, wun- derlich; wutkrank(von Hunden). Bei Luther k., mhd. fol, dol«unsinnig, vermessen», ahd. fol ctörichts, wovon tulisc töricht»; dazu and. dol ctõöricht, verwegen, ndl. dol«unsinnig, rasend, afrs. dolstrid«toller Streit», ags. dol«törichtꝰ, engl. dull sfaul, langweilig, dummꝰ, anord. dal f. «Wahn, Einbildungy. Dazu mit Ablaut got. dawals«törichte u. Qualm, s. d. ¹. Verw. mit air. dall«blindy; dagegen ist lett. duls cbenommen, seiner selbst nicht mächtig» wohl aus dem Ndd. entl. Auch lat. fallere ctäuschens, aind. dhvãrati cheschädigto könnten dazu gehören, vgl. Walde. 4BL. tollern, v., j. Goethe 3, 702, Rückert 1, 188. tollen, v.: sich toll, wild benehmen. Bei Luther 3, 319². Mhd. nur in ertoln«toll, ver- messen werden»; dazu mnd. dallen. Tollheit, f., mhd. tolheit, ahd. Iolaheiti f. ZUS. Toll- haus, n.: Irrenhaus. 1678 bei Kramer. Toll- kirsche, f.: die Pflanze atropa belladonna. 1780 bei Adelung. tollkühn, adj., bei Diefen- bach gl. 576a. Tollwut, f.: Hundekrankheit. 1810 b. Campe aus Voß. Zfd W. 1,374 Beleg von 1792; 1763 bei Heppe lolle Wut.
Tolle, f: Büschel, Haarbüschel(Storm u. a.), Quaste. Aus Tolde, Dolde(s. d.). 1540 b. Alberus dict. tollen apex.
Tolpatsch, m.(6es, Pl.-e): plumper, unge-


